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Wochenspiegel > Bitterfeld-Wolfen > Es klappern die Mühlen im Wind und am rauschenden Bach >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 25.05.2015 um 10:03:41

Es klappern die Mühlen im Wind und am rauschenden Bach

Das Rad der Zörbiger Wassermühle dreht nach längerer Restaurierungszeit wieder seine Runden.   Das Rad der Zörbiger Wassermühle dreht nach längerer Restaurierungszeit wieder seine Runden.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder)
Pfingstmontag - am Mühlentag öffnen die Mühlen in Brehna, Zörbig, Reppichau oder Libehna ihre Türen für Besucher. Zu sehen gibt es historische oder auch ganz moderne Mühlentechnik - bei manchen gibt es Kaffee und Kuchen, Führungen sowie ein Programm.

Region (ts).
Am Montag herrschte ab 10 Uhr in und um die Mühlen der Region wieder großer Andrang. Dann kann die alte Handwerkstechnik besichtigt werden. „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ - Wer hätte gedacht, dass diese heute noch gebräuchliche Re­­densart ihren Ursprung im fast 800 Jahre alten „Sachsenspiegel“ hat und auch heute noch bei der Parkplatzsuche gilt. Die alte Müllerregel „Wer zuerst zur Mühle kommt, der soll auch zuerst mahlen“ ist im Landrecht II 59 Paragraf 4 von Eike von Repgow niedergeschrieben worden.

Brehna: Die Hädicke-Mühle in Brehna ist wohl die Bekannteste in der Region. Die "Paltrockmühle" gehört der Mühlen-Besitzerin Helga Leitschuh. Am Mühlentag öffnet die Familie das 1845 als Bockwindmühle erbaute Denkmal. Diese ging sie im Jahr 1876 in den Besitz des damals 23-jährigen Reinhold David Hädicke. Im Jahr 1999 ließ die Familie Leitschuh ihre Mühle umfassend rekonstruieren. Rund 60 000 Euro wurden aus verschiedenen und öffentlichen Fördertöpfen und durch jede Menge an Eigenleistung aufgebracht. "Manche fahren an diesem Tag von Mühle zu Mühle", berichtet Helga Leitschuh zwischen den Führungen und ist dabei stolz auf den Originalzustand und die noch voll funktionstüchtige Mühle. Die Hädicke-Mühle in  Brehna findet man am Quetzer Weg.  Geplante Aktivitäten: 10 - 18 Uhr geöffnet: Besichtigung der ruhenden Mühlentechnik, Führung, Kaffee und Kuchen.

Brehna: Die "Schmidt-Mühle" in Brehna hat ebenfalls geöffnet. Sie ist sein vielen Jahren ein Wahrzeichen der Stadt. Wer die Mühle einst erbaute ist nicht genau bekannt. 1754 wurde der Windmüller Gottfried Wittig erwähnt. Für das Jahr 1844 ist Johann August Schmidt als Besitzer genannt. Die Mühle sei über 226 Jahre alt und über sechs Generationen Eigentum der Familie Schmidt gewesen. 1985 hat die Stadt Brehna die "Schmidt-Mühle", wie sie noch heute heißt, erworben. Es hatte sich nach dem Tod von Walter Schmidt, dem letzten Besitzer, keinen Nachfolger mehr gefunden. Daraufhin wurde die Mühle 1986, nachdem sie in das Eigentum der Stadt übergegangen ist, restauriert. Der Rat der Stadt Brehna beschloss danach ein Mühlenmuseum und ein Café einzurichten. Obwohl laut Überlieferungen bereits Stühle und Tische angeschafft wurden, zog der Rat der Stadt Brehna 1989 die Baugenehmigung bei der Staatlichen Bauaufsicht Bitterfeld zurück. 1998 zerstörte ein Sturm einen Flügel an der Mühle. Durch das morsch gewordene Holz, mussten 1999 alle Flügel abgenommen werden. Im Juli 2010 konnten neue Flügel an der historischen Bockwindmühle angebracht werden und die "Schmidt-Mühle" zeigt sich seit dem wieder komplett. Die Schmidt-Mühle findet man in  Brehna, Am Schützenplatz. Geplante Aktivitäten: 10 - 17 Uhr geöffnet: Besichtigung und Führung, Vorführungen der historischen Mühlentechnik mit Elektroantrieb, Besichtigung mit Führung, 13 Uhr, Drehen der Mühlenflügel eventuell.

Zörbig: Funktionstüchtig ist auch eine Mühle der ganz anderen Art. Anders als die Brehnaer Mühlen, wird die Zörbiger Mühle nicht mit Windenergie, sondern mit fließendem Wasser angetrieben. Der Heimat-Verein Zörbig 1922 e. V. und der Kulturverein präsentieren im Maschinenraum der Mühle wieder eine Sonderausstellung. Los geht es ab 10 Uhr, ab 14.30 Uhr sorgt das „Duo Thing“ mit Oldies, Rock'n'Roll und einem Hauch von Johnny Cash für musikalische Unterhaltung. Gegen 15:30 Uhr wird erstmals ein Entenrennen auf dem Strengbach für Spaß und kleine Gewinne sorgen. Die Zörbiger Wassermühle hatte ihr Rad erst vor zwei Jahren zurückbekommen, nachdem das alte Rad in den 50er Jahren abgebaut wurde. Vier Meter beträgt der Durchmesser des Mühlrades, das der sanierten Mühle ihr ursprüngliches Gesicht zurückgibt. Den ehemaligen Wasserzulauf gibt es nicht mehr, so dass das aus Eichenholz gefertigte Rad vor allem einen historischen Wert besitzt. Angetrieben wird das Rad mittels eines Elektromotors. Die Wassermühle in Zörbig findet man, wenn man vom Breitscheidtpark durchquert in Richtung Dorotheenhof oder umgekehrt. Geplante Aktivitäten: 10 - 17 Uhr, Kaffee, Kuchen und ein musikalisches Nachmittagsprogramm sowie ein Entenrennen.

Reppichau: Neben sehr gut erhaltener Mühlentechnik aus dem Jahr 1933 zeigt das Museum Reppichau in der einstigen Motorenmühle auf vier Etagen Exponate zum berühmten Verfasser des „Sachsenspiegels“, darunter wertvolle Faksimile-Ausgaben der vier Bilderhandschriften, zur Dorf- und Heimatgeschichte, zur Landwirtschaft und Jagd. Das Mühlenmuseum wurde 2003 vom Förderverein Eike von Repgow eröffnet und setzt das Vermächtnis des verstorbenen Ehrenmitglieds, Müllermeister Erwin Schmidt, fort. Das Mühlentechnikmuseum in Reppichau findet man, Am Anger. Geplante Aktivitäten: 10 - 17 Uhr geöffnet: Besichtigung und Führungen.

Libehna: Der Bürgerverein „Alte Mühle Libehna“ e. V. lädt von 10 bis ca. 16 Uhr zu Vorführungen ein und bewirtet die Besucher. Ein „Ehrenmüller“ kümmert sich in regelmäßigen Abständen um das Schmuckstück und schrotet für Kleintierhalter aus der Umgebung Futtergetreide. Am letzten Juli-Wochenende wird aus Anlass der Wiederherstellung der Mühle alljährlich ein Fest gefeiert. Die Mühle in Libehna findet man in der, Mühlenstraße. Geplante Aktivitäten: 10 - 16 Uhr, Besichtigung und Vorführung der Mühlentechnik im Leerlauf (bei Wind Antrieb durch das Flügelkreuz), Bewirtung mit warmem Imbiss zur Mittagszeit sowie Kaffee und Kuchen, Präsentation und Vorführung historischer Landtechnik aus den umliegenden Dörfern.
 

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