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Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 13.04.2018 um 16:22:11

Vor 90 Jahren: Pionierflug der Junkers W 33/L „Bremen“

Die drei Atlantikflieger vor der Junkers W 33 „Bremen“, historische Fotomontage  1928. Die drei Atlantikflieger vor der Junkers W 33 „Bremen“, historische Fotomontage 1928.
Foto: Archiv, Helmut Erfurth
Ein Beitrag von Helmut Erfurth.

Drei Tage und drei Nächte brauchten die Apollo-Astronauten 1969, um zum Mond zu gelangen. Die 2006 zum  Rande unseres Sonnensystems gestartete Nasa-Sonde „New Horizons“ schaffte diese Strecke in etwa neun Stunden. Es ist der schnellste Flugkörper, der je von Menschen auf die Reise geschickt wurde. Trotzdem war die Sonde fast zehn Jahre unterwegs, bis sie ihr Ziel, den Kleinplaneten Pluto am Rande unseres Sonnensystems, erreichen konnte. Unvorstellbar!

Ohne Zwischenlandung

Genauso unvorstellbar war vor 90 Jahren die erste europäische Atlantiküberquerung in Ost-West-Richtung. Am 12. und 13. April 1928 erfolgte mit einer Junkers W 33/L, die erste europäische Atlantik-Überquerung nach Nordamerika. Das bedeutete eine große Strecke ohne Zwischenlandung über den Ozean der Erdrotation folgend und gegen die vorherrschende Windrichtung zu fliegen. Stärkere Gegenwinde erforderten leistungsstärkere Flugzeuge.  

Drei Flugpioniere

Dass die drei Flugpioniere sich bei dieser Mission für ein einmotoriges Ganzmetall-Landflugzeug entschieden, erzeugte im Jahr 1928 bei vielen Menschen Erstaunen und Skepsis. Und doch war dieser Weg logisch und folgerichtig.

Mit der gleichen Konsequenz wie der bürgerliche Liberale, Techniker, Unternehmer und Wissenschaftler Hugo Junkers allen Widersachern zum Trotz ab 1909 durch Windkanal-Forschungen und praktische Flugversuche beharrlich bewies, dass Metall doch fliegen kann, bewiesen die drei Flugpioniere Hermann Köhl, James Charles Fitzmaurice und Günther Freiherr von Hünefeld mit der Junkers W 33/L „Bremen“, dass der von ihnen beschrittene Weg der Richtige ist. Die seit über siebzig Jahren im Atlantik-Luftverkehr eingesetzten Maschinen bestätigen dies tagtäglich.   

Dem US-amerikanischen Piloten Charles Augustus Lindbergh war es am 20. und 21. Mai 1927 gelungen, allein mit einer einmotorigen Schulterdecker-Maschine im Nonstop-Flug von New York nach Paris zu fliegen. Unmittelbar nach diesem Ereignis versuchten nun ihrerseits zahlreiche Piloten, den Atlantik von Europa aus zu überqueren.

Auch in Dessau gab es Vorbereitungen für eine Atlantik-Überquerung, wobei zwei Junkers-Flugzeuge vom Typ W 33/L vorbereitet wurden. Bereits im März/April 1927 flogen Junkers-Piloten mit diesem Flugzeugtyp mehrere Weltrekorde. Insgesamt 31 Flug-Weltrekorde konnten 1927 innerhalb weniger Monate mit Junkers-Flugzeugen erzielt werden.

Der erste Versuch

Am 14. August 1927 startete in Dessau die  W 33 „Bremen“, D-1167, Werk-Nr. 2504, mit den Piloten Fritz Loose und Hermann Köhl sowie als Begleiter Günther von Hünefeld. Als zweites Flugzeug hob die W 33 „Europa“, D-1197, Werk-Nr. 2505, mit den Fliegern Johann Risztics und Cornelius Edzard sowie als Begleiter Jugo Knickerbocker in Richtung Atlantik ab. Beide Maschinen mussten ihren Flug aus technischen Gründen bzw. wegen Unwetter abbrechen.

Ein  36-Stunden-Flug

Doch Freiherr von Hünefeld und Hermann Köhl gaben nicht auf. Von Journalisten und Fotografen ständig belagert, gelang es ihnen aber doch fast unbemerkt am 26. März 1928 mit der Junkers W 33 „Bremen“ von Berlin-Tempelhof nach Baldonell in Irland zu fliegen. Dort wartete man besseres Wetter ab. Mit dem irischen Major James C. Fitzmaurice, er hatte bereits auch den Versuch einer Ozean-Überquerung unternommen, startete die dreiköpfige Besatzung am 12. April 1928, 5.38 Uhr Ortszeit, in Richtung Nordamerika.

36 Stunden dauerte der Flug über den scheinbar unendlichen Ozean. Es war ein Kampf des menschlichen Willens und der Technik gegen die Naturgewalten. Sturmböen, Nebel und Regen brachte das Flugzeug in arge Bedrängnis. Stellenweise flog die Maschine in nur knapp 50 Meter Höhe über die Wellenberge des Meeres. Während der Nacht musste Köhl das Flugzeug ohne Sicht navigieren.

Landung in Labrador

Am 13. April  1928 gegen Mittag /Ortszeit setzte das Flugzeug auf einer kleinen Eisfläche in Labrador, dem Leuchtturm von Greenly Island, zur Landung an. Erstmals war der Atlantik von Europa aus mit einem Flugzeug bezwungen worden. Diese völkerverbindende Pioniertat fand international eine große Resonanz und ging als solche in die Geschichte ein.
Prof. Hugo Junkers Vision von 1925, die er in einer Rede über den Verkehrsluftfahrtgedanken  vor Abgeordneten des deutschen Reichstages hielt, das „in wenigen Jahren mehr Passagiere den Atlantik im Flugzeug überqueren als mit dem Schiff“ ist heute eine alltägliche Wirklichkeit.

Vortrag

Aus Anlass dieses Ereignisses, das damals die Welt aufhorchen ließ und wo Pioniergeist, Forscherdrang und technisches Know-how  einen Triumph feierten, führt die Arbeitsgruppe „Themenkreis Prof. Hugo Junkers“ im Förderverein Technikmuseum „Hugo Junkers“ Dessau am 13. April, 17 Uhr, an historischer Stelle im Junkers-Museum Dessau-Roßlau, Kühnauer Str. 161A, eine Festveranstaltung  durch. Im ersten Teil hält Dipl.-Ing. Helmut Erfurth  einen Power-Point-Vortrag zum Ozeanflug der Junkers-„Bremen“ vor 90 Jahren, der durch historisches Filmmaterial ergänzt wird. Im  zweiten Teil der Veranstaltung wird der UFA-Dokumentarfilm „Metallene Schwingen“ von 1938 über den NS-Konzern der „Junkers-Flugzeug- und -Motorenwerke (JFM) Dessau“ gezeigt und kommentiert.
Besucher und Gäste sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei, um eine Spende  zur Förderung der ehrenamtlichen Tätigkeit wird gebeten.




 

 

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