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Wochenspiegel > Bitterfeld-Wolfen > Weltenradler Thomas Meixner hat gut 3.500 Kilometer in den Pedalen >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 16.05.2018 um 08:21:12

Weltenradler Thomas Meixner hat gut 3.500 Kilometer in den Pedalen

Von Bitterfeld aus startete der Weltenradler Thomas Meixner auf seiner Seidenstraßentour in Richtung China. Die ersten fünf Länder hat Meixner durchquert und ist in der Türkei angekommen. Von Bitterfeld aus startete der Weltenradler Thomas Meixner auf seiner Seidenstraßentour in Richtung China. Die ersten fünf Länder hat Meixner durchquert und ist in der Türkei angekommen.
Foto: Thomas Schmidt, Thomas Meixner Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder)
Tschechien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und die Türkei sind passiert. Über die Türkei zum Kaspischen Meer und dann entlang der alten Handelsroute bis Xian in China.

Bitterfeld (ts).
Zentralasien ist das Reiseziel für den Weltenbummler auf zwei Rädern, Thomas Meixner. Der Weltenradler ist mit seiner Tour und seinem Rad am 4. April auf dem Bitterfelder Marktplatz gestartet. Gut 42 Tage sitzt der Bitterfelder im Sattel und hat dabei gut 3.500 Kilometer passiert. Das Wetter war ihm bis jetzt meistens gnädig. Bis auf den fast ständigen Gegenwind. „Ich weiß auch nicht, was der gegen mich hat, scherzt Meixner.

Der Weltenradler hat viel in der freien Natur campiert, ein kleines Zelt und ein Schlafsack gehören zu seinem Gepäck. Gut 60 Kilogramm wiegt alles zusammen und dennoch ist nur das Minimalste dabei. „Manchmal kommen die Rehe mich besuchen“, doch das stört den 52-Jährigen nicht. Durch Ungarn ist Meixner zügig durchgeradelt, das Land mit der berühmten Puszta ist recht flach, doch der Straßenzustand ist ziemlich katastrophal.

Von Ungarn geht es nach Rumänien, das auf Meixner einen guten Eindruck macht. „Es ist hier eine Mischung aus Alt und Neu. Man trifft freundliche Leute mit ihrer oft typischen Mentalität“, schwärmt der Radler. Als er in einem Dorf nach einem Zeltplatz fragte, wurde er wie selbstverständlich im Haus der Familie aufgenommen und später von der Dorfjugend in die Kneipe eingeladen. Der nächste Morgen war bisher der schwierigste, so Meixner.

Im transsilvanischen Siebenbürgen, dem ehemaligen Hermannstadt, macht Meixner einen Tag Pause. Dann am übernächsten Tag reist er in Bulgarien ein. Die Landschaft der Karpaten soll wunderschön sein, doch dafür hat er kein Auge. Er quält sich stundenlang, von unendlich vielen LKW und Autos bedrängt, konzentriert und um sein Leben bangend durch den stressigen Straßenverkehr. Fehlender Randstreifen und tiefe Spurrillen taten ihr übriges. „Da rettete mir wieder einmal mein geliebter Rückspiegel mein armes Radfahrerleben“, so Meixner erleichtert.

Doch dann tat sich die rumänische Ebene auf und es wurde entspannter. Entkrampft war auch das Leben in den Dörfern. Dort saßen die Menschen in den Abendstunden auf einer Bank vor ihren Häusern, redeten miteinander oder vertrieben sich die Zeit mit Brettspielen o. ä., ein buntes Treiben. Dann geht es weiter nach Bulgarien.

Im Norden Bulgariens zeigt sich ein ganz anderes Bild. Fast kein Verkehr auf den Straßen, die Dörfer verwaist, etliche Häuser verfallen. Auch die paar Städte, die er durchradelte, wie Pleven, Lovec oder Trojan, gaben ein etwas runtergekommenes Bild ab. Dann in Plovdiv, der zweitgrößten Stadt des Landes, besucht er einen alten Freund, Ivo, der vor vielen Jahren im Wernigerode studierte. Von Plovdiv aus geht es über die Grenze in die Türkei. Meixner rollt mit reichlich Sonne nach Edrine. Dort campiert er im Länderdreieck Bulgarien, Türkei, Griechenland in einsamer Natur. Allerdings teilte er sich diese Einsamkeit mit tausenden von Mücken. Edrine ist eine Reise wert, beschreibt der Weltenradler die sehr alte Stadt mit der historischen Selimiye-Moschee, die seit 2011 zum Weltkulturerbe zählt.

Auch der Ruf des Muezzins begrüßt Meixner und eine Teekultur, die typisch für dieses Land ist. Das super Wetter bleibt ihm bis zum Bosporus treu. Durch hügelige Landschaft kommt er zügig in Richtung Istanbul voran. Doch die letzten 50 Kilometer sind für den Bitterfelder die Hölle als einsamer Radfahrer.

Auf bis zu sieben Spuren je Richtung rollen in rasender Geschwindigkeit Autos, Busse und LKWs mit ohrenbetäubendem Getöse an ihm vorbei. Manchmal waren es nur wenige Zentimeter, die Meixner von einem Unfall trennten. In Istanbul quartiert sich Meixner nur wenige Gehminuten von der berühmten Hagia Sophia-Moschee, der Blauen Moschee und dem Topkapi-Palast ein. Dieser eine Tag Pause in der gigantischen Metropole zwischen Okzident und Orient beeindruckt den Weltenradler. Dann macht sich Thomas Meixner mit seinem Fahrrad auf, von Europa nach Asien, wo er gerade Richtung Georgien und Aserbaidschan unterwegs ist. Von der Hauptstadt Baku aus geht es dann per Fähre über das Kaspische Meer nach Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan bis nach China.

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