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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 30.08.2017 um 13:22:26

Bitterfelder Friseurfilialist fördert Gesundheit seiner Azubis

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) für Rückenbelastungen ist eine Erfolgsgeschichte, nicht nur bei den Azubis von „Figaro Bitterfeld“, den Vorbeugen ist nach wie besser vor als Heilen. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) für Rückenbelastungen ist eine Erfolgsgeschichte, nicht nur bei den Azubis von „Figaro Bitterfeld“, den Vorbeugen ist nach wie besser vor als Heilen.
Foto: Thomas Schmidt
Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ist eine Erfolgsgeschichte, nicht nur bei „Figaro Bitterfeld“. Krankenkassen wie die AOK bieten ein kostenloses Gesundheitsmanagement an.

Bitterfeld (WS).
Beim Bitterfelder Friseurfilialisten „Figaro Bitterfeld“ sind die Azubis und auch alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor allem durch langes Stehen und monotone Körperhaltung belastet. Erkrankungen von Muskel- und Skelettsystem sowie dem Bindegewebe sind daher typische Erscheinungen, nicht nur in Bitterfeld, sondern in der Friseurbranche allgemein.

Das Friseurunternehmen mit 13 Filialen in Bitterfeld und Umgebung hat sich die AOK Sachsen-Anhalt zur Unterstützung ins Boot geholt. Die Krankenkasse begleitet Unternehmen bei der Einführung und Umsetzung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Experten beraten dabei Unternehmen, wie sie die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter aus gesundheitlicher Sicht verbessern können. Rund 900 Betriebe in Sachsen-Anhalt machen bereits mit, dabei geht es nicht nur um gute Bürostühle und korrekte Hebetechniken.

Das BGM umfasst zwei Säulen: Die Situation am Arbeitsplatz und der gesundheitliche Zustand der Mitarbeiter. Spezialisten messen die Vitalwerte der Mitarbeiter, um den Fitnessgrad festzustellen. Dann suchen die Fachleute gemeinsam mit den Unternehmen nach Verbesserungsmöglichkeiten.

Die AOK-Experten wie Anne Selge vom AOK-Regioteam Bitterfeld-Wolfen vermitteln den Friseuren zum Beispiel effektive Dehn- und Bewegungsübungen, die den Muskelapparat und die Wirbelsäule trainieren. Wichtig bei den Übungen mitten im Arbeitsalltag: Sie dürfen nicht schweißtreibend und müssen auch ohne Sportkleidung möglich sein. Das sieht die Ausbildungsleiterin bei Figaro Bitterfeld Grit Lorenz positiv: "Vorbeugen ist besser als heilen und außerdem stehen die 'Mädels' und 'Jungs' garantiert noch gut 50 Jahre am Friseurstuhl, da ist ein gesundes sportliches Vorbeugen genaus das richtige Mittel".

Doch was genau passiert bei den jungen Azubis in der Zukunft?
Fitness- und Rückenschultrainerin Christin Aßmann bemerkt das in jungen Friseurjahren das Thema Rückenschmerzen meist ‚noch‘ kein Thema ist. Man fühlt sich beweglich, ist durch Schul- und Vereinssport gut trainiert und steckt das lange Stehen im Salon eigentlich locker weg. Doch je älter man wird, desto höher wird das Risiko, eine Erkrankung des Bewegungsapparats zu erleiden. Daher heißt der Grundsatz: „Vorbeugen ist besser (und günstiger) als heilen“.  Rückenbeschwerden und Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems machen rund 20% der Fehltage im Friseurhandwerk aus.

Was passiert im Körper?
Bei längerer Steharbeit muss der Körper viele Muskeln ständig anspannen, um in Balance und aufrecht zu bleiben. Das wiederum mindert die Durchblutung und lässt Muskeln schmerzhaft verhärten und ermüden. Gelenke, Sehnen und Bänder werden zusätzlich belastet. Die Folge ist eine Haltungsschwäche. Ähnlich verhält es sich bei der Wirbelsäule: Ermüdung und Verspannungen führen zu Fehlhaltungen wie Hohlkreuz und nach vorne fallenden Schultern, die ihrerseits zu Schmerzen führen. Insgesamt gesehen sind Bandscheiben, Hüft-, Knie- und Fußgelenke am stärksten betroffen. Eine weitere Folge von langem Stehen im Friseurberuf kann außerdem ein gestörter Blutfluss in den Beinen sein, was zu Krampfadern, Thrombosen, Venenentzündungen und ähnlichen Symptomen führen kann. Auch der Kreislauf muss mehr arbeiten als bei einer sitzenden Tätigkeit.

Prävention hilft
Wie bei zahlreichen anderen Erkrankungen, ist es auch beim Thema Schmerzen im Bewegungsapparat wichtig, präventiv vorzugehen. Nicht warten bis das Kind in den Brunnen gefallen ist und man sich kaum mehr rühren kann, sondern entsprechende Maßnahmen einleiten, bevor die Schmerzen sich manifes­tieren. Und effektive Präventionsmaßnahmen sind in der Umsetzung eigentlich ganz einfach.

Mit dem Boden geht’s los
Langes Stehen macht müde und beansprucht den Körper. Wer dabei auch noch auf dem falschen Boden steht, beschleunigt diesen Prozess. Friseure, die also gerade einen Umbau planen oder einen neuen Salon eröffnen wollen, sollten auf den richtigen Bodenbelag achten. Ein elastischer Bodenbelag macht weniger schnell müde und schont den Bewegungsapparat, also Wirbelsäule und Gelenke. Außerdem sollte man auf eine gute Rutschhemmung achten, die zusätzlich vor Stürzen schützt. Ein weiterer Vorteil eines elastischen Bodenbelags: Die Füße bleiben auch im Winter schön warm.

Auf die Arbeitshöhe achten
Langes Stehen ist für die Arbeit eines Friseurs kennzeichnend. Deshalb muss er oder sie neben dem richtigen Untergrund auch auf eine körperschonende Arbeitshöhe achten. Höhenverstellbare Kundenstühle und Waschplätze gehören mittlerweile zum Standard in Salons und sollten dementsprechend genutzt werden. Weitere Entlastung bringen auch Stehhilfen, die zum Beispiel bei einem längeren Arbeitsvorgang am Kunden wie dem Schneiden unbedingt zum Einsatz kommen sollten. Sie helfen nicht nur der Wirbelsäule, sondern nehmen auch einiges an Gewicht von den Beinen.

Für Abwechslung sorgen
Um Rückenschmerzen vorzubeugen und die Durchblutung der Muskulatur in Schwung zu halten, sollten Friseure auf ein hohes Maß an Abwechslung zwischen sitzenden und stehenden Arbeitsvorgängen achten. Wer stundenlang nur Haare shampooniert, bringt den Körper in eine Zwangshaltung, die unweigerlich negative Folgen für den Bewegungsapparat mit sich bringt. Dazu gehören vor allem Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich.

Wer zwischen verschiedenen Arbeitshaltungen wechselt, verbessert aber nicht nur die Auslastung des Körpers, sondern wechselt auch die persönliche psychische Belastung. Das wiederum hat zur Folge, dass man nicht so schnell ermüdet und während den Arbeitsaufgaben länger ‘frisch’ bleibt. Diesen Ansatz findet man zum Beispiel auch beim Unterrichtsaufbau an Schulen, wo zwischen Frontalunterricht, Gruppenarbeit und Aufgaben mit Bewegung im Raum abgewechselt wird. So bleiben die Schüler aufmerksamer und können einen langen Schultag besser absolvieren.

Pausen einplanen
Verantwortungsvolle Chefs sollten die Kundentermine ihrer Mitarbeiter nicht zu eng setzen. Wer beim Föhnen von Kundin A schon Kunde B im Wartebereich sitzen hat, wirkt gehetzt und kann sich nicht mit der entsprechenden Wirkung dem neuen Kunden widmen. Besser ist es, zwischen den Terminen kleine Pausen einzuplanen, die die Mitarbeiter für Rückengymnastik nutzen können oder in denen sie einfach mal kurz die Beine hochlegen.

Ganz wichtig ist auch die richtige Wahl des Schuhwerks. Waffenscheinverdächtige High Heels sehen zwar sexy aus, sind für eine überwiegend stehende Tätigkeit wie den Friseurberuf aber alles andere als geeignet. Für alle Tipps gilt: Bleiben Sie aufmerksam und achten Sie regelmäßig auf Ihre Körperhaltung und die Signale, die Ihr Körper aussendet. Schmerzen und Verspannungen im Bewegungsapparat können sich schnell dauerhaft festsetzen und sind nur schwer wieder loszuwerden.
 
Auch Arbeitgeber profitieren
Gesundheit am Arbeitsplatz ist dabei nicht nur im Interesse der Beschäftigten. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sich Investitionen in die Gesundheit der Mitarbeiter betriebswirtschaftlich auszahlen. Die Arbeitgeber sparen rund 300 Euro für jeden vermiedenen Krankheitstag. Zusätzlich erhöht das die Motivation der Mitarbeiter und die Attraktivität des Arbeitgebers. Für das Friseurhandwerk hat die Krankenkasse zudem Informationsmaterial entwickelt, das typische Probleme der täglichen Arbeit aufzeigt: Gebeugter Rücken beim Haareschneiden und Frisieren, zu niedrig oder zu hoch eingestellte Friseurstühle und vieles mehr. Am Ende des Programms werden die Figaro-Mitarbeiter gesünder und dadurch zufriedener, motivierter und leistungsfähiger sein. Durch die Verringerung von Krankheitstagen profitieren dabei auch Arbeitgeber und Kunden.

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