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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Das Projekt SiSA - mit der Sprache helfen >
Sonja Richter Sonja Richter
aktualisiert am 12.02.2016 um 13:07:25

Das Projekt SiSA - mit der Sprache helfen

Projektleiterin Annik Trauzettel stellte SiSA - Sprachmittlung in Sachsen-Anhalt vor. Projektleiterin Annik Trauzettel stellte SiSA - Sprachmittlung in Sachsen-Anhalt vor.
Foto: S. Richter
Projekt vom Land für ein Jahr mit 200 000 Euro gefördert.

Halle (sr). Wenn Menschen in ein für sie fremdes Land kommen, ist ein Hauptproblem die Sprache dort.

Viele Migrantinnen und Migranten, die ein neues Zuhause in Sachsen-Anhalt gefunden haben, wollen sich integrieren, können aber gar nicht so schnell Deutsch lernen, wie es nötig wäre. Studenten gründeten deshalb im vergangenen Jahr die Hallesche Interkulturelle Initiative, die auf ehrenamtlicher Basis eine Telefonhotline aufbaute. Dort wurden ehrenamtliche Übersetzer für kurze Ge-spräche per Telefon vermittelt. Ehrenamtlich kann diese Arbeit auf Dauer aber nicht geleistet werden. Das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) hat die Hotline jetzt in das vom Land für 2016 mit 200 000 Euro ge-förderte Projekt „SiSA - Sprachmittlung in Sachsen-Anhalt" integriert. Die Sprachmittlerinnen und Sprachmittler sollen bei Kommunikationsproblemen helfen, z. B. bei Behörden, bei Ärzten, im Sportverein oder auch bei der Wohnungssuche.

Und so funktioniert es: Gibt es ein Übersetzungsproblem, können beide Seiten die Hotline anrufen. Dort wird in kürzester Zeit ein Sprachmittler per Telefon zugeschaltet und die Fragen in einer Telefonkonferenz ge-klärt. Seit Mitte Januar ist die Hotline hauptamtlich mit Mitarbeitern besetzt, die dann aus einer Datenbank von 250 Sprachmittlern für 20 verschiedene Sprachen die oder den richtigen auswählen. Nach einer kurzen Probephase erfolgte am Dienstag (9. Februar) vergangener Woche der landesweite Startschuss.

„Wir wollen aber nicht nur am Telefon helfen, sondern begleiten nach vorheriger Anmeldung auch zu Terminen", so Mamad Mohamad, Geschäftsführer des LAMSA, der auch darauf verwies, dass keine beglaubigten Dolmetscher für das Projekt arbeiten, sondern Ehrenamtliche, und dass es auch darum ginge, die Kultur des neuen Heimatlandes zu vermitteln. Diese Aufgabe hatten im vergangenen Jahr bereits die „Brückenbauer" in Angriff ge-nommen. Das sind Zugewanderte, die schon länger in Sachsen-Anhalt leben und sich jetzt um die „Neuen" aus ihren ehemaligen Heimatländern kümmern.

Die Integrationsbeauftragte der Landesregierung - Susi Möbbeck - sieht das Projekt auch als zweite Chance für diejenigen Ausländer, die schön länger in Sachsen-Anhalt leben. Denn SiSA umfasst auch Qualifizierungen für die Sprachmittler, die dann mit den entsprechenden Abschlüssen in Arbeit gebracht werden könnten. „Denn", so Mamad Mohamad, „dort, wo Profis am Werk sind, sollten auch professionelle Übersetzer arbeiten", denkt er beispielsweise an Jobcenter und andere Behörden.

Übrigens: Es werden noch weiter ehrenamtliche Sprachmittler gesucht - für die Übersetzungen am Telefon und auch für die Begleitung von Ausländern zu sprachlich problematischen Terminen. Sprachen, die besondern dringend benötigt werden, sind Tigrinja, Somali, Farsi, Paschtu, Dari, Albanisch und Kurdisch. Einfach bei der LAMSA melden.


Sprachmittlung in Sachsen-Anhalt

Hotline: (0345) 21 38 93 99

Büro: Waisenhausring 1b in Halle, 2. Etage

im Netz: www.lamsa.de

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