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Wochenspiegel > Zeitz > Rund um den Burgenlandkreis: Folge 46 - Reinsdorf >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 14.01.2020 um 09:35:33

Rund um den Burgenlandkreis: Folge 46 - Reinsdorf

Das Wappen von Reinsdorf und ein Schild mit Verweis auf die Partnerstadt Wetter in Hessen. Das Wappen von Reinsdorf und ein Schild mit Verweis auf die Partnerstadt Wetter in Hessen.
Foto: Martin Schumann Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder)
Der Einwohnerschwund macht auch Reinsdorf zu schaffen.

Die Einwohner leben trotzdem gern in ihrem Heimatort Reinsdorf.
Reinsdorf (ms).
Ein bisschen wie bei Asterix und Obelix war es in Reinsdorf vor zehn Jahren. Alle Gemeinden unterwarfen sich der Gebietsreform - nur „ein von unbeugsamen Menschen bevölkertes Dorf hörte nicht auf Widerstand zu leisten“. Bis zum letzten Moment wehrte sich der Ort gegen die Eingemeindung und prozessierte durch die Instanzen. Am Ende blieben die Reinsdorfer aber ohne Erfolg und wurden am 1. September 2010 nach Nebra zwangseingemeindet.

Besser ist durch die Eingemeindung kaum etwas geworden, schlechter allerdings auch nicht. Wie viele andere Orte in ländlichen Gebieten hat auch Reinsdorf die typischen Probleme eines einst landwirtschaftlich geprägten Dorfes, in dem es kaum nennenswerte Gewerbe- oder Industrieansiedlungen gibt. Die Bullenmastanlage im Ort wurde 1991 geschlossen, die Ansiedlung eines Sero-Unternehmens schlug fehl. Heute werden dort Schweine gemästet.

Leerstand und Tristesse begrüßen den Besucher an beiden Ortseingängen. Aus Richtung Karsdorf sieht man zunächst eine Gartensparte, die zu großen Teilen leer steht und aus Richtung Nebra erblickt man als erstes die ehemalige Getreidewirtschaft, einen großen Komplex aus grauen Hallen, dessen Verkauf und mögliche Nachnutzung derzeit ein großes Thema im Ort ist.

Seine schönen Seiten offenbart Reinsdorf nicht, wenn man durchfährt. Wer sich in den Ort verliebt, tut es auf den zweiten Blick. Abseits der Hauptstraße liegt der alte Dorfkern mit zahlreichen alten Gehöften, liebevoll sanierten Eigenheimen und viel Grün.

Reinsdorf ist ein flächenmäßig sehr großes Dorf. Es erstreckt sich weitläufig vom Umspannwerk im Osten bis zur Graben-mühle im Westen. 505 Einwohner leben hier, im Jahr 1992 waren es noch 730. Doch nicht nur die Bevölkerung schwindet, auch die Infrastruktur entwickelt sich zurück. „Früher hatten wir eine Poststelle, einen Arzt-Stützpunkt, was eben jedes Dorf so hatte“, erinnert sich Erika Tanz. Sie lebt seit 1977 in Reinsdorf und ist Mitglied des Gemeinderates. „Von vier Gaststätten existieren heute noch zwei“, ergänzt sie.

Trotz aller Schwierigkeiten lebt sie gern in Reinsdorf. „Hier ist es lebenswert“ sagt sie. Ältere Menschen, die meist nicht mehr so mobil sind, schätzen vor allem den „Alten Konsum“. Hier bekommen sie noch Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs, zudem vermieten die Inhaber einen Raum für Feierlichkeiten und bieten Catering an. „Das ist ein Treffpunkt wie früher“, sagt Erika Tanz. „Da wird dann auch mal getratscht und Neuigkeiten ausgetauscht.“ Ein Weingut, ein Landhandel und ein mobiler Fischhändler sind weitere Unternehmen im Ort.

Auch um den Nachwuchs wird sich in Reinsdorf gekümmert. Der Kindergarten ist saniert und mit 20 Kindern gut ausgelastet.

Für eine Anbindung bis nach Naumburg sorgt die Unstrutbahn. Deren Haltepunkt wurde vor einigen Jahren vom Ortsausgang Richtung Vitzenburg mehr zur Ortsmitte hin verlegt und befindet sich nun direkt hinter dem ehemaligen gasthof „Zum Deutschen Haus“, der inzwischen leider geschlossen ist.

Gefeiert wird in Reinsdorf mehrmals im Jahr. Höhepunkt ist das Wein- und Heimatfest immer am dritten August-Wochenende. Seit der Eingemeindung wird es vom Heimatverein organisiert. Auch die Feuerwehr bringt sich ein. Sie hat nicht nur die alte Bäckerei, zum Teil in Eigenleistung, zu ihrem Domizil ausgebaut, sondern veranstaltet auch das jährliche Osterfeuer. Im Ort sind außerdem ein Frauen-, ein Angel- und ein Geflügelzüchterverein aktiv.

Mit dem demografischem Wandel hat auch der Reinsdorfer Sportverein zu kämpfen. Mangels Nachwuchs kickt derzeit nur eine Männermannschaft in der Kreisklasse. Die Frauenmannschaft musste vor kurzem aufgegeben werden.

Aus der Geschichte
„Reginhardesdorf“ wird im Jahr 786 erstmals urkundlich erwähnt. 1112 entstand ein Benediktinerkloster, das bis zur Reformation Bestand hatte. Auf den Grundmauern der damaligen Kirche wurde nach dem 30-jährigen Krieg die heutige Kirche errichtet, die 1740 in barockem Stil restauriert wurde.

Reinsdorf gehörte bis 1815 zum wettinischen bzw. später kursächsischen Amt Freyburg. Nach dem Wiener Kongress wurde es preußisch und gehörte zum Kreis Querfurt.

1994 bekam Reinsdorf eine Brücke über die Unstrut, die Radwanderer und Fußgänger rege nutzen, bietet sie doch eine kurze Anbindung Richtung Nebra.

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