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Wochenspiegel > Bitterfeld-Wolfen > Stolperstein(e) der jüdischen Geschichte >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 25.03.2019 um 13:05:35

Stolperstein(e) der jüdischen Geschichte

Ein bewegender Augenblick, als Gunter Demnig drei Stolpersteine als mahnende Erinnerung in den Gehweg der Rudolf-Breitscheid-Straße vor dem Haus mit der Nummer 38 in Greppin einlässt. Ein bewegender Augenblick, als Gunter Demnig drei Stolpersteine als mahnende Erinnerung in den Gehweg der Rudolf-Breitscheid-Straße vor dem Haus mit der Nummer 38 in Greppin einlässt.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Ein bewegender Augenblick, als Gunter Demnig drei Stolpersteine als mahnende Erinnerung in den Gehweg der Rudolf-Breitscheid-Straße vor dem Haus mit der Nummer 38 in Greppin einlässt.

Greppin.
Musik, Gedichte und Geschichte, das sind lebendige Erinnerungen an die jüdische Geschichte in Greppin. Der Moment ist auch emotional, genau jener Moment, als Gunter Demnig drei Stolpersteine als mahnende Erinnerung in den Gehweg der Rudolf-Breitscheid-Straße vor dem Haus mit der Nummer 38 einlässt. Während der Künstler arbeitet, tragen Kinder der Grundschule Greppin das Gedicht „Kinderschuhe aus Lublin“ von Johannes R. Becher vor und die Musikschule mit den Bläsern gab dem Ganzen einen erinnerungsträchtigen und würdigen Rahmen.

Mit der Verlegung dieser drei Steine endet ein langer Rechercheprozess des Heimatvereins Greppin, der seinen Ursprung in einer kurzen Erwähnung in der Greppiner Chronik aus dem Jahr 1938 hat. Dort steht: „Das jüdische Geschäft Mottek wurde arisiert…“. Das ist für den Verein Anlass genug, um eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, um dieser Aussage auf den Grund zu gehen. „Trotz umfangreicher Recherchearbeit und zahlreichen Anfragen sind wir irgendwann nicht weitergekommen.

Keiner wusste etwas zu Familie Mottek“, erläutert Joachim Sabiniarz, der dieses Projekt federführend begleitet. Erst als man begann, auch im englischsprachigen Raum zu recherchieren, stößt man auf eine Notiz, die erfolgversprechend scheint und man erfährt Namen und Zusammenhänge. So gelingt es Informationen zur Familie, Alfred, Ottilie und Sohn Harry, die Ausreise nach England und später das Leben in New York in Erfahrung zu bringen.

„Wir freuen uns, dass Familie Mottek das Naziregime überlebt hat, dennoch wollen wir an diese Geschehnisse erinnern“, so Sabiniarz. Auch Oberbürgermeister Armin Schenk unterstützt dieses Projekt und übernimmt die Schirmherrschaft. „Wir sind heute zusammengekommen, um Geschichte lebendig werden zu lassen und an vergangene Gräueltaten des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte zu erinnern. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Familie Mottek wieder Teil der Greppiner Geschichte wird“, so das Stadtoberhaupt. Künftig erinnern, für alle gut sichtbar, diese drei Steine in der Greppiner Rudolf-Breitscheid-Straße an die Geschehnisse des Jahres 1938.

In einer Publikation wurde dieser Rechercheprozess festgehalten. Finanziert wurde das Projekt durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Bitterfeld-Wolfen.

 

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