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Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 28.04.2017 um 21:43:00

Symbolische Elbdeichschlitzung: Wiederherstellung des Auenwaldes im Lödderitzer Forst

Lödderitz/Aken (red). Der Hochwasserschutz in Sachsen-Anhalt ist am 28. April 2017 ein großes Stück besser geworden. Bei Lödderitz wurde ein neuer Deich seiner Bestimmung übergeben. Zuvor haben Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD), Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff (CDU), Landesumweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert (Grüne) den alten Deich symbolisch geschlitzt.

Was Anhalt-Bitterfelds Landrat Uwe Schulze (CDU) zum verbesserten Hochwasserschutz sagt und wie sicher sich Bürgermeister Jan-Hendrik Bahn mit seiner Stadt Aken fühlt, das sagen beide im Video (am Ende dieses Beitrages).

 
Konkrete Angaben zur Maßnahme gibt das Bundesumweltministerium in einer Presseinformation:

Die Elbe kann sich bei Hochwasser bald wieder breiter machen und erhält dafür mehr natürlichen Überschwemmungsraum. Möglich wird dies durch die Rückverlegung eines Deiches im Lödderitzer Forst bei Dessau, durch die eine 600 Hektar große Auenwaldfläche wieder an das natürliche Überflutungsgeschehen der Elbe angebunden wird.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks nahm zusammen mit dem Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff, und Vertretern des WWF an der symbolischen Schlitzung des alten flussnahen Deiches teil.

Nach Abschluss der Arbeiten Ende 2018 wird der Auenwald wieder seine natürliche Funktion als Überflutungsraum für die Elbe wahrnehmen können.

Bundesumweltministerin Hendricks: „Mit diesem Projekt bringen wir unser Ziel, den Flüssen mehr Raum zu geben, ein gutes Stück voran. Die neu gewonnene Überflutungsfläche wird beim nächsten größeren Hochwasser

den Wasserpegel für die Unterlieger der Elbe absenken. Aber der Auwald ist vor allem ein Geschenk für den Natur- und Artenschutz an der Mittleren Elbe. Hier ist an einem der letzten, nicht gravierend ausgebauten, aber schiffbaren Flüsse Deutschlands eine einzigartige Flusslandschaft mit einer naturnahen Stromtalaue erhalten geblieben.“

Das Projektgebiet in den Auen der Mittleren Elbe zwischen Dessau und der Saalemündung umfasst insgesamt 5.800 Hektar. Darin liegt ein zentraler Teil der größten zusammenhängenden Auenwaldkomplexe Mitteleuropas mit rund 2.750 Hektar Fläche.

Das Gebiet ist ein national und international bedeutsames Brut-, Rast- und Durchzugsgebiet für zahlreiche Vogelarten.

Im Bereich des Lödderitzer Forstes war ein großer Teil des Auenwaldes durch den alten Elbdeich von Überflutungen abgeschnitten. Im Fokus des insgesamt 17 Jahre dauernden Naturschutzgroßprojekts stand daher die Rückverlegung des Elbdeiches auf einer Länge von rund sieben Kilometern.

Übergreifende Ziele des Projekts sind der Schutz und die Wiederherstellung einer weitestgehend intakten, naturnahen und waldreichen Überflutungsaue als Lebensraum für die hier vorkommenden auentypischen Tier- und Pflanzenarten und ihre Lebensgemeinschaften.

Das Projekt wird zu 75 Prozent vom Bundesumweltministerium aus dem Programm „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ mit 24,8 Millionen Euro finanziert. Träger des Projektes ist der World Wide Fund for Nature (WWF Deutschland), der sich zusammen mit dem Land Sachsen-Anhalt ebenfalls an der Finanzierung des Projektes beteiligt.

Die Gesamtausgaben belaufen sich auf rund 33 Millionen Euro.


Weitere Informationen zu chance. natur:
www.bmub.bund.de/P455 und www.bfn.de/0203_mittlere_elbe.html

Weitere Informationen zur Hochwasservorsorge:
www.bmub.bund.de/P646

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