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Wochenspiegel > Bitterfeld-Wolfen > Muss das Tierheim in Bitterfeld ab Mai 2015 schließen? >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 04.12.2014 um 13:22:01

Muss das Tierheim in Bitterfeld ab Mai 2015 schließen?

Schüler der Sandersdorfer Grundschule sammelten mit Freunden und Eltern sowie den Lehrern, innerhalb einer Woche einen riesigen Berg an Sachspenden und Geld.	Schüler der Sandersdorfer Grundschule sammelten mit Freunden und Eltern sowie den Lehrern, innerhalb einer Woche einen riesigen Berg an Sachspenden und Geld.
Foto: Thomas Schmidt
Kosten der Einrichtung explodieren um 50.000 Euro zusätzlich - wegen der Einführung des  Mindestlohnes. Ab Mai kommenden Jahres könnte das Tierheim zahlungsunfähig sein.

Bitterfeld (ts).
Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes stellt viele Unternehmen vor große Probleme, vor allem einige Vereine, die eigene Mitarbeiter beschäftigen, stehen vor der Pleite. Diese „Kröte“ könnte auch das Bitterfelder Tierheim schlucken, denn die Einführung des Mindestlohnes würde dem Tierheim jährlich ca. 50.000 Euro mehr an Kosten verursachen. Eine Summe die unmöglich zu stemmen ist, so die Aussage des Vorsitzenden des Tierschutzvereins und Betreiber des Bitterfelder Tierheims Uwe Köckeritz.

Keiner weiß im Moment genau, was dann aus den fünf Festangestellten und den zurzeit 250 Tieren wird. Mit einem verzweifelten Appell wenden sich das Tierheim und der Verein an die Öffentlichkeit. Über das öffentlich zugängliche Netzwerk Facebook hat man auf diese dramatische Situation hingewiesen. Diese Art der Öffentlichkeitsarbeit hat bereits 10.000 "gefällt mir" Klicks, auch sollen darüber potentielle Sponsoren angesprochen werden. Eine öffentliche Petition weist bereits 1.500 Unterschriften aus. Aus den bisherigen Erfahrungen benötigt das Tierheimen jährlich ca. 180.000 Euro für die Aufrechterhaltung des Betriebes.

50.000 Euro kommen davon aus den Einnahmen der Kommunen Bitterfeld-Wolfen, Raguhn-Jeßnitz und Zörbig. Sandersdorf-Brehna und Muldestausee haben Verträge mit anderen Betreibern. Die restlichen 130.000 Euro setzen sich aus den Abgabe- und Vermittlungsgebühren, aus einer größeren Erbschaft und aus weiteren Spenden zusammen. "Selbst diese enormen Kosten sind nur mit viel Mühe zu stemmen, kommen jetzt jährlich noch 50.000 Euro dazu, ist das alternativlos und wir müssen schließen", so der Vorsitzende des Tierschutzvereins.

Nach seiner Aussage, wären bei der jetzigen Entwicklung spätestens im Mai alle Reserven aufgebraucht. Doch dies wird auch die Kommunen vor ein größeres Problem stellen. Gibt es keine anderen Partner, müssten die Verwaltungen den Bestand an Fundtieren selber übernehmen, eine wohl kaum zu realisierende Konstellation.

Das haben auch führende Politiker wie der Landrat Uwe Schulze (CDU) erkannt. Deswegen gab es vor einigen Tagen ein Krisentreffen, um mögliche Alternativen aufzuzeigen. Neben dem Landrat war auch die Geschäftsführerin des Jobcenter Kommunale Beschäftigungsagentur Anhalt-Bitterfeld (KomBA-ABI) Bärbel Womann, Dieter Pahl - Amtsleiter des Veterinäramtes vom Landkreis Anhalt-Bitterfeld und Vertreter des Bitterfelder Tierschutzvereins dabei. 

Dabei hob der Landrat hervor, dass alle Beteiligten einschließlich der umliegenden Kommunen für die Einhaltung des Tierschutzes eigenverantwortlich sind und dass die Schließung des Tierheimes alle vor größere Probleme stellen würde. Uwe Köckeritz könnte sich auch die Einbeziehung von Entsorgern und Versorgern, wie Anbieter von Müllabfuhr, Strom, Wasser und Abwasser, Heizöllieferant sowie Versicherungen vorstellen. Verzichten diese ganz oder teilweise auf ihre Forderungen, wäre es eine Lösung zur finanziellen Entlastung.

Das Jobcenter könnte nur bedingt eingreifen. Die Festangestellten können dabei finanziell nicht gefördert werden. Die Zuweisung oder Förderung von Mitarbeitern in Form des zweiten Arbeitsmarktes, hängt von ganz spezifischen Strukturen des Tierheims ab. Dabei kann man nur an bedingte Zuweisungen, geknüpft an Voraussetzungen im Tierschutz, nachdenken.

Dass die Unterstützung auch anders funktionieren kann, beweisen derzeit einige Einrichtungen in der Region. So zum Beispiel die Schülerinnen und Schüler der Sandersdorfer Grundschule.

Gemeinsam mit Mitschülern, Freunden und Eltern sowie den Lehrern, sammelten die Kinder innerhalb einer Woche einen riesigen Berg an Sachspenden für die Tiere im Tierheim. Auch einen Geldbetrag von 436,12 Euro haben die Schüler innerhalb von wenigen Tagen gesammelt.

Auch der Holzweißiger Heimatverein sammelte während des Weihnachtsmarktes 300 Euro für die Tiere im Bitterfelder Tierheim. Zahlreiche anderer Vereine und Bürger entschließen sich zu spenden. Eine gute Gelegenheit dazu und um Solidarität zu zeigen, bietet der traditionelle Tag der offenen Tür in der Einrichtung (Teichstraße 3) zu Heiligabend, am 24. Dezember, von zehn bis 13:00 Uhr.

Im Dezember werden weitere Gespräche zur Lösung und Finanzierung zum Erhalt des Bitterfelder Tierheims geführt, getreu dem Motto: "die Hoffnung stirbt zuletzt!"

 

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