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Lothar Semlin Lothar Semlin
aktualisiert am 25.01.2019 um 07:46:58

Die Geschichte des Bieres


Bernburg (red). „Eine Biertour durch die Kulturgeschichte Europas“ war das Thema der Vorlesung des Seniorenkollegs der Hochschule Anhalt. „Bier ist nicht bloß ein Lebensmittel, es ist Lebensqualität!“ Das ist Motto vom Referenten, Professor Jean Titze vom Fachbereich „Angewandte Biowissenschaften und Prozesstechnik“ der Hochschule Anhalt. Mit diesem Engagement trug er das wissenschaftliche Thema auch locker und sehr unterhaltend vor.
Die Zuhörer erfuhren unter anderem, dass das Brauen des Bieres das älteste Handwerk zur Herstellung von Lebensmitteln ist. Das Brauwesen ist auch in der ältesten Gesetzessammlung der Welt, „Codex Hammurabi“ aus dem 18. Jahrhundert vor Christus genannt.
Zwar wurde durch das Erbe des Römischen Reiches in der christlichen Kirche zunächst Wein bevorzugt. Aber Bier blieb in den nördlichen Provinzen Europas erhalten und breitete sich besonders nach der Missionierung Irlands zum Christentum in Europa aus. Schutzheilige der Bierbrauer, Hopfenzüchter und dergleichen waren unter anderem die Geistlichen Martin von Tours (317 bis 397), Bonifatius (um 673 bis ca. 754) und Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) sowie Herzog Johann Gambrinus (1252 bis 1294).
Die Bierbrauerei erfolgte weiterhin nach strengen Regeln. Dabei erhoben die Europäer nicht nur Steuern auf Bier. Sie legten stets Wert darauf, ein reines Bier herzustellen. Zuwiderhandlungen wurden im Mittelalter nicht selten mit dem Tod bestraft.
Noch heute ist das Reinheitsgebot von 1516 bekannt. Hier wurde vorgeschrieben, dass zur Bierherstellung allein Gerste, Hopfen und reines Wasser verwendet werden soll.
Und es wurde weiterhin gern getrunken. So sagte Martin Luther (1483 bis 1546): „Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken.“ Eine Geschichte erzählt, dass ein Bauer mit einem Bierkrug am Wegesrand des Rittergutes „Crostewitz“ dem schwedischen König ein Krug Bier ausgeschenkt haben soll. Das Porträt des Königs ist heute noch das Aushängeschild der bekannten Krostitzer Biermarke.
Inzwischen ist die Bierherstellung in der ganzen Welt verteilt. Heute steht die Brauindustrie vor neuen strukturellen Herausforderungen. Professor Titze erläuterte, dass in Laboren und in der hochschuleigenen Versuchsbrauerei die Anwendung von Malz als natürlicher Rohstoff, modernste Brautechnologien, Weiterentwicklungen der Herstellungsverfahren und Qualitätssicherung der Produkte erforscht werden.
Eine kleine Probe brachte er von der Braumanufaktur Hochschule Anhalt mit. Jeder konnte das historische „Dark Emmer Ale“ verkosten.
Bilder 1,2, 3. 7, 8 und 9: „Eine Biertour durch die Kulturgeschichte Europas“ war das Thema der Vorlesung von Professor Jean Titze vor dem Seniorenkolleg der Hochschule Anhalt.
Bild 4: Der Mitarbeiter der Hochschule Jörg Wikert (r.) und der Masterstudent heißt Philipp Grigutsch schenkten das historische „Dark Emmer Ale“ von der Braumanufaktur Hochschule Anhalt aus.
Bilder 5 und 6: Die Zuhörer konnten das historische „Dark Emmer Ale“ von der Braumanufaktur Hochschule Anhalt verkosten.
Fotos. Semlin
 
 
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