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Wochenspiegel > Zeitz > Kolumne > Neues von Halles Lästerschwestern: Wann reicht's zum Reichsein? >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 25.01.2019 um 18:24:19

Neues von Halles Lästerschwestern: Wann reicht's zum Reichsein?

Susi & Susi Susi & Susi
Foto: Hallesches Fotoatelier
Sind Sie reich? Ja, genau Sie, die Sie dies lesen, würden Sie sich zu den Menschen zählen, die reich sind, also über mehr Geld verfügen, als Sie zum Leben brauchen? Nein? Das haben wir uns fast gedacht. Gut, Halle und Umgebung gelten nicht gerade als DAS Mekka des wirklichen Geldadels. Aber das hat weniger zu bedeuten als Sie denken. Denn Ihre Antwort ist, so sagen es Psychologen, vor allem deshalb nur allzu menschlich, weil eben auch Sie garantiert genügend Menschen kennen, die mehr Kohle haben als Sie. Reich - und das glauben die Menschen fast überall auf der Welt - sind IMMER die anderen. Und je mehr Geld man selber hat, um so höher schraubt man den Grenzwert, ab dem man den „wahren" Reichtum bemisst. Der olle Friedrich Merz hat es jüngst beispielhaft demonstriert mit der Einordnung seines Millionenvermögens in den „gehobenen Mittelstand". Selbst die, die immer wieder neue Einkommensquellen zum Immer-reicher-Werden erschließen, ge-öhnen sich stets schnell an das neu dazugekommene Geld und bekommen genauso ratz-fatz schlechte Laune wie alle anderen, wenn sie auf einmal gehabtes Geld wieder verzichten sollen, weil jemand daher kommt (und der kommt garantiert!), der davon abhaben möchte. Schließlich kann man mit dem vielen Geld selbst jede Menge anstellen: horten, durch geschicktes Anlegen vermehren, andere damit bestechen, verstecken, ins steuersparende Ausland transferien, spenden, verprassen, verschenken oder auch vererben. Mit letzterem kann man die bucklige Verwandtschaft bis zum allerletzten eigenen Atemzug nach seiner Pfeife tanzen lassen. Mit dem dann einsetzenden Gezerre um die hinterlassenen Kröten sowie der Blitzverwandlung vom aufopferungsvollen Anverwandten hin zum unerbittlich Habenwollenden braucht man sich als Vererber ja nicht mehr rumschlagen. Aber genug damit! Irgendwie hat für ums der aus der Mode gekommene Grundsatz „Über Geld spricht man nicht!" (Das hat man) seinen Charme noch nicht ganz verloren. Susi & Susi

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