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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 23.07.2019 um 14:09:30

Rund um den Burgenlandkreis: Folge 25 - Trebnitz

Jürgen Fischer ist der letzte „echte“ Trebnitzer

In unserer Serie rund um den Burgenlandkreis entdecken wir heute gemeinsam den Ort Trebnitz.
Trebnitz (mh).
Trebnitz liegt in der Spitze zu Thüringen. Die Endung des Ortes weist auf eine Wendische Siedlung hin. Anfang der 1970er Jahre feierte der Ort seine 1000-Jahrfeier. Er war lange geprägt von kleinen Landwirtschaftsbetrieben. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts tangiert der Floßgraben den Ort, der bei Crossen von der Elster mit Wasser gespeist wird. Hier wurde Holz aus Thüringen nach Leipzig transportiert. Bis Anfang der 1960er Jahre hatte Trebnitz 80 Einwohner. Nach der Wende reduzierte sich diese Zahl. Heute leben nur noch 41 Menschen hier. 80 Prozent der Einwohner sind über 65 Jahre alt. Die Älteste ist 93; knapp ein Jahr der jüngste Einwohner.

Im Schlafzimmer der Eltern geboren
„Junge Leute suchen sich die Gegend nur selten aus“, weiß Jürgen Fischer. „Es gibt Vorbehalte aufgrund der Infrastruktur: eine Einkaufsmöglichkeit; Ärzte und Schule findet man hier nicht. Trebnitz liegt nicht verkehrsgünstig.“ Dennoch lebt Jürgen Fischer gern in Trebnitz. Er zeigt auf das große Fachwerkhaus und deutet mit dem Finger auf ein Fenster: „Dort war früher das Schlafzimmer meiner Eltern, in dem ich 1951 geboren bin. Ich bin der letzte Trebnitzer, der hier auf die Welt kam. Alle anderen nach mir wurden im Krankenhaus geboren.“ Seit 1992 betreibt Familie Fischer den bekannten Beeren- und Straußenhof. Zu verschiedenen Events hat er guten Zulauf. Rund 3.000 Besucher strömten viele Jahre lang zu Ostern, in der Weihnachtszeit oder zum Anradeln in den Hof.

Ende einer schönen Tradition
Doch das wird sich im nächsten Jahr ändern: „Wir werden aus Altersgründen aufhören“, so der Unternehmer. „Wir haben keinen Nachfolger. Das Anradeln und noch eine Weihnachtsfeier - danach ist Schluss.“ Die beliebten Strauße gibt es schon seit November 2018 nicht mehr. Jetzt bauen sich die Fischers gegenüber einen „Alterssitz“. Er schmunzelt: „So einen, wo man mit Rollstuhl in die Dusche fahren kann.“ Dass das Paar den Ort verlässt, stand für beide nie in Frage: „Unsere Familie, Enkel, mein 92-jähriger Vater, wohnen hier. Außerdem haben wir ein gutes Miteinander unter den Einwohnern.“



 

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