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Wochenspiegel > Zeitz > Kolumne > Neues von Halles Lästerschwestern: Wir allein sind die Guten! >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 14.03.2014 um 19:20:02

Neues von Halles Lästerschwestern: Wir allein sind die Guten!

Susi & Susi. Susi & Susi.
Foto: Hallesches Fotoatelier
Wir haben bei offenem Fenster geschlafen (ist das überhaupt noch en vogue?). Sind rechtzeitig zu Bett gegangen und auch wieder aus den Federn gekommen. Der frühe Vogel - Sie wissen schon... Haben nach 18 Uhr Magen und Darm mit nichts Beschwerlichem mehr belästigt, nachdem wir ein gesundes Frühstück, ein stärkendes Mittagessen und ein leichtes Abendbrot zu uns nahmen. Vegetarisch natürlich. Haben zuvor eine ordentliche Work-Life-Balance zelebriert. Also innerhalb der vorgegebenen Arbeitszeit diszipliniert die To-do-Liste abgearbeitet. Prioritäten gesetzt. Konzentriert eines nach dem anderen erledigt. Niemanden am Telefon abgewürgt oder abgekanzelt, auch wenn er uns mit einer Banalität im Ohr lag. Aufkommende Konflikte haben wir stets erfolgreich in Kompromisslösungen für alle Beteiligten umgewandelt. Sind dabei nicht ein einziges Mal laut geworden. Jeder Person, mit der wir zu tun hatten, sind wir mit angemessener Wertschätzung begegnet. Haben uns dabei aber immer auch selbst behauptet. Haben nie klein beigegeben und nie unangemessen aufgetrumpft. Haben keinmal nach Arbeitszeitschluss an die Arbeit gedacht. Stattdessen an die armen, hungernden Kinder in Südafrika und für sie gespendet. Haben die Treppe statt den Aufzug genommen. Den Müll trennen wir, seit wir denken können. Energie sparen wir, wo es nur irgend geht. Keine unnütz leuchtende Lampe ist vor unserer Abschaltung sicher. Mit dem eigenen Auto wird nur noch gefahren, wenn es sich nicht umgehen lässt - natürlich Kleinstwagen. Elektro- oder gasangetrieben. Ansonsten Fahrrad, Bahn oder per pedes. Nachhaltig und öko gekleidet. Auch Filzpullover haben heutzutag modischen Schick. Biken ohne Helm? Niemals nicht! Gen-Mais kommt uns nicht auf den Teller. Gemüse außerhalb des Wirkbereiches unseres Biobauern des Verrauens sowieso nicht. Abfall? Wird kompostiert. Ach, was sind wir doch für gute Menschen! Die, die das noch toppen könnten, müssen erst noch geboren werden! Susi & Susi

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