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Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 30.12.2015 um 09:39:10

Überblick: Das ändert sich 2016

Neues Jahr - neue Regeln. Auch im Jahr 2016 gibt es zahlreiche Änderungen. Der Wochenspiegel hat die Wichtigsten, in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale NRW, zusammengetragen.


Porto-Erhöhung

Vom 1. Januar 2016 an kostet der Versand eines Standardbriefs (bis 20 Gramm) 70 Cent (bisher: 62 Cent). Anders als bei den Erhöhungen 2014 und 2015 soll dieser Wert nun für drei Jahre Bestand haben.

Doch nicht nur Sendungen innerhalb Deutschlands, sondern auch der internationale Standardbrief und die Postkarte ins Ausland brauchen künftig Briefmarken mit mehr Wert: Statt bislang 80 Cent werden dafür 90 Cent fällig. Der Großbrief (bis 500 Gramm) ins Ausland kostet dann 3,55 statt bisher 3,45 Euro.


Rentenerhöhung

Die Signale für eine Rentenerhöhung stehen auf grün: Ab Juli 2016 erhalten die über 20 Millionen Rentner in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Schätzerkreises Rentenversicherung ein Plus von 4,3 Prozent (West) und von etwas über 5 Prozent (Ost).


Flexi-Rente

Die sogenannte Flexi-Rente wird kommen. Darauf hat sich die Koalition in Berlin verständigt. Gemeint ist damit, fließende Übergänge in den Ruhestand zu ermöglichen. So soll sich für Arbeitnehmer stärker als bislang auszahlen, wenn sie über die Altersgrenze von derzeit 65 Jahren und vier Monaten hinaus einer Tätigkeit nachgehen. In Zukunft sollen sie Beiträge in die Rentenversicherung zahlen können, die ihre Rente erhöhen. Aktuell zahlen Arbeitgeber, die einen Rentner beschäftigen, ihren Anteil in die Rentenkasse, ohne dass dies die Rente des Beschäftigten erhöht.


Hartz IV

Die Hartz-IV-Sätze werden ab 1. Januar zwischen 3 und 5 Euro angehoben. Und 870.000 Haushalte können sich über mehr Wohngeld freuen. Alle Jahre wieder: Die Beitragsbemessungsgrenzen für die Kranken- und Pflegekasse sowie in der Rentenversicherung steigen. Das Recht auf ein Girokonto für jedermann wird 2016 endlich umgesetzt.


Kindergeld

Ab 1. Januar wird das Kindergeld um 2 Euro pro Kind erhöht. Für das erste und zweite Kind gibt es dann jeweils 190 Euro, für dritte Kinder 196 Euro und für jedes weitere Kind 221 Euro pro Monat. Ebenso ab Neujahr gibt es einen rechtlichen Anspruch aufs Kindergeld nur noch, wenn den Familienkassen die Steuer-Identifikationsnummer (ID) von Eltern und Kind vorliegt. Benötigt werden die ID des Kindes, für welches das Kindergeld beantragt wird und die des Elternteils, der den Kindergeldantrag stellt oder gestellt hat. Familien, die bereits Kindergeld erhalten, müssen prüfen, ob sie beide Identifikationsnummern schon angegeben haben. Sonst sind diese möglichst bis Ende 2015 nachzureichen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit droht jedoch zunächst keine Sperre der Auszahlung, wenn die Steuer-ID erst im Laufe des Jahres 2016 gemeldet wird. Bei 90 Prozent der Anträge auf Kindergeld liegen die neuen Pflichtangaben schon vor.


Telefonieren

Nach Hause telefonieren wird billiger: Ab 30. April werden die jetzigen Preisobergrenzen durch Höchst­aufschläge auf den Heimtarif fürs Surfen und Telefonieren aus dem EU-Ausland abgelöst.


Recht auf Konto

Jeder Verbraucher in der Europäischen Union soll künftig das Recht auf ein Girokonto mit grundlegenden Funktionen haben. Bis spätestens zum 18. September 2016 muss eine entsprechende Richtlinie aus Brüssel in deutsches Recht umgesetzt sein. Die Bundesregierung hat dazu einen Entwurf zum Zahlungskontengesetz auf den Weg gebracht. Voraussichtlich im Frühjahr wird es in Kraft treten. Mit dem Konto soll jeder Verbraucher Bar-Ein- und -auszahlungen, Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen vornehmen können. Auch Online-Banking ist möglich. Allerdings darf das Konto zumeist nicht überzogen werden. Eröffnet wird es unabhängig von der Bonität des Kunden. Außerdem wird die Höhe der Entgelte, die Sparkassen und Banken verlangen dürfen, auf ein angemessenes Maß begrenzt.


Krankenkasse

Gesetzlich Krankenversicherte müssen mit einem höheren Zusatzbeitrag rechnen. Sie können aber mit der Termingarantie beim Facharzt und dem Recht auf eine zweite ärztliche Meinung bei bestimmten Eingriffen auf mehr Heilkraft im Gesundheitssystem hoffen.


Wohngeld

Haushalte mit geringem Einkommen dürfen sich im neuen Jahr über mehr Wohngeld freuen.

Im Zuge der Reform des Wohngeldrechts steigt das Wohngeld zum Beispiel für einen Zwei-Personen-Haushalt von bisher durchschnittlich 112 Euro im Monat auf im Schnitt 186 Euro. Insgesamt sollen rund 870.000 Haushalte, insbesondere Familien und Rentner, von der Anpassung an die Entwicklung der Einkommen und der Warmmieten seit der letzten Reform 2009 profitieren. Darunter sind 320.000 Haushalte, die erstmals oder wieder Anspruch auf Wohngeld haben.


Energiespar-Vorgaben

Wer ein Haus bauen will, muss ab 1. Januar 2016 strengere Energie-Einsparvorgaben einhalten. Bauherren können bei der KfW (die ehemalige Kreditanstalt für Wiederaufbau) für energieeffiziente Neubauten doppelt so hohe Förderkredite wie bisher aufnehmen: Statt 50.000 Euro sind es 100.000 Euro pro Wohneinheit.


Router-Wahl

Einen Gesetzentwurf, damit Internetnutzer ihre Router zum Anschluss von Computern ans Netz künftig frei wählen können, hat der Deutsche Bundestag auf den Weg gebracht.

Nach der Unterschrift durch den Bundespräsidenten wird es im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und ein halbes Jahr nach dem Veröffentlichungstermin in Kraft treten.

Die Vorgabe einiger Netzbetreiber, ausschließlich eigene Router zuzulassen, hinderte Verbraucher bisher, sich nach eigenem Gusto für eine Box zur Einwahl ins Internet zu entscheiden.


BAföG

Schüler, Studenten und Auszubildende können ab Schuljahrs-/Semesterbeginn 2016/17 auf mehr Bares in der Kasse zählen: Die Bedarfssätze werden um sieben Prozent angehoben. Ein Studi mit eigener Bude kann dann 735 statt bislang 670 Euro erhalten.


Alte Elektrogeräte

Ausrangierte Elektrogeräte muss der Handel künftig kostenlos zurücknehmen.


Netzneutralität

Zum 30. April 2016 gelten neue EU-Regeln für den Zugang zum offenen Internet. Danach müssen grundsätzlich alle Datenpakete im Internet gleichbehandelt werden, unabhängig von Sender, Empfänger, Inhalt, Gerät oder Dienst der Anwendung (zum Beispiel E-Mail, Chat oder Download einer Datei). Dieser Grundsatz wird auch als Netzneutralität bezeichnet. Von dieser Leitlinie darf der Netzanbieter aber in bestimmten Fällen abweichen, etwa um eine drohende Netzüberlastung zu vermeiden. Die Firma ist verpflichtet, den Verbraucher darüber zu informieren, wie sich diese Einschränkung in der Praxis auf den Zugang sowie die Nutzung des Internets und Apps auswirken kann.
 

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