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Wochenspiegel > Zeitz > Der Ort zum Sonntag: Folge 22 - Die Kirche in Kirchsteitz >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 07.07.2020 um 13:05:38

Der Ort zum Sonntag: Folge 22 - Die Kirche in Kirchsteitz

Am höchsten Punkt von Kirchsteitz steht die Kirche mit rotem Dach, heller Fassade und dunkelbraun abgesetzten Holz. Am höchsten Punkt von Kirchsteitz steht die Kirche mit rotem Dach, heller Fassade und dunkelbraun abgesetzten Holz.
Foto: Archiv Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder)
Die Kirche in Kirchsteitz erstrahlt in neuem Glanz

Kirchen verbinden Generationen und sind ein Kulturgut, so auch die Kirche in Kirchsteitz.
Kirchsteitz (red).
Die romanische Chorturmkirche in Kirchsteitz ist bereits um 1250 entstanden. Die Kirche war eine Wehrkirche. Derartige Kirchen waren im Mittelalter über ganz Europa verteilt und dienten auch zur Verteidigung. Besonders in so kleinen Orten ohne sonstige Befestigungsanlagen waren sie Zufluchtsstätte für Bewohner. Die Gebäude hatten durchweg starke Mauern und waren von Gräben und Schutzwällen umgeben. 25 Jahre nach der letzten Sanierung hatte sich in der Kirche in Kirchsteitz ein großer Renovierungsbedarf aufgestaut. Anfang Mai dieses Jahres konnten die Baumaßnahmen abgeschlossen werden.

In vielen Beratungen hatte der Gemeindekirchenrat ein Sanierungs- und Gestaltungskonzept entwickelt. Im November 2019 konnten die Bauarbeiten beginnen, nachdem die Finanzierungshilfen vom Kirchenkreis Naumburg-Zeitz, der Stiftung der Volks- und Raiffeisenbank Halle und der Stiftung K. & G. Hoffmann genehmigt worden waren.

Eine Gemeinde packt mit an
Zuvor hatten viele fleißige Hände aus der Gemeinde mit viel Zeit und Geduld den Altarraum und das Kirchenschiff samt den Kirchenbänken ausgeräumt. Während der Sanierungsarbeiten wurden in Eigenleistung der Holzfußboden im Kirchenschiff und die Fenster frisch gestrichen. Nach Abschluss der Baumaßnahmen musste alles wieder eingeräumt werden. „Es ist eine enorme Leistung, die hier gestemmt wurde. Wir danken allen, die ihre Freizeit und ihre Kraft in diese Arbeit gesteckt haben. Ohne sie wäre das nicht möglich gewesen,“ betont der Gemeindekirchenrat einhellig.

Auch wenn die kleine Gemeinde Großes geleistet hat, konnte nicht alles durch Eigenleistung umgesetzt werden. Viele Handwerker aus der Region waren in den zum Teil umfangreichen Umbau eingebunden. Unter anderem wurde eine Zwischenwand rausgerissen, um den Altarraum in seiner ursprünglichen Größe und Bauweise wieder sichtbar zu machen. Die Wand war in den 1960er Jahren eingebaut worden, um der Gemeinde einen Raum für Gottesdienste im Winter zu schaffen. Dank der neu eingebauten Bankheizung wird diese Winterkirche nicht mehr gebraucht und die Wand konnte weg. Durch den Rückbau bietet sich jetzt auch Raum für Chöre und größere Musikensembles, die bisher in der Kirche keinen Platz fanden.

Kunstvoller Wandbehang
Der besondere Stolz der Gemeinde ist der Textilbehang, der nun die Rückwand des Altarraums schmückt. Der kunstvolle Wandbehang wurde von Bärbel Hamal angefertigt. Die Schneidermeisterin aus Gera hat zusammen mit der Gemeinde die Motive auf dem Behang entwickelt. „Viele Motive sind schon auf unserer zweiten, neuen Glocke abgebildet, die 2014 in Lauchhammer gegossen wurde,“ erklärt Annerose Körner, Mitglied des Gemeindekirchenrates. „Zum Beispiel der Weizen, der für die Landwirtschaft in unserm Umfeld steht, und auch die Taube als Symbol für Frieden und Eintracht sind auf unserer Glocke abgebildet. Alpha und Omega prägen das Siegel unserer Kirchengemeinde.“

Großes Fest im September geplant
Alle Arbeiten konnten sehr zügig Anfang Mai abgeschlossen werden. Eigentlich sollte die Kirche im Juni feierlich wiedereröffnet werden. Da das aber aktuell nicht möglich ist, wird es voraussichtlich im September ein großes Fest geben, um allen Beteiligten zu danken.

Aus der Geschichte der Kirche
Das Innere der Kirchsteitzer Kirche wurde 1837 umgestaltet. Aus dieser Zeit stammt die Ausstattung mit Hufeisenempore und Gestühl.

Die Orgel wurde im Jahre 1846 neu erbaut. Sie stammt aus der Werkstatt des Orgelbauers Johann Gottlob Böhme aus Zeitz. Die Inschrift lautet: „Herr ich habe lieb die Stätte deines Hauses, und den Ort da deine Ehre wohnet. Psalm 28/8. Darum ist dieses Kunstwerk der Kirche von den Einwohner Johaan Gottlob Zausch zu Kirchsteitz im Jahr 1846 verehret worden.“

Die Kirche hatte ursprünglich zwei Glocken. Die kleinere wurde nach einem Brand im Jahre 1601 neu angeschafft. Diese Glocke wurde 1876 von Ulrich in Apolda umgegossen. 1804/7 wurde eine zweite größere Glocke gekauft. Die erste, kleinere Glocke wurde im zweiten Weltkrieg abgeholt und zu Munitionszwecken eingeschmolzen. 2014 konnte die Kirchengemeinde die eingeschmolzene Glocke durch eine neue Glocke ersetzen. Die Kosten dafür betrugen knapp 19.000 Euro, die mit Hilfe von Spendengeldern und Fördermitteln beglichen wurden. Seit dem läuten wieder täglich zwei Glocken den Feierabend über Kirchsteitz ein.

In den 1980er Jahren verschlechterte sich der Zustand der Kirche zusehends. Nachdem es an mehreren Stellen stark durchregnete und drei Fensterstürze abzubrechen drohten, wurde die Kirche umfassend renoviert. Die Einweihung fand am 11. Oktober 1992 statt. Die Renovierungskosten beliefen sich auf 233.765,50 DM.

Seit 2006 erhielt die Kirche einen neuen Außenanstrich, der Vorraum renoviert, der Weg von der Kirche zum Friedhof gepflastert, die Außenbeleuchtung installiert, neue gusseiserne Tore zieren die Eingangsbereiche, zwei Gedenktafeln zum Andenken an die Kriegsgefallenen wurden im Jahr 2009 neu angefertigt und in ihrer Gestaltung so gut wie möglich den Originalen angepasst. Im Jahr 2010 wurde die Orgel saniert und 10. Oktober 2010 feierlich geweiht.

Gesellschaftlich haben Kirchen eine große Bedeutung. Sie sind nach wie vor zweitgrößter Arbeitgeber nach dem Staat und spielen mit ihren vielen Einrichtungen eine wichtige Rolle im sozialen und im kulturellen Bereich. Auch die Kirchsteitzer sagen: „Die Kirche gehört zum Dorf“. Sie wird zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen gut besucht, verbindet Menschen und trägt zum kulturellen Leben bei. „Ob Christ oder Nichtchrist - wir sind verpflichtet zur Pflege und Erhaltung des uns anvertrauten Denkmals“, so die Kirchsteitzerin Annerose Körner.

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