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Wochenspiegel > Bitterfeld-Wolfen > Ein Frühstück der Kulturen >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 09.02.2015 um 20:54:40

Ein Frühstück der Kulturen

Schülerinnen und Schüler aus fünf Kulturen singen, tanzen und tragen ihr Erlerntes barrierefrei vor, unter ihnen sind die Freundinnen Alma und Natalija. Schülerinnen und Schüler aus fünf Kulturen singen, tanzen und tragen ihr Erlerntes barrierefrei vor, unter ihnen sind die Freundinnen Alma und Natalija.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (1 Bild)
Schülerinnen und Schüler aus fünf Kulturen zeigen wie Kinder barrierefrei denken. In der Sekundarschule
Wolfen ist Integration kein Fremdwort.

Wolfen (ts).
Alma und Natalija sind aufgeregt. Der Grund ihrer Aufregung ist ein Vortrag beim "Frühstück der Kulturen" im Frauenzentrum Wolfen-Nord. Zu diesem hat der Verein "Frauen helfen Frauen" e.V. in Kooperation mit der Sekundarschule I, in Wolfen-Nord, eingeladen.  Alma ist 14 Jahre alt und kommt aus Bosnien, ihre Freundin Natalija ist zwölf Jahre alt und kommt aus Serbien.

Was für viele Erwachsene noch undenkbar ist, nach all den blutigen Auseinandersetzungen beider Volksgruppen in den neunziger Jahren, schert   Alma und Natalija gar nicht. Beide singen und tanzen gemeinsam ein Lied, es handelt von ihrem Zuhause und ihrem Zimmer und von der Sehnsucht nach einem schönen Leben, übrigens auf serbisch. Almas Eltern sind nach Deutschland gekommen, weil ihre Mutter schwer erkrankt ist und ärztliche Hilfe in Bosnien ein großes Problem darstellt.

Dafür gibt der Vater sogar eine Anstellung als Lehrer auf. Die Familie kommt aus Janja, das liegt im Nord-Osten von Bosnien-Herzegowina, unmittelbar an der Grenze zu Serbien, nur getrennt vom Grenzfluss Drina. Der überwiegende Bevölkerungsanteil ist muslimisch im Sinne der Nation. Alma hat noch zwei Brüder, die Familie ist vor neun Monaten nach Deutschland gekommen und hofft dauerhaft bleiben zu können.

Die 14-jährige hat große Ziele und möchte gern Rechtsanwältin werden, die deutsche Sprache beherrscht sich schon nach der kurzen Zeit relativ gut. Das bestätigt auch Gerd Hübner, Schulleiter der Sekundarschule I in Wolfen-Nord.

"Alma ist sehr wissbegierig und fleißig was das Erlernen der deutschen Sprache betrifft, sie wird ihren Weg machen", so Hübner des Lobes voll.  Alma und Natalija gehören zu einer Gruppe von derzeit 15 Schülerinnen und Schüler der eigens eingerichteten DaZ/DaF-Klasse, das ist die Abkürzung für Deutsch als Zweitsprache bzw. Deutsch als Fremdsprache. Dafür konnte der Schulleiter zwei Lehrerinnen begeistern, diese Klasse neben ihren anderen Klassen zu führen.

Iris Wagner und Conny Weinhardt sind beide begeistert. Auch wenn es immer eine gewisse Fluktuation gibt, möchten beide diese Erfahrungen nicht mehr missen. Beide wissen mittlerweile dass Kinder barrierefrei denken, dass es keine Grenzen in den Köpfen gibt. Spielerisch erlernen und ertanzen die Kinder die deutsche Sprache und haben viel Spaß dabei. Davon konnten sich die zahlreichen Besucher im Frauenzentrum persönlich überzeugen. Der Funke sprang schnell über und schnell war auch diese Barriere abgebaut.
Auch in ihrer Schule sind Migranten sehr beliebt und so möchte mittlerweile jede Klasse einen Schüler oder eine Schülerin aus einer anderen Kultur haben.

Ein klares Zeichen und ein klares Bekenntnis, dass Toleranz und Vielfalt bei Kindern ankommt. Sandy Bieneck, die Leiterin des Frauenzentrum, ist sich sicher, diese Veranstaltung ist ein voller Erfolg. "Zum 'Welttag der Migranten und Flüchtlinge' ist es uns ein Anliegen, ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen für Vielfalt und gegen Ausgrenzung.

Dabei ging es vor allem darum, direkte Begegnungen und Interaktionen zu schaffen, so dass sich ein besseres gegenseitiges Verständnis entwickeln kann, was wiederum dazu beiträgt, Vorurteile abzubauen und Respekt zu fördern.Wir dürfen nicht vergessen: Jede Minute machen sich weltweit acht Menschen auf die Flucht. Sie fliehen vor Krieg, Ausbeutung, großer Armut, Gewalt und korrupten Regimen.

Die ohnehin schon traumatisierten Personen, müssen dabei nicht selten eine Odyssee durchlaufen. Unser Wunsch besteht nach Aufklärung und einem respektvollen Umgang mit jedem Menschen, unabhängig von seiner Herkunft!"

Da kommt das Argument und Lippenbekenntnis der Politik: "Wir brauchen Zuwanderung, um den demographischen Wandel zu stoppen" - gerade recht. Eine Investition in die Zukunft sollte dann auch eine kinderfreundliche Politik für Migrantenfamilien sein.  

Alma und Natalija gefällt es in Deutschland und beide möchten hier bleiben, Freundinnen fürs Leben werden, dafür sind sie bereit eine Menge zu investieren.

 

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