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Wochenspiegel > Zeitz > Kolumne > Neues von Halles Lästerschwestern: Was tun, sprach Zeus.... >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 29.05.2015 um 17:54:22

Neues von Halles Lästerschwestern: Was tun, sprach Zeus....

Susi & Susi Susi & Susi
Foto: Hallesches Fotoatelier
Es gibt tatsächlich Leute, die meinen, dass Samstag und Sonntag jene zwei Tage in der Woche sind, an denen man wirklich tun und lassen könne, was man wolle. Mal richtig ausschlafen? Denkste Puppe! Irgendeinen gibt's immer, der schon in der Früh durchs Haus oder die Wohnung donnert, um dem berühmten Wurm, dem man heutzutage verpflichtet ist hinterherzujagen, endlich mal zu einzufangen. Und Rasenmäher oder Laubsauger kann man auch nicht früh genug anwerfen. Spätestens nach der gesetzlichen Nachtruhe zwischen 22 bis 6 Uhr ist in den hübschesten Wohnsiedlungen gerade am Wochenende Schluss mit lustig. Gut, Ohrstöpsel und Schlafmaske könnten den Frühmorgenlärm ein wenig mildern, aber schon bei der Vorstellung dieses Anblickes verfliegt doch jeder noch so große Ausschlafwille auf der Stelle, oder? Zurück zur Ausgangsfrage: Was macht man nun mit der Option, tun zu können, was man wolle? Fernsehen? Gähn! Hausarbeit? Die möchten wir sehen, die das WIRKLICH GERN tun wollen! Es sei denn, sie haben zu viel Haushaltsutensilien-Werbung geguckt. Auf sensible Gemüter kann die dort versprühte Seligkeit bei der Hausarbeit schon mal ein bissel abfärben. Alle anderen verschaffen sich bitteschön Erlebnisse. Als Wochenendvergeuder geschmäht zu werden, ist schließlich keine lustige Angelegenheit. Also: an einem Bananen-Wettessen teilnehmen, einen Horrorfilm im Wald angucken, eine Schnitzeljagd im Dunkeln mitmachen oder in irgendeinen Zug setzen und ins Nichts fahren. Im Falle eines Lockführerstreiks stellt man sich eben auf den Bahnhof und guckt dabei zu, wie die Züge nicht fahren. Der geneigte Leser ahnt es, diese sinnfreien Wochenendtätigkeiten sind nicht ausgedacht, die hat jemand in einer repräsentativen Studie unter 6 000 Erwachsenen in fünf Ländern abfragen lassen. Beim bayerischen Kabarettisten Gerhard Polt sind sie offenbar nicht gewesen. Und so ist ihnen dessen schöne Beschäftigung entgangen: „Ich sinnlose gerne mal vor mich hin."  Susi & Susi

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