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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 23.12.2015 um 12:45:36

Bitterfelder Tafel besteht 15 Jahre

Was für die meisten Menschen normal ist, ein festliches Weihnachtsmal, wie auch in diesem Jahr gestiftet vom Villa am Bernsteinsee-Chef Nico Eisenmann, ist für Bedürftige alles andere als eine Normalität. Was für die meisten Menschen normal ist, ein festliches Weihnachtsmal, wie auch in diesem Jahr gestiftet vom Villa am Bernsteinsee-Chef Nico Eisenmann, ist für Bedürftige alles andere als eine Normalität.
Foto: Thomas Schmidt

Laut Arbeiterwohlfahrt (AWO) nutzen ca. 600 Familien, 1.400 Menschen das Angebot. Die Bitterfelder Mitarbeiter geben Ein- und Ausblicke und suchen Unterstützer.

Bitterfeld (ts).
Die Bitterfelder Awo-Chefin Sabine Ameling schaut zurück und blickt nach vorn. 15 Jahre besteht die Bitterfelder Tafel. Ein Grund zum Feiern? Ja schon, denn gerade in der Weihnachtszeit und im nahenden Winter wird die Tafel besonders aufgesucht. Die Tafeln in Sachsen-Anhalt vermelden immer häufiger akute Lebensmittelknappheit, weil vor allem Supermärkte immer enger kalkulieren und darauf achten, dass möglichst wenig Ware unverkauft aus den Regalen genommen werden muss.

Egal ob nun Halle oder Zerbst oder eben Bitterfeld, die steigende Nachfrage bei sinkendem Angebot macht den Tafeln zu schaffen. Auch an Bitterfeld geht dieser Trend nicht spurlos vorbei. Dort kümmert sich die Leiterin und Koordinatorin der Tafel, Simone Kowaczek und ehrenamtlich die ehemalige Leiterin der Tafel, Heidi Hirsch, im Auftrag des AWO-Kreisverbandes Bitterfeld um die Verteilung der Nahrungsmittel an die bedürftigen Menschen.

Seit September 2000 bemüht sich die Bitterfelder Tafel, den Mitmenschen zu helfen, die nicht ihr tägliches Brot haben. Seit der Gründung der Tafel in Bitterfeld stieg laut Aussage von Simone Kowaczek und Heidi Hirsch die Nachfrage nach Lebensmitteln bei den Bedürftigen.

Derzeit nutzen rund 600 Familien, was gut 1.400 Menschen entspricht, das Angebot der Tafel. Doch durch die große Nachfrage werden die Lebensmittel schon seit geraumer Zeit auch in Bitterfeld rationiert. Im 3-Wochen-Rhythmus können die Bedürftigen das Angebot der Tafel nutzen.

Jeder Nutzer der Tafel bekommt so einen festen Termin, um das Angebot zu nutzen. Heidi Hirsch betont: „Wir sind keine Rundumversorgung, wir sind eine Zugabe zum täglichen Bedarf.“  Die Waren erhalten Simone Kowaczek und Heidi Hirsch sowie ihr Team zum Großteil von Handelsketten und Großmärkten sowie einigen Bäckern. Hier merken die Mitarbeiter noch nicht die großen Einsparungen wie in anderen Städten.

Es sind konstante Liefermengen an die Tafel, jedoch ist die Nachfrage gestiegen. Somit muss auch in Bitterfeld immer stärker bei der Verteilung der Lebensmittel darauf geachtet werden, dass jeder etwas abbekommt. Altersarmut spielt in der Stadt an der Goitzsche bei der Tafel bisher eine untergeordnete Rolle. Dies könnte nach Aussage der Mitarbeiter aber auch mit der fehlenden Mobilität der älteren Menschen zu tun haben. Im Falle, dass ein Rentner nur die Grundsicherung bezieht, kann er das Angebot der Tafel aber auch in Anspruch nehmen.

Zurzeit kommen auch vermehrt Flüchtlinge zur Tafel. Doch da ist die Lage etwas abstrus, denn die Bedürfnisse der Flüchtlinge sind durch das Asylbewerberleistungsgesetz gedeckelt. „Wir helfen allen Bedürftigen, da ist es egal, wo sie herkommen“, sagt  Awo-Chefin Sabine Ameling. Was der Bitterfelder Tafel aber auf alle Fälle fehlt, sind körperlich fitte, freiwillige Helfer. Wichtig ist dabei vor allem eine kontinuierliche ehrenamtliche Arbeit, zum Beispiel als Fahrer und Abholer der Waren bei den verschiedenen Unternehmen. Hier würden sich Tafel-Mitarbeiter und Helfer mehr Engagement bei den Menschen der Region wünschen.
Die Bitterfelder Tafel versorgt Bedürftige mit Lebensmitteln und auch mit warmem Essen. “Die Lebensmittel, die hier angeliefert werden, sind schon am Verfallsdatum oder darüber hinweg, wir weisen auch darauf hin”, so Simone Kowaczek.

Hier erhalten bedürftige Menschen gegen einen beglaubigten gültigen Nachweis Lebensmittel.  Versorgt werden Menschen, die zur Notversorgung, gerade jetzt in der kalten Jahreszeit erscheinen. Alles läuft nach einem festgelegten System ab.
Die täglich eintreffenden Lebensmittelspenden werden in der Regel noch am gleichen Tag verteilt. Dazu gibt es die “Küche mit Herz”, hier wird eine warme Mahlzeit für einen Euro an Bedürftige ausgegeben.

Das Erschreckende sei, so Kowaczek, das immer mehr Kinder darunter sind. Zurzeit sind es um die 350 Kinder, die auf eine Unterstützung der Tafel angewiesen sind. Vor der Tür bildet sich zur Ausgabezeit eine lange Menschenschlange. Jeder bekommt, je nachdem was gespendet wurde, ein bis zwei Beutel mit. Nicht alle Menschen haben ihr tägliches Brot – und dennoch gibt es Lebensmittel im Überfluss.

Die Tafeln bemühen sich um einen Ausgleich – mit ehrenamtlichen Helfern, für die Bedürftigen Ihrer Stadt. Das Ziel der Tafeln ist es, dass alle qualitativ einwandfreien Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, an Bedürftige verteilt werden.

Die Tafeln helfen so, diesen Menschen eine schwierige Zeit zu überbrücken und geben ihnen dadurch Motivation für die Zukunft.
Die Tafel hat montags, dienstags, donnerstags und freitags von 12:30 bis 14:00 Uhr und mittwochs von 13:30 bis 14:30 Uhr geöffnet. Die “Küche mit Herz” ist montags bis freitags von 11:00 Uhr bis 12:30 Uhr geöffnet. Die Tafel ist telefonisch erreichbar unter 03493 92 2971.


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