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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 23.04.2019 um 15:14:58

Die Kröten wandern wieder

Beim Autofahren bitte Rücksicht nehmen... seit Kurzen sind wieder Frösche, Kröten und Co. wie hier in Zörbig zu ihrer Laichwanderung aufgebrochen. Doch der Weg ist gefährlich, denn viele Tiere werden unterwegs auf Straßen überfahren. Beim Autofahren bitte Rücksicht nehmen... seit Kurzen sind wieder Frösche, Kröten und Co. wie hier in Zörbig zu ihrer Laichwanderung aufgebrochen. Doch der Weg ist gefährlich, denn viele Tiere werden unterwegs auf Straßen überfahren.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (1 Bild)
Beim Autofahren bitte Rücksicht nehmen... seit Kurzen sind wieder Frösche, Kröten und Co. zu ihrer Laichwanderung aufgebrochen. Doch der Weg ist gefährlich, denn viele Tiere werden unterwegs auf Straßen überfahren.

Die derzeit wärmeren Temperaturen lösen nicht nur bei Menschen Frühlingsgefühle aus, sondern auch bei Fröschen, Kröten, Molchen sowie Unken und locken diese aus ihren Winterquartieren. Nachdem sie den Winter in Wald oder Garten in frostsicheren Verstecken zugebracht haben, ziehen Kröten, Frösche u. a. Amphibien nun wieder zu ihren Geburtsgewässern, um abzulaichen. Während der Laichwanderungen sind Amphibien von den Auswirkungen des ständig wachsenden Straßennetzes betroffen. Speziell der Autoverkehr macht unseren Amphibien jetzt das Überleben so schwer.

„Das Straßennetz spielt hier eine wesentliche Rolle, weil dadurch Lebensräume zerschnitten werden und die Amphibien auf ihrer Wanderung die Straßen überqueren müssen“, berichtet Annette Leipelt vom NABU Sachsen-Anhalt. „Die Erdkröte benötigt etwa 10-20 Minuten, um eine 15 Meter breite Straße zu überqueren. Frösche sind zusätzlich gefährdet, weil sie nicht fliehen, sondern im Scheinwerferlicht verharren. Untersuchungen haben ergeben, dass bei einer Verkehrsdichte von 60 Autos pro Stunde bereits 90 Prozent der wandernden Erdkröten überfahren werden, die teilweise auf ihrer Wanderung zum Laichgewässer bis zu zwei Kilometer zurücklegen können“.

Dort, wo alte Amphibienwanderwege auf neue Straßen treffen, werden alljährlich unzählige Tiere überfahren - Grund genug für die Naturschützer, einzugreifen. Sie spielen Kröten-Lotsen, um den kleinen Verkehrsteilnehmern eine Überquerung der Straßen zu ermöglichen. „Nicht die natürlichen Feinde, sondern der Mensch und speziell der Autoverkehr machen unseren Amphibien jetzt das Überleben so schwer“, erläutert Leipelt. „An den meisten Straßen gibt es keine technischen Einrichtungen zum Schutz der Tiere.“ Oft weisen aber Schilder auf Wanderungen hin.

Der Beginn der Wanderung wird durch die innere Uhr der Tiere sowie die Außentemperatur gesteuert und beginnt in der Regel, wenn die Nachtemperaturen 5 Grad Celsius überschreiten. Regen verstärkt die Wanderbereitschaft. Hauptwanderzeit sind die Monate März und April. Bereits während der Kaulquappenphase erfolgt die Prägung auf das Laichgewässer. Zur Fortpflanzung kehren daher viele Amphibien an ihr Geburtsgewässer zurück. So passiert es, dass alljährlich unzählige Tiere überfahren werden, wo alte Amphibienwanderwege auf neue Straßen treffen. Aber auch die Verkehrszunahme an bislang wenig befahrenen Straßen kostet zahlreichen Tieren das Leben. Der NABU appelliert daher an Autofahrer, Rücksicht zu nehmen.
 
An den meisten Straßen gibt es bisher keine festen technischen Einrichtungen zum Schutz der Tiere. Oft weisen aber Schilder zur Sicherheit auf Wanderungen hin! Grund genug für die viele Naturschützer einzugreifen. Sie spielen Kröten-Lotsen.
NABU-Gruppen und auch Mitarbeiter der Naturschutzbehörde vom Landkreisen Anhalt-Bitterfeld sind Jahr für Jahr aktiv, stellen Fangzäune und Warnschilder auf, tragen Kröten über die Straße, um den Amphibientod an unseren Straßen zu verhindern. Besonders gefährdete Abschnitte werden möglichst frühzeitig durch Krötenzäune gesichert. Während der Wanderzeit, insbesondere in den Morgenstunden, werden diese Schutz-Zäune kontrolliert, um die Tiere, die so von der Straße ferngehalten werden, über die Straße tragen zu können. Die Handarbeit ist hier unverzichtbar, da noch nicht überall Krötentunnel, wo Massenwanderungen auftreten, installiert sind.

„Wir möchten erreichen, dass an den gefährdeten Abschnitten bei Straßensanierungsmaßnahmen Krötentunnel als Teil der ökologischen Durchgängigkeit mit vorgesehen werden, denn das Absammeln an den Krötenzäunen kann nur eine Zwischenlösung sein. Bisher ist das an einigen Stellen bereits im Zuge von Straßensanierungen erfolgt, aber das reicht längst noch nicht aus“, so der NABU.

Bundesweit werden jährlich über 2.000 Amphibienzäune aufgebaut. Diese ehrenamtliche Arbeit ist auf zahlreiche Helfer angewiesen.

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