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Wochenspiegel > Bitterfeld-Wolfen > Pferde richtig versorgen >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 06.09.2017 um 14:36:46

Pferde richtig versorgen

Bei der Fütterung der Pferde unterscheidet man beim Pferdefutter rohfaserreiche (Raufutter) und konzentrierte (Kraftfutter) Futtermittel. Die rohfaserreichen Produkte können feucht (Weidegras, Silage) und trocken sein (Heu, Stroh). Bei der Fütterung der Pferde unterscheidet man beim Pferdefutter rohfaserreiche (Raufutter) und konzentrierte (Kraftfutter) Futtermittel. Die rohfaserreichen Produkte können feucht (Weidegras, Silage) und trocken sein (Heu, Stroh).
Foto: Thomas Schmidt Galerie (15 Bilder) Galerie (15 Bilder) Galerie (15 Bilder) Galerie (15 Bilder) Galerie (15 Bilder) Galerie (15 Bilder) Galerie (15 Bilder) Galerie (15 Bilder) Galerie (15 Bilder) Galerie (15 Bilder) Galerie (15 Bilder) Galerie (15 Bilder) Galerie (15 Bilder) Galerie (15 Bilder) Galerie (15 Bilder)
Pferde benötigen ansprechendes Futter und eine stimmige Ausrüstung. Pferdefutter ist ein weites Feld, auf dem es viele Ansätze zur Fütterung gibt.

Region (WS).
Im Grunde ist es wie bei allen Tieren bei der Ernährung, die Menge und die Mischung macht es.
Schäden durch falsche Fütterung kann und sollte man vermeiden – nur wenn man das Pferd richtig füttert, hat  an viel Freude an einem gesunden Tier. Doch was ist das richtige Futter oder die richtige Zusammensetzung, welche Menge und welche Inhalte? Der Wochenspiegel ist der Frage nachgegangen und hat sich mit den beiden Pferdeexpertinnen Jeanette Friedrich und Swantje Peters unterhalten.

Einige der bekannten Probleme bei Pferden haben ihren Ursprung darin, dass die Fütterung nicht der pferdegemäßen Verdauung angepasst wird. In großen Herden durchstreiften einst Wildpferde die Steppen. Ihr Alltag unterschied sich grundlegend von dem unserer Hauspferde. Bis zu 18 Stunden waren sie mit der Suche nach Nahrung beschäftigt, legten viele Kilometer zurück und füllten ihren Magen allmählich mit vielen kleinen Portionen. Auf diese Weise kann ein Pferd 50 bis 60 Kilogramm Weidegras pro Tag fressen. Wobei das, wenn man den Wassergehalt abzieht, einem Trockensubstanzgehalt von zehn bis zwölf Kilogramm entspricht. Das hat sich im Grunde auch nicht geändert.

Auch heute geht man in der Pferdefütterung bei der Rationsberechnung davon aus, dass pro 100 Kilogramm Pferdegewicht zwei Kilogramm Futter in der Trockensubstanz aufgenommen wird. Der Verdauungstrakt der Pferde hat sich im Laufe der Entwicklung des Pferdes selbst und der damit einhergehenden Veränderung des Nahrungsspektrums (vom Waldbewohner zum Steppentier) an diese Bedingungen angepasst.

Daher ist Raufutter die Basis jedes Futterplans. Bei leichter Arbeit und entsprechend hochwertigem Heu kann ein Pferd auch ganz ohne Kraftfutter auskommen. Das Raufutter spielt in der Pferdefütterung nicht nur in ernährungsphysiologischer Hinsicht eine wichtige Rolle. Aufgrund ihrer Entwicklungsgeschichte haben Pferde das instinktive Bedürfnis, ständig zu „naschen“ und sich dabei zu bewegen Boxenhaltung, womöglich auf Spänen, widerspricht ihrer Natur. Sie langweilen sich und haben Stress – nicht nur, weil sie ihre Bedürfnisse nicht ausleben können, sondern auch, weil eine derartige Haltung gesundheitliche Folgen hat. Ist der Magen länger als vier Stunden ohne Beschäftigung, greift die fortwährend produzierte Magensäure die Schleimhaut an.

Die Folgen: Magengeschwüre, Koliken. Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu Verhaltensstörungen wie Koppen und Weben etc. sind andere Zeichen der mangelhaften Versorgung mit ausreichend Futter. Selbst wenn Reitpferde vier bis sechs Stunden auf die Weide dürfen, stehen sie immer noch 18 bis 20 Stunden im Stall. Ein Pferd schläft durchschnittlich ca. drei Stunden. Etwa zwei bis drei Stunden täglich kommt der Mensch und beschäftigt, pflegt, bewegt und trainiert das Pferd. Das heißt für das „Otto-Normal-Pferd“, es verbringt ca. 13 bis 15 Stunden täglich mit Nichtstun in der Box, also einer Zeit, in der es seinen Bedürfnissen nicht nachkommen kann.
Raufutter, Kraftfutter, Saftfutter

Man unterscheidet beim Pferdefutter rohfaserreiche (Raufutter) und konzentrierte (Kraftfutter) Futtermittel. Die rohfaserreichen Produkte können feucht (Weidegras, Silage) und trocken sein (Heu, Stroh). Zu den gängigen Kraftfuttern zählen Hafer, Mais, Gerste und Mischfutter. Äpfel, Möhren, Rüben, Rote Bete werden als Saftfutter bezeichnet. Sie liefern auch Energie, aber vor allem Vitamine, die insbesondere dann für die Ernährung relevant sind, wenn im Winter kein frisches Weidegras zur Verfügung steht. Bei der Pferdefütterung steht das Raufutter vor dem Kraftfutter.

Das gründliche Kauen des Raufutters (gerne grob strukturiert!) sorgt dafür, dass der Verdauungstrakt bereit ist, stärkehaltige Kraftfutter zu verarbeiten, weil Speichelfluss, Sekretbildung im Magen und Darmaktivität angeregt werden. Heunetze sollten nicht zu hoch hängen.

Am liebsten fressen Pferde Heu vom Boden. Allerdings kann ein zu tief angebrachtes Heunetz auch Verletzungsgefahren bergen. Für Tröge und Tränken empfehlen die Expertinnen eine bodennahe Anbringung. Die maximale Höhe ergibt sich aus der Formel 0,3 x Widerristhöhe.

Das Kraftfutter sollte man auf mindestens drei Mahlzeiten verteilen.    Damit die Stärke aus Gerste oder Mais besser aufgenommen werden kann, sollten diese mithilfe von Wasserdampf und Druck „aufgeschlossen“ werden. Das Raufutter macht den Großteil der Ration aus. 1,2 bis 2,0 Kilogramm Raufutter pro 100 Kilogramm Gewicht des Pferdes sind das Minimum. Das bedeutet für ein 600 Kilogramm-Warmblut, dass es pro Tag 7,2 bis 12 Kilo Heu und Stroh bekommen muss.
Das dient gleichzeitig der Beschäftigung, denn auch bei Pferden gilt: „Fr(e)ssen macht glücklich“.    Futteröl ist ein hervorragender Energielieferant und besser verdaulich als Kraftfutter.

Geeignet sind: Soja-, Sonnenblumen-, Raps-, Weizenkeim- (reich an Vitamin E) und Leinöl (ebenfalls reich an Vitamin E sowie Omega-3-Fettsäuren). Auch Kokosfett kann gegeben werden. Doch Vorsicht: Auch zu viel Öl kann die Dickdarmflora negativ beeinflussen.

Das Maximum ist ein Gramm Öl pro Kilogramm Körpergewicht, verteilt auf drei Mahlzeiten. Ein 600 Kilogramm schweres Pferd kann also 200 Gramm Öl pro Mahlzeit erhalten. Letztendlich ist der Verdauungsapparat der Pferde auf die optimale Verwertung pflanzlicher Nahrung in jeglicher Form eingestellt. Evolutionsbedingt ist das Pferd in der Lage, auch noch aus den trockensten Sträuchern Nährstoffe zu ziehen. Mittels Lippen und Zähnen kann das Pferd geschickt schmackhaftes Futter von ungenießbarem unterscheiden. Die Verwertung des Futters beginnt schon im Maul. Ihre breiten Backenzähne können auch harte, verholzte Futterbestandteile zermahlen.

Die Pferdeausrüstung

Die Auswahl bei der Pferdeausrüstung ist groß. Dementsprechend ist auch die Auswahl an verschiedenem Pferdezubehör reichlich. Dies bringt vor allem unerfahrene, angehende Pferdebesitzer zum Grübeln, welches Zubehör ein Pferd wirklich benötigt. Wir haben auch hier die beiden Pferdeexpertinnen Jeanette Friedrich und Swantje Peters befragt.

Der Halfter

Das Halfter ist die Grundausrüstung eines Pferdes schlechthin. Meist trägt es nur bei Nacht kein Halfter. Es ist äußerst sinnvoll, mindestens zwei Halfter ständig zur Hand zu haben. Zum einen kann ein Halfter z. B. für den Koppelgang und somit zum schmutzig machen verwendet werden, das andere für alle anderen Tätigkeiten rund ums Pferd. Ebenso ist es wichtig, ein Halfter als Ersatz vorrätig zu haben. Das Halfter ist weniger nach dem optischen Aspekt zu wählen, sondern nach der Funktion und dem Verwendungszweck. Somit ist für ein Pferd, das nicht sicher am Putzplatz steht, ein elastisches Halfter sinnvoller als ein Halfter mit schönen Applikationen.

Führstrick

Ebenso verhält es sich mit dem Führstrick. Es ist nahezu unablässig einen Ersatzführstrick zu haben. Der Führstrick sollte eine Länge von ca. 2 m haben. Zudem darf er nicht zu dünn beschaffen sein, da er sonst nicht genügend Festigkeit hat und ein dünner Führstrick ist im Notfall nicht so griffig wie einer aus dickerem Material.

Putzzubehör

Jedes Pferd sollte sein eigenes Putzzubehör haben. Dies ist wichtig, damit das Risiko der Bakterien- und Pilzübertragung gering gehalten wird. Die nötigsten Putzutensilien sind: der Hufkratzer; der Nadelstriegel; eine Kardätsche mit langen Borsten; eine Kardätsche mit kurzen Borsten; eine Schweif- und Mähnenbürste; verschiedene Schwämme; ein Schweißmesser.

Der Hufkratzer

Der Hufkratzerwird in der Regel mehrmals täglich eingesetzt. Nach dem Herausnehmen des Pferdes aus der Box, somit meistens vor dem Reiten und in jedem Fall nach dem Reiten. Ein Hufkratzer besteht in der Regel aus dem Picker und aus einer Bürste.

Der Nadelstriegel

Dieser Plastikstriegel kann an fast allen Körperregionen eingesetzt werden. Er entfernt sehr gut Schmutz und auch im Fellwechsel Haare. Zudem kann er an Gelenken vorsichtig eingesetzt werden wie z. B. am Karpal- und Tarsalgelenk.

Kardätsche lange Borsten

Diese Kardätsche ist besonders zur groben Staubentfernung geeignet oder auch bei einem sauberen Pferd zum kurzen Überbürsten. Die langen, etwas härteren Borsten regen den Blutkreislauf vermehrt an und massieren das Pferd.

Kardätsche  kurze Borsten

Die kurzen Borsten ermöglichen ein gründliches Entfernen des Staubes. Es können alle Körperregionen mit der Kardätsche bearbeitet werden, auch der Kopf und alle anderen knöchernen Teile.

Schweif- und Mähnenbürste
In der Regel wird der Schweif mit der Hand verlesen. Jedoch kann er am Ende noch vorsichtig mit einer Bürste aufgefrischt werden.

Schwämme

Verschiedene Schwämme sollten ebenso im Sortiment des Putzzubehörs enthalten sein. Jeweils ein Schwamm für die Reinigung der Nüstern, der Augenregion und des Genitalbereichs. Dann noch ein separater Schwamm zum Waschen des Pferdes.

Schweißmesser

Vor allem im Sommer, wenn das Pferd nach dem Reiten geschwitzt hat, wäscht man es ab und zieht die Feuchtigkeit mit dem Schweißmesser wieder aus dem Fell.

Zaumzeug

Ein Reitpferd benötigt natürlich auch ein Zaumzeug. Standard ist ein englisch-kombiniertes Reithalfter. Gewöhnlich werden beim Kauf eines Zaumzeuges auch die Zügel mitgeliefert, jedoch nicht das Gebiss.

Sattel

Die Wahl des Sattels obliegt wieder den Vorlieben und der Ausrichtung des Reiters, ob er nun hauptsächlich freizeitmäßig im Gelände unterwegs ist, oder auch auf Wettkämpfen und disziplinspezifisch. Somit sollte zwischen Dressur-, Spring- oder Vielseitigkeitssattel unterschieden werden.

Sattelgurt

Der Sattelgurt muss der Länge nach dem Sattel entsprechen. Je nach Länge der Sattelgurtstrippen muss die Länge des Gurtes gewählt werden. Es gibt die Langgurte, die bei Spring- und Vielseitigkeitssätteln verwendet werden. Dressursättel verfügen im Normalfall über lange Gurtstrippen, für die man dann einen Kurzgurt verwendet.

Sattelunterlage

Als Sattelunterlage werden hauptsächlich Schabracken verwendet. Diese unterscheiden sich meist nur in der Füllmenge. Es gibt noch Besonderheiten in der Auflagefläche, z. B., dass ein spezielles Gewebe eine bessere Saugfähigkeit bietet.


Longierausrüstung

Da niemand jeden Tag reiten möchte oder auch nicht die Möglichkeit dazu hat, das Pferd aber trotzdem bewegt werden sollte, bietet sich das Longieren an. Wesentliche Ausrüstungsgegenstände sind hier die Longe, die Longierpeitsche und die Ausbindezügel.

Pferdedecke

Ein Muss bei einer Pferdehaltung ist auch die Anschaffung einer Abschwitzdecke. Nach dem Reiten, in der kalten Jahreszeit oder auch bei Erkrankungen leistet diese gute Dienste. Hauptsächlich werden Abschwitzdecken aus Fleece angeboten. Fleece hat den Vorteil, dass Schweiß aus dem Fell gesogen und über den Stoff an die Außenseite geleitet wird und dort verdampft.
(Quellen: Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V., Horze , Jeanette Friedrich, Swantje Peters).

Letztendlich ist das hier Dargestellte nur eine Auswahl an Grundausrüstungen für Pferde. Es gibt natürlich noch viel mehr Möglichkeiten. Hier sind die wesentlichen Ausrüstungsgegenstände benannt, die im Prinzip für eine Pferdehaltung unablässig sind.

 

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