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Wochenspiegel > Damals & heute: Bitterfeld-Wolfen ist vor allem eine Industriegeschichte >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 10.11.2019 um 09:32:51

Damals & heute: Bitterfeld-Wolfen ist vor allem eine Industriegeschichte

Der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen  ist ein schon früher ein bedeutender Industriepark mit großen Industrieflächen gewesen, aktuell sind 2019 rund 250 Unternehmen ansässig. Der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen ist ein schon früher ein bedeutender Industriepark mit großen Industrieflächen gewesen, aktuell sind 2019 rund 250 Unternehmen ansässig.
Foto: Archiv Chemiepark Galerie (1 Bild)
Die Industriegeschichte der heutigen Region Bitterfeld-Wolfen ist vor allem mit den Namen AGFA, IG Farben, CKB und Chemiepark Bitterfeld-Wolfen verbunden.

Bereits 1893 siedelte sich 40 Kilometer vor den Toren Leipzigs und Halle die chemische Industrie an – angezogen von den kostengünstigen Braunkohlevorkommen und weiteren Rohstoffen.

Besondere Bedeutung erlangte Bitterfeld-Wolfen durch die Herstellung von Basischemikalien. Mit der Filmfabrik Wolfen und dem Chemiekombinat Bitterfeld entwickelte sich die Chemie zum bedeutendsten Wirtschaftszweig der DDR. Hier entstanden der erste Farbfilm und die erste Kunstfaser. Rund 40.000 Menschen waren zu Hochzeiten an diesem Chemiestandort beschäftigt. Doch nach der politischen Wende machten die großen Werke dicht. In den 1990er Jahren musste sich die Region vom jahrzehntelangen Missbrauch der Umwelt regenerieren und neu erfinden.

Der harte Umgestaltungsprozess verlief erfolgreich: Heute gehört der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen – mit einer Fläche von 1.200 Hektar, das entspricht etwa 1.700 Fußballfeldern – wieder zu den größten Chemiestandorten Deutschlands.
Insgesamt haben sich hier über 300 Firmen mit mehr als 12.000 Mitarbeitern angesiedelt, darunter Global Player wie Bayer, AkzoNobel und Evonik. 70 produzierende Unternehmen, vor allem Chemieunternehmen der Basis- und Feinchemie, aber auch leichtmetall- und kunststoffverarbeitende Firmen finden sich am Standort. Sie sind wiederum Auftraggeber für über 250 Dienstleistungsunternehmen aus den Bereichen Ver- und Entsorgung, Bau, Bildungseinrichtung und Handel.

Filmfabrik Wolfen
1909 gründet die Agfa AG (Anilin-Fabrikation) westlich der Stadt Wolfen die Filmfabrik. Hergestellt wird seit Beginn, auf dem gigantischen Areal der Fabrik, Filme für Fotoapperate, Reprografie- und Röntgenfilmmaterial. 1925 geht die Filmfabrik in den neugegründet deutschen Chemiemutterkonzern, der I.G. Farben, auf. In dieser übernehmen die Wolfener die Leitung der Filmherstellung des ganzen Konzerns und sichern sich ein Spitzenplatz auf dem Weltmarkt. 1936 entwickelt man als erster Konzern der Welt den Farbfilm, ein Durchbruch in der Filmtechnik, welcher erst nach den 2. Weltkrieg als Beutegut in die USA gelangt. Zudem beginnt 1943 in Wolfen die Produktion von Magnetbänder, wichtiges Grundmaterial für Audioaufnahmen.

Farbenfabrik
Neben der Filmfabrik gründet die Agfa AG bereits 1896 im Osten von Wolfen die Farbenfabrik. Schwerpunkt der Produktion ist die Herstellung von Azo-Farbstoffen. 1925 geht das Werk, wie die meisten anderen Chemiebetriebe in Deutschland, in der I.G. Farben auf. Nach dem 2. Weltkrieg wird die Farbenfabrik von den Sowjets besetzt und zu einen sehr großen Teil demontiert, davon betroffen auch 4/5 der bedeutenden Stickstoffproduktionsanlagen. 1947 folgt die Umwandlung in eine SAG. In den 50er Jahren investiert die DDR-Regierung in die Chemieindustrie und lässt in der Farbenfabrik eine Gipsschwefelsäurefabrik errichten, zur Herstellung von Zement und Schwefelsäure. Die Farbenfabrik  ist damit der größte Hersteller für Farbstoffe in der DDR. 1969 geht das Werk im „VEB Chemiekombinat Bitterfeld“ auf. Bis zum Ende der DDR zählt die heimische Textilindustrie in der DDR zu den größten Abnehmern, ihr Ende bedeutete auch für die Farbenfabrik schwierige Zeiten.  1990 wird das alte Kombinat aufgelöst und die Farbenfabrik in eine KG umgewandelt, aus dem Altwerk entsteht 1997 der „Chemiepark Bitterfeld-Wolfen“.

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