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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 21.10.2019 um 12:53:56

Leben in Naumburg, sterben in Zeitz?

Hunderte Menschen machen sich dafür stark, dass das Krankenhaus in Zeitz mit all seinen Stationen erhalten bleibt. Jedes Jahr werden rund 12.000 Patienten stationär und rund 18.000 ambulant behandelt.

Von Margit Herrmann

Als Folge der Insolvenz des Burgenlandklinikums soll in Zeitz die Gynäkologie – und damit auch die Geburtenstation - geschlossen werden. Die Menschen in und um Zeitz kämpften am Montagvormittag für den Erhalt ihres Krankenhauses. Es erschienen so viele Interessierte, dass es sogar kurzzeitig zu zähflüssigem Verkehr im Stadtgebiet kam.

Die ersten Ärzte und Angestellten haben bereits gekündigt. Unter ihnen ist  Chefarzt Maik Thieme: „Ich gehe nicht leichten Herzens; es fällt mir schwer.“ Dipl.-Med. Hans-Joachim Krebes, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, ist seit 1982 in der Elsterstadt und fühlt sich als Zeitzer. Für ihn ist die Problematik sehr emotional. Mit Tränen in den Augen sprach er davon, dass es an beiden Orten eine Klinik geben muss. Er stellte die Frage: „Wer ist für die kranken Kinder und besorgten Eltern nach Sprechstundenende Ansprechpartner?“ Auch Stadtratsvorsitzender Dr. Ulf Altmann M Sc stellte eine Frage: „Was hat die Geschäftsführung unternommen um die Rentabilität zu erhöhen?“ Er lobte die große fachliche Kompetenz der Angestellten und offenbarte auch, dass vielleicht ohne deren Einsatz nicht alle seine vier Kinder die Geburt gesund überstanden hätten.

Dr. med. Jörn Röhler, Facharzt für Innere Medizin, beklagte die Verlegung der Radiologie in ein Gewerbegebiet am Rande der Stadt und auch den Wegzug von Dr. med. Frank Melzer und seiner Urologischen Praxis. „Und jetzt soll die Kinderstation in der Stadt der Kinderwagen geschlossen werden. Dann hat der Storch hier keine Landebahn mehr. Wir wollten der Speckgürtel von Leipzig werden; nun sind wir nur noch ein Hungerzentrum.'

Der Zeitzer Oberbürgermeister Cristian Thieme hielt in seiner Rede fest, dass die „großen“ Strukturentscheidungen  immer zugunsten von Naumburg ausgingen: „Dazu gehört der Verlust des Kreissitzes, des Finanzamtes und unseres Theaters. Das Klinikum haben wir als ’Entschädigung’ für den Verlust des Kreissitzes erhalten. Dass die ersten Gelder aus dem Soforthilfeprogramm des Bundes in den Naumburger Dom und die Ortsumfahrung Bad Kösen – also nicht ins Kernrevier – verteilt wurden, stieß bei uns allen auf absolutes Unverständnis. Nun geht auch die Geburtsstation nach Naumburg.“ Für den Familienvater steht fest: „Wir werden für die Zukunft kämpfen.“

Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne musste sich bei ihrem Auftritt auf dem Podium starken „Buh“-Rufen entgegenstellen. Nachdem die Menge sich etwas beruhigt hatte, sprach sie: „Ich möchte kein Krankenhaus im Land schließen. Aber aufgrund des Fachkräftemangels kann es nicht so weiter gehen. Es muss unter dem Strich eine schwarze Null stehen.“ Sie bekräftigte ihre große Hochachtung für das Personal. Auch sie wolle den Strukturwandel gestalten und ginge deshalb weiter in Beratung.

Ist das Zeitzer Klinikum noch zu retten?
Landrat Götz Ulrich wurde mit den Ausrufen „Verlogen“ und „Zurücktreten“  beschimpft. Sein kurzes Statement begann er mit „Zeitzerinnen und Zeitzer“. Die Frage des Publikums „Wo bleibt das ’liebe’?“ ignorierte er und versprach am folgenden Tag bei der Kundgebung auf dem Zeitzer Altmarkt klar Position zu beziehen.

Nach Redaktionsschluss fand am Dienstag, 18 Uhr, die Kundgebung statt. Wir werden demnächst weiter über die derzeitige Problematik am Zeitzer Klinikum berichten.

hre Meinung dazu? Schreiben Sie uns an redaktion@wochenspiegel-zeitz.de

 

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