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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 10.06.2020 um 15:05:27

Der Sonne wieder entgegen…

Reiseverkehrsfrau Jutta Zacharias und die Wirtschaftstourismusexpertin Kristin Vetter, planen die ersten Busreisen in Deutschland und benachbarte Länder.  Reiseverkehrsfrau Jutta Zacharias und die Wirtschaftstourismusexpertin Kristin Vetter, planen die ersten Busreisen in Deutschland und benachbarte Länder.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Der Wochenspiegel lässt sich von Reisen mit Erlebnissen und Anekdoten erzählen... hier wollen wir die Reiselust wieder wecken. Wir haben dazu Reiseprofis besucht. Heute sind wir bei Vetter Touristik, einem Busreise- und Touristikunternehmen aus Salzfurtkapelle.

Salzfurtkapelle (ts).
Christin Vetter atmet auf und man kann den Stein plumpsen hören, der ihr vom Herzen gefallen ist. Drei Monate ging auch bei Vetter Touristik nicht viel. Die Reisebüros waren geschlossen, die Reisebusse standen still. Die Reisebüros haben jetzt seit einigen Tagen wieder geöffnet und die Reisebusse werden auf Vordermann gebracht. „Bis zum März war die Weit der Reisebüros, der Busveranstalter und auch der Reisenden in Ordnung.

Doch ab 17. März, dem Tag, als die weltweite Reisewarnung ausgesprochen wurde, trat etwas schier Undenkbares ein; der komplette Tourismus wurde lahmgelegt, sämtliche Ferienhotels geschlossen, Busse abgemeldet, eine unternehmerische Tragödie“, denkt Christin Vetter zurück. Auch auf das mittelständische Unternehmen Vetter hatte die Corona-Pandemie weitreichende Folgen. 15 Reisebusse standen still, die Fahrerinnen und Fahrer in Kurzarbeit, die Busse wurden stillgelegt. Nach zwölf Wochen Hoffen und Bangen kehrt Leben in die Touristikbranche ein. Alle Reisebüros, auch die der Vetter Touristik, haben wieder geöffnet. Die Diplom-Kauffrau und Reisespezialistin hat zu Pfingsten selbst ihren, wie sie meint. Lieblingsort an der Ostsee, Ahlbeck getestet und weiß zu berichten.

„Mit der Maskenpflicht werden wir einen Umgang finden müssen, solange es die Bundesregierung vorgibt. Die Maske muss auf dem Weg zum Tisch im Restaurant und auch beim Aufstehen, z. B. um auf die Toilette zu gehen, genutzt werden. Ansonsten gilt das Gebot des Mindestabstandes. Die Tische in Gaststätten und auch Strandkörbe stehen weiter auseinander. Dies ist jedoch nicht negativ, da man so ungestörter ist. Auch von Buffets musste man sich in vielen Restaurants trennen“, schaut die 36-Jährige positiv in die Zukunft. Mutter Birgit Vetter ist erleichtert: „Ziele, wie die Spanischen Inseln, Kroatien, Türkei und auch Griechenland, sind wieder im Fokus der Touristen und mit großer Gewissheit auch im Coronasommer bereisbar“.

Es ist eine Zeit des Umbruchs, als Birgit Vetter beschloss sich 1990 selbstständig zu machen. Zu Zeiten der DDR arbeitete sie als Ökonomin bei Sternradio. Ihr Schwiegervater Wolfgang Vetter leitete schon damals dem Omnibusbetrieb in Salzfurtkapelle. Die Geschäftsfrau erkannte schnell, dass Tourismus ein großes Thema in der neuen Zeit ist und gründete so am 01.07.1990 die Vetter-Touristik Reiseverkehrsgesellschaft mbH. 1992 verfügte das Unternehmen schon über acht Reisebüros, hauptschlich im Landkreis Bitterfeld. Drei Jahre später wurde ein wesentlicher Service etabliert. Der Flughafentransfer mit Haustürservice bei Busreisen machte den Urlaub ab der Wohnungstür bequemer. 

2006 folgte ein weiterer „Wendepunkt“. Auf der Goitzsche wird das erste Fahrgastschiff durch die Vetter Touristik eröffnet. Nach einer öffentlichen Namensvergabe bekommt das Schiff den Namen "VINETA" und ist seitdem ein großer Erfolg. Auch nach der Coronaschließung fährt dieses Fahrgastschiff wieder. 2007 bekommt die Geschäftsführung Unterstützung. Kristin Vetter tritt nach erfolgreichem Tourismuswirtschaftsstudium in die Geschäftsführung ein.  In den letzten Jahren arbeiten Mutter und Tochter Hand in Hand gut zusammen. Mit Leidenschaft für die Menschen, sowohl für Kunden als auch für Mitarbeiter, ist das Mutter–Tochter-Team täglich auf Arbeit. 

Ob es dabei zu Streitigkeiten kommt? „Weniger als während meiner Pubertät!“, sagt Kristin Vetter mit einem Schmunzeln. „Wir ergänzen uns sehr gut. Meine Tochter ist kreativ, schreibt den Buskatalog und hat immer ein offenes Ohr für die Reisebüros. Dabei verliert sie zum Glück die Wirtschaftlichkeit nicht aus dem Auge. Ich habe die Busflotte, das Kreuzfahrtengeschäft und den Großteil des Einkaufs der Reisen im Überblick.“, ergänzt Birgit Vetter. Mit dieser Kombination sind die beiden auch gut durch die Coronasituation gekommen.

35 Reisebüros und 120 Mitarbeiter sind mittlerweile in der Touristiksparte von Vetter entstanden bzw. beschäftigt. Zwei davon erzählen auch gerne Anekdoten. 
Marion Pchalek ist seit über 20 Jahren im Unternehmen und Reiseleiterin mit Herz und Seele und erzählt „Wie ein Umweg glücklich machte…“ - Sie begleitete vor Jahren die erste Reise nach Andorra zum „Gelben Zug“. Es war brütend heiß und alle 40 Reisenden stiegen in den Zug ein. Als alle Mitreisenden an einer Station ausgestiegen waren, wunderte sich die Hostess, dachte jedoch weiterhin, dass die Endetappe anders heißt. Und so blieb die Gruppe sitzen.  An der Endstation stand auch der Bus, den sie noch sah. Aber der Zug hielt nicht. Er drehte um und fuhr zurück. Alle wunderten sich und waren unruhig. Somit wurde der Zeitplan komplett zerworfen. Alles verzögerte sich und der Bus musste auch einen zusätzlichen Stopp einlegen und dieser Stopp sorgte für ein gutes Ende: Nur durch den Umweg standen die Kunden an einer Aussichtsplattform und überblickten die Sejourne Brücke gerade in dem Moment, als der gelbe Zug über diese fuhr. „Ein unvergesslicher Augenblick“, wie die Reisehostess meint. Dieses Viadukt begeisterte die Reisegruppe so sehr, dass sie sehr glücklich über die Ausstiegspanne war… auch die Reiseexpertin Jutta Zacharias erinnert sich zurück: „Ich liebe es, eigene Gruppenreisen aufzulegen und zu begleiten. Die Wolfener Reisegäste freuen sich auf solche Touren“, schmunzelt die Reiseverkehrskauffrau.

2018 war die Reisegruppe zusammen auf „Mein Schiff“ unterwegs. Durch Zufall trafen sich alle im Modegeschäft des Schiffes und kamen mit der Verkäuferin ins Gespräch. Die Verkäuferin fragte die Gruppe kurzerhand, ob sie nicht Teil der abendlichen Modenschau sein möchte. Zuerst zierten sich alle. Eine Dame meldete sich jedoch begeistert und so ließen sich auch die anderen anstecken. „Ich selbst und auch die weiblichen und männlichen Reisenden waren Teil der Show, bekamen dafür einen Einkaufsgutschein und erlebten einen wunderschönen Abend als Model“, freut sich die Reiseexpertin heute noch darüber.

Jetzt sind die Vetters und Mitarbeiter froh, wieder Busreisen durchführen zu können. Die erste Fahrt führt nach Kühlungsborn an die Ostsee, weitere Ziele in Deutschland werden je nach Reisebeschränkung folgen. „Besonders froh sind wir, dass wir wieder unseren erfolgreichen Pendelverkehr an die polnische Ostsee durchführen können. Wöchentlich bringen wir Erholungs- und Kurgäste nach Swinemünde und Kolberg. Weitere Ziele in Europa sind zudem Österreich, Tschechien und Italien“, so die 35-Jährige und ist einfach nur froh, dass es wieder losgeht.

 

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