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Wochenspiegel > Zeitz > Kolumne > Neues von Halles Lästerschwestern: Der Fluch der Muße >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 14.03.2016 um 20:15:05

Neues von Halles Lästerschwestern: Der Fluch der Muße

Susi & Susi Susi & Susi
Foto: Hallesches Fotoatelier
Es geht ja nix über Entspannung heutzutage. Eine ganze Dienstleistungsmafia hat sich um dieses Zaubermittel herum entwi-ckelt, weil man der Gehetzheit inmitten all der digitalen Raserei irgendetwas entgegensetzen muss und sich hieraus veritable Geschäftsmodelle kreieren lassen. Zu dem von uns erfundenen Mittel Fluch-Yoga haben wir uns ja schon in der vergangenen Woche ausgiebig geäußert. Wir könnten da durchaus mal einen Testballon starten und an eine der Bürotüren ein Schild pappen: „Fluch-Yoga in der Mittagspause. Brüll-Entspannung in zehn Minuten. Krankenkasse erstattet die Hälfte der Kosten". Mitzubringen braucht man dazu nichts weiter als seinen angesammelten Frust. Klar, schalldicht isolieren lassen wir den Raum vorher schon. Muss ja nicht jeder von jedem dessen Frustgeschrei mitkriegen. Sooooo weit wollen wir es mit der viel gelobten Transparenz ja nun auch nicht treiben. Wir arbeiten also am besten in Einzelsitzungen. Zehn Minuten Brüllen mit Gymnastikbewegungen, dann ist der nächste dran. Was wir mit denen machen, bei denen Rumschreien nicht hilft? Die schicken wir in einen Nebenraum. Ohne Schalldämpfung. Hier steht dann nichts weiter als ein großes Aquarium, in dem sich grüne Pflanzen sanft im Wasser wiegen und viele bunte Fische tummeln. Fische-Gucken ist nämlich unschlagbar, wenn es um das Senken des Blutdrucks und die Verringerung der Herzschlag-Frequenz geht. Jüngst wissenschaftlich untersucht von Psychologen aus Plymouth (Stadt in England in der Grafschaft Devon). Wenn die Berufsgenossenschaften das richtig spitzkriegen, werden sie sich wohl bald nicht mehr nur um ergonomische Bürostühle und Bildschirmbrillen kümmern, sondern auch Aquarium-Yoga in ihren Katalog der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz aufnehmen. Ja und dann hätten wir da noch folgenden Ansatz für ein entspannendes Geschäftsmodell in petto: Umarmen soll die am Knuddeln Beteiligten selbstsicherer, sozialer und glücklicher machen ... Susi & Susi

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