Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die letzten drei Ausgaben

E-Paper Archiv E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,


zur Zeit finden Wartungsarbeiten an unserer Online-Anzeigenannahme statt.

Bitte schicken Sie uns Ihre Anzeige per E-Mail oder Fax oder rufen Sie bei uns an.

E-Mail: info@wochenspiegel-halle.de
Fax: (0345) 130 10 61
Telefon: (0345) 130 10 0
Wochenspiegel > Bitterfeld-Wolfen > 125 Jahre Chemieregion Bitterfeld-Wolfen >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 12.06.2018 um 19:40:04

125 Jahre Chemieregion Bitterfeld-Wolfen

Die Chemieregion Bitterfeld-Wolfen feierte mit einem Festakt und Gästen aus Politik und Wirtschaft, Vertretern der Unternehmen ihr 125-jähriges Jubiläum. Die Chemieregion Bitterfeld-Wolfen feierte mit einem Festakt und Gästen aus Politik und Wirtschaft, Vertretern der Unternehmen ihr 125-jähriges Jubiläum.
Foto: Thomas Schmidt

Es gab in den 125 Jahren viele Höhen und auch einige Tiefen in der chemischen Industrie der Region. Ministerpräsident Haseloff und weitere Gäste loben den schwierigen Wandel.

Bitterfeld-Wolfen (WS).
Die Chemieregion Bitterfeld-Wolfen feiert mit einem Festakt ihr 125-jähriges Jubiläum. „Wir leben Chemie.“ - das Motto des Festjahres wurde inmitten des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen von Gästen aus Politik und Wirtschaft, Vertretern der Unternehmen im Chemiepark sowie Besuchern aus ganz Deutschland und aus dem Ausland gewürdigt. Dabei nimmt ein abwechslungsreiches Programm mit Filmeinspielern, Gesprächen mit Zeitzeugen und einer Podiumsdiskussion die Gäste mit auf eine Reise. Hierbei geht der Blick auf die wechselvolle Geschichte der Chemieregion zurück und neue spannende Einblicke für das Hier und Heute sowie die gewandelte Region sollen Mut für die Zukunft machen.

Wechselvolle Geschichte

Durch die Entwicklungsgeschichte des Chemiestandortes führen Patrice Heine und Dr. Michael Polk von der Chemieparkgesellschaft. „Heute, nach 125 Jahren, präsentiert sich der Chemiepark als ein starkes Netzwerk hocheffizienter produzierender Unternehmen mit einer modernen Infrastruktur und vielseitigen Servicebetrieben in einer innovativen Umgebung“, lobt Dr. Michael Polk den Standort. Mit einer Fläche von 1.200 Hektar gehört der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen zu den größten Chemiestandorten Europas. Insgesamt haben sich mehr als 300 Firmen mit mehr als 12.000 Mitarbeitern angesiedelt.

300 Firmen

Die Gäste auf der Bühne sind Persönlichkeiten, die das Leben und Arbeiten in Bitterfeld-Wolfen prägen und mitgestalten, somit der Region ein Gesicht geben. Wie Uwe Holz, Leiter des Industrie- und Filmmuseums Wolfen und des Kreismuseums Bitterfeld, der als Geologe und Geschichtsexperte einen kurzen Abriss über die Historie der Chemieregion gibt und insbesondere den Fortschritt des Industriestandorts anschaulich machte. “Chemie ist etwas wie ORWO mit seinen ‚dunklen‘ Machenschaften oder dass am 17. Juni 1953 während des Volksaufstandes die Produktion an wichtigen Maschinen weiterlief“, so der Geschichtsforscher. Zum Thema Vergangenheit, Wandel und Erneuerung spricht Ingrid Weinhold, Geschäftsführerin der MABA Spezialmaschinen, Klartext.

Klartext

Mit ihren persönlichen, oft schwierigen Erfahrungen, skizziert sie die Entwicklung der Region vor und vor allem unmittelbar nach der Wende. „Ich bin keine ‚Wessi‘ und habe für eine symbolische D-Mark einen sanierten Betrieb bekommen, sieben Geschäftskonzepte habe ich verfasst und alle werden abgelehnt“, erzählt die Powerfrau über die Schwierigkeiten und Herausforderungen, die sie als Unternehmerin rückblickend erfolgreich gemeistert hat. Wie die Region mit der Altlastensanierung und Bereinigung der Landschaft umgeht, was bisher getan wurde und welche Aufgaben noch kommende Generationen zu lösen haben, darüber sprach Dr. Harald Rötschke, Geschäftsführer der Mitteldeutschen Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft, in der Gesprächsrunde zum Thema Umwelt und Ökologie. „Es wird noch Generationen dauern, bis wir das Bittere aus Bitterfeld herausbekommen“, so der Geologe.  

Das Bittere an Bitterfeld

Wie Chemie ihren Alltag oder gar das Leben bestimmt, das erzählen Dr. Heiko Mammen, Oberbürgermeister Armin Schenk, Lena Anton, Azubi im Beruf Mechatroniker bei Heraeus Quarzglas, sowie Ulrich Weitz, Vorstandsvorsitzender der neu im Chemiepark angesiedelten IBU-Tec. Das Grußwort hält Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt. „Hier wurde und wird Chemie- und Industriegeschichte geschrieben. Der Standort gedeiht dank eines effizienten Managements, sanierter Infrastrukturen und einer vorbildlichen Modernisierung. Der Chemiepark hat die Region nachhaltig gestärkt und den Menschen neue und belastbare Perspektiven gegeben… ohne Chemie ist kein Leben mehr möglich“, betont Haseloff.

Schattenseiten

Doch es gab auch Schattenseiten, wie Ehrenfried Keil meint. „Die Chemie hat nicht nur ‚Brot, Wohlstand und Schönheit...‘ gebracht, es gab auch Tote. So bei der Explosion im EKB am 11. Juli 1968. In ehrendem Gedenken an die Opfer hätte das eigentlich in einer Rede erwähnt werden müssen. Nur gut, dass es am Abend im MDR-Fernsehen ‚Die Lebensretter‘ gab. Hoffentlich gerät das nicht in Vergessenheit, dass sich Tag der Explosion bald zum 50. Mal jährt“, so der ehemalige Redakteur der Betriebszeitung des CKB (Chemisches Kombinat Bitterfeld) mahnend.

Zum Schluss sind sich die meisten Gäste einig: Trotz aller Höhen und Tiefen, die Chemie lebt und leistet gerade vor Ort in Bitterfeld-Wolfen mit einem Verbund etwas.
 


Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
In Sekunden ist alles in Schutt und Asche In Sekunden ist alles in Schutt und Asche Drei Menschen, drei Erinnerungen, drei Schicksale - Peter Krüger, Ehrenfried Keil und Heike Nywelt. Das Chemieunglück, die Trauer und eine Debatte um...
Anzeige
Sag Ja!
An zwei Sommerabenden spuckt und speit der Vulkan in Wörlitz An zwei Sommerabenden spuckt und speit der Vulkan in Wörlitz Ein künstlicher Vulkan, der Feuer spuckt, ist europaweit einmalig. ...
Anzeige
Aktion „Seitenabstand 1,5 Meter“ - Leiter der Notaufnahme Köthen weist auf Gefahren hin Aktion „Seitenabstand 1,5 Meter“ - Leiter der Notaufnahme Köthen weist auf Gefahren hin Erhöhte Anforderungen an Rücksichtnahme und Akzeptanz auf den Straßen.  ...
Anzeige
Sag Ja!