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Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 19.10.2018 um 18:28:19

Neues von Halles Lästerschwestern: Entscheidend ist, was vorne reinkommt

Susi & Susi Susi & Susi
Foto: Hallesches Fotoatelier
Da brat uns doch einer einen Storch! Kaum lässt jemand die Künstliche Intelligenz (KI) tatsächlich was erledigen, fällt die ins Mittelalter zurück. E-Commerce-Riese Amazon wollte sich die Suche nach geeignetem Personal einfach(er) machen und fütterte dafür das System mit Bewerbungen aus den vergangenen Jahrzehnten. Und was lernte der Algorithmus dabei? „Mann sein" ist ganz hoch zu bewerten, „Frau sein" aber nicht. Weshalb das System aus 100 Bewerbungen automatisch stets die fünf besten Männer aussuchte. Tja, das ist dann ja richtig dumm gelaufen. Denn als die physische „Intelligenz" Einfluss auf das System nahm und ihm befahl, das Wort „Frau" neutral zu betrachten, half das kein Bisschen. Die KI spuckte weiter wie bisher die jeweils fünf besten Männer-Bewerbungen aus. Daraufhin wurde das Projekt gestoppt, weil man „die Hoffnung daran verloren habe". Da kann die holde Weiblichkeit auf der Welt ja noch von Glück reden, dass keiner auf die Idee gekommen ist, die KI ernst zu nehmen. Wenn schon ein rein analytisch arbeitender Algorithmus zu dem Ergebnis kommt, dass Männer bei E-Commerce-Jobs immer die bessere Wahl sind, dann müsste da ja wohl auch was dran sein, oder? Diese Traute hatte dann aber bei Amazon doch keiner. Im Gegensatz dazu entblößten sich im Netz einige, die auf so ein Ergebnis nur gewartet zu haben schienen. Eine betriebseigene #MeeToo-Debatte können sie bei Amazon wohl gerade nicht gebrauchen. Und auf alle Billig-SchufterINNEN in den Verteilzentren wollen (und können!) sie sicher auch nicht verzichten. Hoffen wir mal, dass sie daraus lernen. Und sie der KI künftig nicht weiterhin überwiegend Bewerberdaten von Männern - wie in diesem Falle geschehen - zu „fressen" geben. Denn das war der entscheidende Punkt. Die Tech-Männer können froh sein, wenn die Tech-Frauen jetzt nicht Gleiches mit Gleichem vergelten. Eine KI ausschließlich mit BewerberINNEN-Daten füttern ist ja nun wirklich überhaupt kein Akt. Susi & Susi

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