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Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 16.12.2014 um 15:46:18

Freie Fahrt auf der B6n bei Köthen

Köthen (red). Die Ortsumfahrung Köthen der B6n („Nordharzautobahn“) ist frei. Am Vormittag des 16. Dezember 2014 gaben Landes-, Bundes- und Kommunalpolitiker mit vielen Worten zur Bedeutung des Projektes das Teilstück der neuen Bundesstraße frei. Drei Jahren und neun Monaten dauerte die Bauzeit. „Damit rückt die Anbindung der B6n an die A9 ein großes Stück näher“, sagte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel bei der Verkehrsfreigabe.





Ein extra schwarz-rot-goldenes Band wurde angefertigt, welches durch Verantwortliche am Ende zerschnitten wurde. Ein Akt, der die Freigabe symbolisierte. Fast hätten die Scheren gar nicht für alle „Durchschnittsbevollmächtigten“ gereicht. Aber am Ende waren doch genug vorhanden.

Spätestens am Nachmittag dürften alle Absperrungen beseitigt sein, sodass die Strecke von der B183 ab Köthen (Richtung Bitterfeld) bis zum Ortseingang Bernburg durchweg befahrbar ist.

Wenn im Sommer nächsten Jahres die Ortsumfahrung Bernburg – von der L 65 bis zur alten B 185 – fertig sei, fehlten nur noch ganze 15 Kilometer bis zum Anschluss an die Autobahn bei Thurland im Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

Die Komplettierung der West-Ost-Trasse bleibe nach Webels Worten eines der wichtigsten Verkehrsvorhaben für die kommenden Jahre. Als bedeutende Querverbindung erschließe die B6n den gesamten Raum nördlich des Harzes, binde ihn an die anderen großen europäischen Verkehrsachsen an und bilde damit das Rückgrat für die weitere wirtschaftliche und touristische Entwicklung der Region.

Der Neubau der rund 13,5 Kilometer langen Umfahrung Köthen wurde in zwei Abschnitten realisiert und hat nach Auskunft des Ministers rund 60 Millionen Euro gekostet. Neben dem eigentlichen Streckenbau sind acht Brücken errichtet sowie sechs Knotenpunkte mit Kreis-, Bundes- und Landesstraßen gebaut worden.

Die Trasse verläuft südlich von Köthen, beginnend westlich von Kleinpaschleben, über Großpaschleben bis zum Anschluss an die B183. Die Stadt Köthen werde ab jetzt deutlich vom Durchgangsverkehr entlastet, betonte Webel.


Einige Eckdaten zur B6n:
 
  • voraussichtliche Gesamtkosten von der Landesgrenze Niedersachsen7Sachsen-Anhalt bis zur A9: rund 710 Millionen
  • Gesamtlänge von der Landesgrenze Niedersachsen/Sachsen-Anhalt bis zur A 9: 125 km
  • davon fertig gestellt: von der Landesgrenze NI/ST, einschl. der neuen Ortsumfahung Köthen: rund 105 km


Es gibt jedoch auf Widerstand für eine noch weitere Verlängerung über die A 9 hinaus. „Die B 6n mag für Köthen eine entlastende Wirkung haben, was natürlich den Köthenerinnen und Köthern nutzt.“ so konstatiert der Kreisvorsitzende der Bündnisgrünen in Anhalt-Bitterfeld Hinrich Nowak. „Aber es muss kritisch, unabhängig und fachlich anstatt politisch geprüft werden, ob die Weiterführung der B 6n Sinn macht. Wir Grüne bezweifeln dies stark.“

Das Land Sachsen-Anhalt habe für den Bundesverkehrswegeplan 2015 zwei Alternativstrecken angemeldet.

Weiter führen die Grünen an: Während die eine Linienführung mit voraussichtlichen Gesamtkosten von 179 Millionen Euro vorsehe, direkt durch die Dübener Heide in Richtung sächsische Landesgrenze führe, sei die zweite Variante Richtung Wittenberg geplant und nutzt im Wesentlichen die B100 und die B2, die durch einige Ortsumfahrungen ergänzt werden sollen. Hier würden Kosten von 100 Millionen Euro entstehen.
 
"Es zeigt sich doch sehr deutlich, dass eine Verlängerung über die A9 hinaus unsinnig ist. Viele Zahlen, wie zum Beispiel das prognostizierte Verkehrsaufkommen, liegen noch nicht vor, und die Argumente bezüglich der Zweckmäßigkeit der Bundesstraße sind sehr dünn. Die hohen Kosten und die zu erwartenden Belastungen der Bürgerinnen und Bürger, beispielsweise durch Straßenlärm oder die Beeinträchtigung von Naherholungsgebieten, stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen des Projektes. Zeitgleich wackeln, aufgrund der Nichtpriorisierung, wichtige Infrastrukturprojekte in anderen Teilen Sachsen-Anhalts, da die B6n bereits bis zu 179 Millionen Euro binden soll“ so der Grünenchef Nowak.

Seit Jahren kämpft auch das Aktionsbündnis „Für den Erhalt der Muldeaue und der Dübener Heide ohne B 6n“ gegen eine Fortführung der Bundesstraße von der A9 in Richtung Osten, die unter anderem mit enormen Beeinträchtigungen des Naturraumes und mit Belastungen für die Bewohnerinnen und Bewohner im Bereich der zukünftigen Trasse verbunden ist.

"Die Beeinträchtigung bedeutender Schutzgüter und die Zerschneidung von Verbundstrukturen wiegen schwer. Es gibt zahlreiche Konfliktpunkte mit Schutzgebieten vor allem in der Muldeaue und in der Oranienburger Heide. Beim Thema Hochwasserschutz wurden bisher auch nur lapidare Aussagen bezüglich der Auswirkungen auf einen nachhaltigen Hochwasserschutz gemacht. Punkte, die auch aus unserer Sicht deutlich gegen das Vorhaben sprechen.“ so Stefan Krabbes vom Aktionsbündnis.

Er kritisiert außerdem die Linienführungen: „Laut den uns vorliegenden Informationen, gibt es aus Sachsen keine Anmeldung für eine Fortführung der B6n. Eine Verlängerung ist äußerst unsinnig. Hier wird auf Kosten der Steuerzahlenden durchs Grüne ins Blaue geplant. Das ist inakzeptabel."







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