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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 05.09.2019 um 10:39:18

Rund um den Burgenlandkreis: Folge 31 - Sieglitz

Einmal im Jahr rollen die Veteranen der Straße an

Mit Fördergeldern wurde die Kirche gerettet und dient heute wieder als Ort zum Innehalten.
Sieglitz (ms).
Weiter geht unsere Reise entlang der Kreisgrenze durchs Molauer Land. Station machen wir - und nicht nur wir! - dieses Wochenende in Sieglitz. Einmal im Jahr wird der beschauliche Ort zum Mekka der Oldtimerfreunde. Klassiker auf Rädern kommen immer Anfang August zu Heino Kirbst, um ihre rollenden Schätze zu bewundern und bewundern zu lassen, um sich auszutauschen und zu fachsimpeln.

Jubiläum
In diesem Jahr findet das Treffen bereits zum 25. Mal statt. Während am Samstag der Austausch, das Fachsimpeln und eine große Ausfahrt durch den Burgenlandkreis im Vordergrund stehen, ist es am Sonntag der große Teilemarkt, der die Besucher anzieht. An beiden Tagen ist natürlich auch das Museum geöffnet, das den passenden Namen „Heinos Raritätenkabinett“ trägt. Hier finden sich mehr als 20.000 Ausstellungsstücke aus dem Alltag vergangener Zeiten. Von Spielzeug über Haushaltsgeräte bis hin zu historischen Exponaten aus der Arbeitswelt hat Sammler Heino Kirbst alles Mögliche und auch Unmögliche zusammengetragen. Auch unabhängig vom Oldtimertreffen ist die Ausstellung immer einen Besuch wert. Nur reichlich Zeit sollte man sich nehmen!

Wenn nicht gerade Oldtimertreffen, Maibaumsetzen oder Pfingsten ist, geht es in Sieglitz eher beschaulich zu. Zwar gibt es eine Grundschule im Ort, größere Gewerbeansiedlungen sind jedoch nicht zu finden. So pendeln die meisten Bewohner in die umliegenden größeren Orte im Burgenlandkreis oder nach Thüringen zur Arbeit.

Derzeit nicht arbeiten muss Nadine Ackermann. Sie widmet ihre Zeit im Moment Töchterchen Linda, sieben Monate alt. Für ausgiebige Spaziergänge mit Kinderwagen und den beiden Hunden ist die ländliche Idylle ideal. „Ich wohne erst seit zehn Monaten hier“, erklärt sie. Der Liebe wegen sei sie nach Sieglitz gezogen, ihr Mann wohnt schon sein ganzes Leben lang hier. Das ruhige Landleben ist sie gewohnt, stamme aus einem kleinen Ort nahe Nordhausen, erzählt sie. „Sieglitz gefällt mir sehr gut. Mich zieht es generell eher aufs Land, wo man um 6 die Bürgersteige hochklappt“, sagt sie und lacht.

Ihr Spaziergang führt Nadine Ackermann ein Stück außerhalb des Dorfes. Dort, am südlichen Ortsrand, steht auf einem großen Grundstück die Holländerwindmühle. Sie stammt aus dem Jahr 1935, ersetzte damals eine alte Bockwindmühle. Flügel hat die Mühle jedoch schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr.

Markantestes Bauwerk in Sieglitz und weithin sichtbar ist die Kirche. Sie geht ursprünglich auf das Jahr 1447 zurück, wurde jedoch im 30-jährigen Krieg zerstört. Zunächst als eine Art Notkirche wieder aufgebaut, erfolgten dann Anfang des 18. Jahrhunderts größere Umbaumaßnahmen. Aus dieser Zeit sind der Dachstuhl und die Emporen bis heute erhalten. Die prägendste Erweiterung geschah 1844/45, als der noch heute weithin sichtbare Glockenturm entstand. Ursprünglich mit drei Glocken ausgestattet, mussten zwei während des Ersten Weltkrieges demontiert und abgeliefert werden.

Heute klingen in der Kirche noch zwei Glocken. Eine wird zu Gottesdiensten mit einem althergebrachten Seilzug geläutet, die andere wurde im Zuge der Restaurierung der Turmuhr 2003 als Schlagglocke eingebaut.

Im Inneren der Kirche wurde zuletzt 1912 umgebaut. Damals wurde neuer Fußboden verlegt und neue Bänke angeschafft. Damals konnte die schadhafte Orgel nicht mehr repariert werden, seither ist das barocke Orgelprospekt leer. Eine Sammlung für ein neues Instrument schlug fehl. Heute erklingt daher zu allen entsprechenden Anlässen ein privates Pedalharmonium.

Nach der Wende fanden verschiedene Sanierungs- und Reparaturmaßnahmen statt. Einen umfangreichen Abriss über die Geschichte der Kirche gibt eine Schautafel neben der Eingangstür.

Aus der Historie
Erste germanische Siedler waren vermutlich bereits im 9. oder 10. Jahrhundert. Im Jahre 1291 wurde Sieglitz erstmalig in einem Schriftstück des Klosters Heudorf erwähnt. Bis ins 19. Jahrhundert gehörte der Ort zum Amt Camburg, bis 1952 zu Thüringen.

Mit Auflösung der Länder und Gründung der Bezirke in der DDR kam Sieglitz zum Kreis Naumburg im Bezirk Halle. 1961 wurde Sieglitz nach Molau eingemeindet. Heute bilden Molau, Abtlöbnitz, Casekirchen und Leislau die Gemeinde Molauer Land mit elf Ortsteilen, von denen Sieglitz einer ist.

Info: Heinos Raritätenkabinett
finden Sie im Internet unter www.heinos-raritaetenkabinett.de

Anmeldungen für Führungen sind unter 036421 /22797 oder 0173 /1081528 oder: ak-heino@gmx.de möglich
 

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