Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die vorhergehende Ausgabe

E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Damen und Herren,


zur Zeit bereiten wir eine neue Anzeigenannahme vor.

Schicken Sie Ihre Anzeige bitte vorübergehend an folgende E-Mail-Adresse:
info@wochenspiegel-halle.de

Telefon: (0345) 130 10 0
Fax: (0345) 130 10 61
Wochenspiegel > Bernburg > Politik > Haseloff mit Bürgersprechstunde in Bitterfeld >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 07.08.2015 um 09:40:09

Haseloff mit Bürgersprechstunde in Bitterfeld

Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff mit Anhalt-Bitterfelds Landrat Uwe Schulze (beide CDU), bei Sachsen-Anhalts erster Bürgersprechstunde. Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff mit Anhalt-Bitterfelds Landrat Uwe Schulze (beide CDU), bei Sachsen-Anhalts erster Bürgersprechstunde.
Foto: Thomas Schmidt
Ministerpräsident fragt nach: Wo drückt der Schuh? Ein gutes Dutzend Anliegen sollen den Weg zur richtigen Anlaufstelle finden.

Bitterfeld (ts).
Erhard Höppner läuft den Gang etwas nachdenklich hin und her, der Rentner aus Krina möchte sein Anliegen und sein Problem Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff unbedingt erläutern. Dazu bekommt er bei der ersten Bürgersprechstunde im Land, welche der Landtagsabgeordnete Lars-Jörn Zimmer (CDU) eingerührt hat, gut zehn Minuten Zeit. Dann öffnet sich die Tür und Haseloff persönlich begrüßt den "Bürger" und schon schließt sich die Tür des Büros, in dem sonst Landrat Uwe Schulze (CDU) seine Sprechstunde abhält, wieder. Der ist ebenfalls persönlich mit anwesend. Höppner erzählt dem Ministerpräsidenten, er sei bereits Rentner und betreibt mit seiner Frau das Landhaus in Krina, mit eigener Wildfleischverarbeitung.

Das ehemalige Schulhaus bauten die Höppners Mitte der neunziger Jahre zu einem Gasthaus mit Übernachtungsmöglichkeit um. Haseloff hört zu, unterbricht nicht. Dann kommt der Krinaer auf den Punkt. "Wie kann es sein, dass die Politik einen Hotelneubau an der Goitzsche zulässt, wo angeblich Betten-Notstand für Touristen herrscht und unser Haus hat eine Auslastung von 20 Prozent?", so der besorgte Krinaer. Haseloff zeigt Verständnis und verweist dennoch auf marktwirtschaftliche Prinzipien des Wettbewerbs.

"Sicherlich liegen Sie mit Ihrem Landgasthof etwas außerhalb der Tourismus-Regionen Wittenberg und Goitzsche, doch ich sehe gute Chancen, hier etwas zu ändern. Immerhin werden ein paar Kilometer weiter in Lutherstadt Wittenberg Gäste abgewiesen. Ich werde mit Elke Witt, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Anhalt-Wittenberg, und auch mit dem Verein Dübener Heide sprechen – dass Sie verstärkt in die Tourismusvermarktung mit aufgenommen werden", so Haseloffs vorläufige Antwort. Höppner ist durchaus angetan, lässt gleich ein paar Flyer da.

Auch Landrat Uwe Schulze signalisiert Unterstützung und lobt die hervorragende Küche und Gemütlichkeit des Gasthofes. Doch mit der Gemütlichkeit ist es beim nächsten Bürger nicht ganz so weit her. Michael Bock ist gebürtiger Bitterfelder und bekennendes AfD-Mitglied. Seine Sorge ist der Ruf von Bitterfeld. Er redet draußen über sein Anliegen und beschwert sich dabei über die sogenannte gewaltbereite Szene in Bitterfeld.

Die Darstellung in den Medien ist seiner Meinung nach überspitzt und so nicht zutreffend. "Es sind Einzelne und zudem ist nichts bewiesen, kein einziger wurde verurteilt, es gab zwei Festnahmen und jede Menge Medienpräsenz. Mein Bruder aus Köln hat mich angerufen und meinte, was denn in Bitterfeld los sei, warum dort so viel Gewaltbereitschaft herrscht - ich nehme diese nicht wahr. Bitterfeld ist eine attraktive und lebenswerte Stadt, die gerade dabei ist, sich touristisch zu entwickeln. Zudem stinkt der Fisch immer zuerst vom Kopf", so Bock.

Auch das Flüchtlingsproblem holt den Ministerpräsidenten ein. Am runden Tisch haben Peter Junge vom Goitzsche-Sportverein, der Bauunternehmer Joachim Woit und Fesehaye Asmelash, genannt „Fischi", Flüchtling und Asylsuchender aus Eritrea, Platz genommen. Dessen Fall ist in den letzten Wochen sehr öffentlich diskutiert worden. Kurz vor seiner Abschiebung (der Wochenspiegel berichtete), fand der 27-Jährige im Süden Sachsen-Anhalts, nach längerer Suche, Kirchenasyl in Merseburg.

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat einen Tag vorher seine Duldung vorläufig bis Mitte November bestätigt. Bauunternehmer Joachim Woit aus Görzig würde sogar neben „Fischi“ noch einen zweiten Asylbewerber im Bauhandwerk ausbilden, darf dies jedoch nicht. Zudem bietet der Bauunternehmer an, ein privates Grundstück zur Verfügung zu stellen.

Dort könnten sich die Asylbewerber einen Garten anlegen und ihrer Freizeitgestaltung selber organisieren. Auch eine Unterkunft hätte er zu bieten. Haseloff versteht das Problem und zeigt Verständnis, verweist jedoch auf die Zuständigkeit des Innenministeriums. Dort ist die Abteilung 3 für Kommunal- und Hoheitsangelegenheiten sowie Migration zuständig. Der Ministerpräsident wird die Leiterin Christa Dieckmann persönlich um Unterstützung und Hilfe bitten.

Ministerpräsident Reiner Haseloff unterhält sich insgesamt mit einem guten Dutzend Bürger über Probleme, Sorgen und Nöte. Weitere Belange waren Schulthemen, SED-Unrechtsangelegenheiten von Rückkehrern, Einzelhandelskonzepte, Breitbandausbau, Abwanderung, Bürokratie und Fördermittelverwendungen.

Sofortige Lösungen konnte Haseloff niemandem versprechen, dafür aber, dass die aufgeworfenen Fragen und Anliegen beantwortet werden. 

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Europagespräch im Wolfener Rathaus Europagespräch im Wolfener Rathaus Europagespräch in Bitterfeld-Wolfen... Wo stehen wir? - Wie muss sich Europa verändern? - Was erwarten wir von der Europäischen Union? ...
Anzeige
Unser Land
Frauenpolitisches Frühstück… im Frauenzentrum Wolfen Frauenpolitisches Frühstück… im Frauenzentrum Wolfen ...mit Heidrun Schubert und Britta Klobe - das Frauenpolitisches Frühstück mit zwei engagierten Frauen der Frauenunion. ...
Anzeige
Sommerinterview mit Innenminister Stahlknecht über Asylbewerber, Feuerwehren und Datenschutz Sommerinterview mit Innenminister Stahlknecht über Asylbewerber, Feuerwehren und Datenschutz Dessau (ak). Im Vorfeld der Innenministerkonferenz hatte Redakteurin Anke Katte Gelegenheit, mit Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht, der den...
Anzeige
Sag Ja!