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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 04.01.2016 um 08:44:46

Tiere unterm Weihnachtsbaum: Geschenkt und abgeschoben?

In der Katzenstube der Jüngsten im Tierheim werden das Spielen und unbändige Neugier noch großgeschrieben, doch wie lange noch? Das Tierheim stößt mit seinen Vierbeinern an Grenzen. Hilfe und Unterstützung ist von allen Seiten nötig. In der Katzenstube der Jüngsten im Tierheim werden das Spielen und unbändige Neugier noch großgeschrieben, doch wie lange noch? Das Tierheim stößt mit seinen Vierbeinern an Grenzen. Hilfe und Unterstützung ist von allen Seiten nötig.
Foto: Thomas Schmidt
Das Bitterfelder Tierheim braucht Unterstützung in jeglicher Hinsicht - die finanziellen Sorgen der Einrichtung bleiben. Zu Weihnachten sind wieder zahlreiche Sachspenden im Tierheim angekommen.

Bitterfeld (ts).
Der Tag am Heiligen Abend ist für das Bitterfelder Tierheim und für die Türschützer, doch in erster Linie für die Tiere selbst, das wortwörtliche „Weihnachten“ außerhalb der restlichen 364 Tage im Jahr. Viele Spender von Futter, Decken, Tierspielzeug und auch Geld sind am 24. Dezember wieder traditionell zum Bitterfelder Tierheim gekommen, um einen Beitrag vor allem für die Tiere zu leisten. Doch für manche Hunde, Katzen und Kleintiere endete das Weihnachtsfest im Selbigen. Mitleidlos ausgesetzt, eingesperrt, angebunden, ja sogar weggeworfen!

Auch über die Feiertage herrscht im Bitterfelder Tierheim somit Hochbetrieb. Das liegt zum einem daran, dass es ein Interesse an Tieren gibt und zum anderen, dass lebende Weihnachtsgeschenke nicht selten im Nachgang im Tierheim enden.

Doch mittlerweile vermittelt das Tierheim in der Vorjahreszeit keine Tiere mehr, um den lebenden Geschenken einen Riegel vorzuschieben. Vorwiegend finden in Bitterfeld Hunde und Katzen ihre zwischenzeitliche Heimat, doch auch Kaninchen, Vögel, Meerschweinchen, Igel oder gar Ratten sind auf den Areal zu finden.

Die Mitarbeiter des Tierheimes, dessen Träger der Tierschutzverein Bitterfeld ist, haben an diesen Tagen viel zu tun. Es ist zwar nicht so kalt wie an einem gewöhnlichen Dezembertag, doch es ist windig. Vor allem die Unterkünfte der Hunde befinden sich im Freien. Deswegen sind, wie in jedem Jahr, trotz der relativ warmen Witterung zur Wintersaison Teppiche, Decken, Planen und andere Schutzmaterialien angebracht worden. Sie sollen als Schutz gegen Kälte und Nässe dienen, wenn diese kommt.

Grit Köckeritz und Anke Hoffmann, Mitarbeiterinnen des Bitterfelder Tierheims, sind froh über das noch humane Wetter. „Alle Mitarbeiter sind immer um das Wohl der Tiere bemüht und geben ihr Bestes. Der unbegreifliche Einbruch vor einigen Tagen macht uns psychisch ganz schön zu schaffen“, sagen die beiden Tierpflegerinnen immer noch geschockt.

Im Moment zählt man 50 Hunde und über 180  Katzen in der Anlage. „Wir kommen, wie fast jedes Jahr, langsam an unsere Grenzen und gerade zum Jahreswechsel nach Weihnachten gibt es Zugänge“, so die Tierschützerinnen. Nach den Feiertagen gibt es viele ausgesetzte oder abgegebene Tiere.  Auch immer mehr ältere Menschen sind mit ihren Haustieren überfordert. „Die Pflegedienste melden uns solche Fälle, in denen pflegebedürftige Menschen mit ihren geliebten Haustieren überfordert sind“, so Grit Köckeritz. Deshalb werden die Pflegedienste immer mehr zu ungewollten, jedoch wertvollen Partnern.

Das finden alle Mitarbeiter, allen voran ihr Chef, Uwe Koeckeritz, ein gutes Signal. Das falsche Signal und unverantwortlich finden die Mitarbeiter, dass Tiere manchmal als Spielzeug und nicht als lebendige Wesen behandelt werden. „Jedes Jahr dasselbe Spielchen, Eltern könnten doch auch vorher herkommen, ein Foto von Tieren machen und das unter den Weihnachtsbaum legen“, ärgert sich der Chef des Bitterfelder Tierheims über die Unvernunft einzelner Leute. „Auch das Probebeschnuppern vor Ort ist eine gute Option, gerade für Hunde, doch auch für Katzen und andere Kleinnager“, so Uwe Köckeritz.

Doch der Tierschutzverein Bitterfeld geht seit einiger Zeit in die Offensive, um die Verantwortung und das Empfinden von Kindern und Jugendlichen in Bezug auf Tiere anzuregen. Der Verein rät davon ab, Tiere zu Weihnachten zu verschenken. Oft würden sie nach den Festtagen abgegeben, wenn der Reiz des Neuen verflogen sei. Haustiere werden aber nicht nur an Weihnachten ihrem Schicksal überlassen. Deswegen möchte man die Kinder ins Tierheim holen.

Bereits erfolgreich praktiziert, sollen infolgedessen die alljährlichen Besuche in Kindergärten und Schulen fortgesetzt werden. Diese können wiederum Exkursionen ins Tierheim unternehmen, dort kann man die Kinder aufklären und eine notwendige Prävention leisten. Sensibilisiert man die Kinder für den Tierschutz, erreicht man auch die Eltern und umgekehrt, so die Einstellung im Verein.

Denn die Kosten im Tierheim sind hoch. So um 200.000 Euro laufen da im Jahr auf, nicht zuletzt war die Einrichtung dadurch in den Schlagzeilen. Durch die Einführung des Mindestlohns seit Januar sind auch die Kosten weiter gestiegen. Einzig die Heizkosten haben sich etwas minimiert, dem milden Wetter sei Dank, doch das kann sich auch schnell ändern, betont Uwe Köckeritz.

Doch Dank der Arbeit von vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, besonders in der Pflege und Versorgung der Tiere, im Auslauf und auch sonst, kann einiges abgefedert werden. Leider nicht genug, wie das Tierheim weiß.

Aus diesem Grunde möchte der Verein auch dafür werben, dass sich Menschen melden, um vor allem den Tieren zu helfen. Es sind oft alltägliche Prozesse, wie mit ihnen spazieren zu gehen, im Tierheim allgemein mit anpacken, sich im Tierschutzverein engagieren oder auch eine Tierpatenschaften zu übernehmen.

Das Tierheim und der Tierschutzverein benötigen ständig Hilfe und Unterstützung. Weitere Informationen im Internet unter www.tierheim-bitterfeld.de oder per Telefon unter 03493 22037.

 

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