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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 09.07.2014 um 16:06:09

Rühlmannorgel-Klänge aus Zörbig erklingen

In der um 1170 erbaute romanische Dorfkirche von Spören erklingt regelmäßig eine Rühlmannorgel. In der um 1170 erbaute romanische Dorfkirche von Spören erklingt regelmäßig eine Rühlmannorgel.
Foto: Thomas Schmidt
Das 9. Internationales Rühlmannorgel-Festival auf Tour durch Mitteldeutschland. In vier Generationen baute die Familie Rühlmann aus Zörbig über 450 Orgeln.

Region/Zörbig/Spören (WS). Im neunten Jahr seit seiner Gründung wird das Rühlmannorgel-Festival nicht nur mit einer stattlichen Anzahl von Konzertorten sondern auch mit einer international erstklassigen Besetzung  stattfinden. Es ist somit das größte Orgelfestival in Mitteldeutschland. Am Donnerstag, den 10. Juli, ab 19 Uhr erklingt die Rühlmannorgel in der Kirche im Zörbiger Ortsteil Spören. Weitere Termine in der Region sind Kütten am 12. Juli um 16 Uhr und Köthen (St. Agnus)  um 19 Uhr, sowie in Sennewitz am 19. Juli um 14 Uhr. Weitere Termine unter www.matthiasmüller.org
 
In vier Generationen baute die Familie Rühlmann aus Zörbig über 450 Orgeln (1842-1940). Ein Teil davon entstand in Zusammenarbeit mit Albert Schweitzer. Einige Orgeln stellen einen Glanzpunkt des deutschen romantischen Orgelbaus dar. Besonders die Orgel in der Agnuskirche zu Köthen ist klanglich und bautechnisch ein Juwel. Aber auch so manceh Dorforgel erweist sich als klanglicher Schatz.
 
Leider ist dieses in der Fachwelt international hochgeschätzte kulturelle Erbe Sachsen-Anhalts im eigenen Lande noch viel zu wenig bekannt. Erlebten doch viele Generationen an Menschen den Klang dieser Orgeln in ihren Kirchen.
 
Kantor Matthias Müller aus Magdeburg ist seit vielen Jahren mit dem letzten Nachfahren dieser Orgelbauergeneration, Herrn Orgelbaumeister Albrecht Rühlmann, befreundet. Von ihm hat er in seiner Harmonium- und Orgelreparaturwerkstatt Werkzeug und Material  der Firma Rühlmann übernommen und gründete im Jahr 2006 das Rühlmannorgel-Festival.
 
Dieses Jahr erwartet dem Konzertbesucher besondere Highlights, denn zwei berühmte Organisten geben einen Einblick in ihre hohe Kunst des Orgelspiels: Prof. Jaroslav Tuma aus Prag, Jan van Mol aus Antwerpen, Matthias Müller aus Rottmersleben  sowie die belgische Sopranistin Cristel de Meulder und den hochgeschätzten Tenor Pedro Cuadrado aus Sevilla. Alle Musiker sind als Solisten weltweit tätig und geschätzt. Prof. Tuma ist neben seiner Tätigkeit als Organist, Cembalist, Hammerklavier- und Clavichordspieler einer der besten Improvisatoren. Ferner ist er  als Jurymitglied bei vielen internationalen Orgelwettbewerben tätig, wie auch zuletzt beim August-Ritter-Wettbewerb im Magdeburger Dom. Jan van Mol gilt als einer der erfahrensten Organisten der Beneluxländer.
 
Er gilt ferner als Erster, der zur Renaissance des Harmoniums beigetragen hat. Cristel De Meulder begeisterte in vielen Ländern mit ihrer fantastischen, weichen, wohlklingenden Sopranstimme. In allen Konzerten löste sie Begeisterungsstürme aus. Alle diese Musiker können auf eine stattliche Anzahl an Radio, TV und CD Produktionen zurückblicken.
 
Als Konzertorganist und Harmoniumspieler war Kantor Matthias Müller schon in vielen Ländern Europas tätig und hat bei diversen internationalen Festivals gastiert. Er ist im Kirchenkreis Haldens-leben/Wolmirstedt als Kantor tätig und ist mit seinen Orgelwanderungen und kirchenmusikalischen Veranstaltungen im MDR über die Landesgrenzen bekannt geworden. Ferner ist er künstlerischer Leiter des Internationalen Clavierfestivals auf Schloss Hundisburg.
 
28 verschiedene Kirchen werden in zwei Orgelwanderungen und 22 weiteren Konzerten auf Sachsen und Sachsen-Anhalt verteilt vorgestellt. So kommen international gefeierte Musiker selbst in die kleinste Dorfkirche. Das jeweilige Programm ist genau auf jede Orgel abgestimmt. Da den Solisten die Nähe zum Publikum viel Wert ist, werden  sie die von ihnen gespielten Werke vor jedem Konzert kurz erläutern. Auch der Orgelmusik-Laie wird Spaß an der hohen Kunst dieser Meister haben. Und zwar mit feinen, unbekannten, mal fröhlichen, mal meditativen Werken meist unbekannter Komponisten. Es ist schon etwas Besonderes, wenn Musiker, die sonst in den großen Kathedralen und Konzertsälen der Welt konzertieren auch in der kleinsten Dorfkirche kommen!
 
Dorfkirche Spören: In der Mitte des Dorfes, und doch mitten im Grünen, steht die altehrwürdige, aus der Zeit der Romanik stammende Dorfkirche des Ortes Spören mit seinen beiden Ortsteilen Spören und Prussendorf. Die evangelische Kirchgemeinde gehört zum Kirchspiel Zörbig.

Etwa um das Jahr 1170 wurde sie auf einer natürlichen Erhebung erbaut. So ist sie schon von weitem sichtbar und lädt zum Gottes-dienstbesuch ein. Da sich die alte Kirche durch eine hervorragende Akustik auszeichnet, versprechen Konzertaufführungen immer ein besonderes Erlebnis. Die Kirche besitzt eine Orgel Opus 262, erbaut 1904 von der Firma Wilhelm Rühlmann.

Seit über 50 Jahren, also seit mehr als der Hälfte ihres Bestehens, wird sie von der Organistin des Ortes, Frau Marlene Duckstein, an fast jedem Sonntag im Gottesdienst gespielt.
Weiterhin befindet sich im Inneren der Kirche ein handgeschnitzter Marienaltar des Leipziger Malermeisters Heinrich aus dem Jahre 1489.

Die Kirchengemeinde, darunter auchBessarabiendeutsche(die Bessarabiendeutschen sind eine deutsche Volksgruppe innerhalb der Schwarzmeerdeutschen, die zwischen 1814 und 1940 in Bessarabien (heutiges Moldawien und heutige Ukraine) lebte,hat in den letzten Jahren mit großem Einsatz finanzieller Mittel und ehrenamtlicher Tätigkeit die Kirche innen und außen grundlegend saniert.

Die Straße der Romanik führt direkt durch den Ort Spören. Dennoch ist die romanische Kirche Spören kein ausgewiesenes Objekt dieses Kulturpfades. Gewiss kann und will sich die Spörener Kirche auch nicht mit den Kirchenbauten in Naumburg, Landsberg, Magdeburg oder auf dem Petersberg messen und vergleichen lassen. Aber gerade die einfache schlichte Schönheit dieser dörflichen Kirche kann den Menschen unserer Zeit etwas vermitteln von Ruhe und Geborgenheit in einem Glauben, der seit alters her Hoffnung vermittelt und Menschen zuversichtlich ihre Tage angehen lässt.

Vielleicht färbt die Schönheit des alten Kirchengebäudes ein ganz klein wenig auf ihre Besucher ab.
 
Den genauen Ablauf des Festivals und die Besetzung der einzelnen Konzerte ist der Homepage www.matthiasmüller.org zu entnehmen.
 
Der Eintritt ist  zu allen Konzerten kostenlos. Es wird um Spenden zur Deckung der hohen Unkosten gebeten.
 

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