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Wochenspiegel > Bernburg > Menschenskinder: Der Alltag der Rettungsflieger >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 10.10.2019 um 09:50:10

Menschenskinder: Der Alltag der Rettungsflieger

Roland Mühl ist Rettungshubschrauberpilot und sein Traumberuf, der Hubschrauber H 135 ist „seine“ Maschine, die er fliegt und hier vor dem Einsatz checkt.  Roland Mühl ist Rettungshubschrauberpilot und sein Traumberuf, der Hubschrauber H 135 ist „seine“ Maschine, die er fliegt und hier vor dem Einsatz checkt.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)

Wochenspiegel-Themenjahr „Menschenskinder“ stellt gewöhnliche und besondere Menschen vor – diesmal Rettungshubschrauberpilot Roland Mühl. Tagtäglich sorgen sie dafür, dass verletzte Menschen gerettet und medizinisch versorgt werden können – wo auch immer sie sind – und, dass die Menschen von einer zur nächsten Klinik geflogen werden.

Halle/Oppin (ts). Der Alarm des Piepsers, ausgelöst von der Leitstelle, ertönt. Nun geht alles ganz schnell. Nur wenige Augenblicke später sitzt die in Oppin bei Halle stationierte Crew im Intensivtransporthubschrauber. Die Crew, das sind ein Pilot, ein Notarzt und der HEMS-TC, letzterer ist ein speziell ausgebildeter Notfallsanitäter und Co-Pilot, quasi die rechte und linke Hand des Notarztes und des Piloten.

Pilot Roland Mühl startet die Triebwerke des H 135-Rettungshubschraubers, dann der Schnellcheck der Systeme. Nun geht es mit Höchstgeschwindigkeit in Richtung Einsatzort. Die Koordinaten werden von der Leitstelle direkt ins GPS-System übertragen. Im Normalfall ist das Rettungsteam innerhalb von 2 Minuten in der Luft. Alltag für das Team von „Christoph Halle“.

Der Tag der Crew in Oppin beginnt sieben Uhr, Pilot Roland Mühl ist auch der Leiter der Tagschicht. Er und die anderen der Schicht checken als erstes die Maschine, ein halbe Stunde dauert die Techniküberprüfung. Dann werden das Flugwetter gecheckt und die möglichen Landeplätze überprüft. Alsdann führt der gebürtige Schwarzwälder ein Briefing durch. Jetzt sind Technik und Menschen einsatzbereit. Roland Mühl hat seinen Traumberuf gesucht und gefunden. Schon als Kind stand fest: „Ich werde Hubschrauberpilot und rette Menschen“.

Aufgewachsen in Todtnau im Schwarzwald bewirbt sich Mühl als Berufshubschrauberführer, dafür gibt es drei Möglichkeiten. Über die Bundeswehr, bei der Bundespolizei oder über den privatwirtschaftlichen Weg. Roland Mühl wählt den Weg ins Cockpit über eine private Flugschule. Voraussetzung ist körperliche und geistige Fitness. Bevor man überhaupt eine Chance hat, muss man einen Eignungstest in drei Phasen bestehen.

Neben gängigen Einstellungstests wie Mathematik und Deutsch werden grundlegende Fähigkeiten, wie Leistungsbereitschaft, Ausdauer, Teamgeist, Disziplin, Verantwortungsbewusstsein und körperliche Belastbarkeit bewertet. Phase zwei ist die Überprüfung der medizinischen Tauglichkeit als Pilot, Phase drei dann eine psychomotorische Eignungsfeststellung. Der heutige Hallenser übersteht alle Phasen und beginnt die Ausbildung, welche je nach Ausbildungsstätte zwei bis drei Jahre dauert.

Rettungspilot ist man dann auf alle Fälle nicht gleich. Dafür braucht es Erfahrung und eine gewisse Anzahl an Flugstunden.
Die sogenannten Sammlungsstunden erlangt der heute 47-Jährige bei der Arbeitsfliegerei. Dabei transportiert Mühl Personen und Lasten, überprüft von der Luft aus Hochspannungsmasten und kontrolliert Pipelines. Nach sieben Jahren bewirbt er sich bei der DRF Luftrettung und 2008 wird in Halle-Oppin eine Stelle frei. Roland Mühl zögert keinen Moment und nimmt das Angebot der DRF Luftrettung mit Hauptsitz in Filderstadt in Baden-Württemberg an.

Von der Schwarzwaldregion nach Sachsen-Anhalt bedeutet für den Piloten auch das private Glück, hier lernt er seine Frau und somit den Lebensmittelpunkt in der Region Halle kennen. In Oppin ist die Rettungsstation im Juni 1991 am Flughafen Halle/Oppin gegründet worden. An der Station kommen zwei Hubschrauber zum Einsatz: Ein Hubschrauber des Typs H 145 (Christoph Sachsen-Anhalt) und ein Hubschrauber des Typs H 135 (Christoph Halle).

Roland Mühl steuert den Typ H 135 und ist dessen Stationsleiter. Der hochmoderne H 135 ist mit einem Glascockpit ausgerüstet, in dem die Piloten alle wichtigen Flugdaten auf großen Bildschirmen angezeigt bekommen. Zusammen mit dem Vier-Achsen-Autopiloten, einer hochmodernen satellitengestützten Navigation und einem Anti-Kollisions-System, stellt dieser Hubschraubertyp für Mühl und die anderen Piloten eine erhebliche Entlastung für die Sichtflug- und Umgebungsbeobachtung dar. „Christoph Sachsen-Anhalt“ ist der einzige Intensivtransporthubschrauber in Sachsen-Anhalt, der 24-Stunden täglich einsatzbereit und täglich von 07:00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang unterwegs ist. Die Hallenser Hubschrauber führen Notfalleinsätze durch, um schnellstmöglich einen Notarzt zum Patienten zu bringen. Zudem werden lebenswichtige Intensivtransporte von Patienten zwischen Kliniken durchgeführt.

Dazu kommen ECMO-Transporte (transportable Herz-Lungen-Maschine) und Inkubator-Transporte, bei denen Frühgeborene bzw. Babys mit schweren gesundheitlichen Problemen in einem speziellen Brutkasten transportiert werden. ECMO-Transporte werden in Zusammenarbeit bzw. im Auftrag der Universitätsklinik Halle durchgeführt. Gut die Hälfte der Flüge sind sogenannte Sekundärverlegungen von einer Klinik in eine andere spezialisiertere Klinik. Im Jahr 2018 gab es 2.159 Einsatzflüge, im ersten Halbjahr 2019 bis dato 1.035, davon 477 Notfalleinsätze.

Für Roland Mühl ist dieser Beruf, der tagtägliche Herausforderungen bereithält, die manchmal auch an die „Nieren“ gehen, nach wie vor ein, sein Traumberuf. Er hat keine Sekunde bedauert und würde diesen Schritt immer wieder gehen.

Leserkommentare:


Mathias, Hannover:
"Diese Piloten sind echte Helden des "Alltags " ! Hut ab vor diesen Menschen die Tag täglich, wie alle anderen Retter bundesweit, ein hohes persönliches Risiko eingehen, um ander Bürger unseres Landes zu retten! Danke Roland und Danke Christoph Halle!"


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