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Wochenspiegel > Bitterfeld-Wolfen > Mit 85 Jahren Bufdi und Schlossherrin >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 11.04.2019 um 10:57:46

Mit 85 Jahren Bufdi und Schlossherrin

Wochenspiegel-Themenjahr „Menschenskinder“ stellt gewöhnliche und besondere Menschen vor - diesmal Brigitta Weber aus Zörbig - Schlossherrin und Bufdi mit 85 Jahren. Wochenspiegel-Themenjahr „Menschenskinder“ stellt gewöhnliche und besondere Menschen vor - diesmal Brigitta Weber aus Zörbig - Schlossherrin und Bufdi mit 85 Jahren.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)

Wochenspiegel-Themenjahr „Menschenskinder“ stellt gewöhnliche und besondere Menschen vor - diesmal Brigitta Weber - Schlossherrin und Bufdi mit 85 Jahren.

Zörbig (ts).
Wenn man mit 85 Jahren Deutschlands viertältester Bufdi und Schlossherrin zugleich ist, hat man wohl alles richtig gemacht. Brigitta Weber hat in ihrem Leben vor allem viel bewegt. Die Diplomhistorikerin arbeitet nach wie vor im Schloss, dort, wo das Heimatmuseum mit seinem bestens sortierten Archiv seinen Sitz hat. Dort, wo es eine Dauerausstellung und wo es immer eine wechselnde Ausstellung gibt. Es sind Zeitgeschichte(n) der Vergangenheit, welche heute auf eine anschauliche Wiederentdeckung warten.

Der aktive Heimatverein, dessen Mitglied sie ist, liegt Weber seit jeher am Herzen. 1977 führte der Weg aufgrund  privater Belangenach Berlin.. Als Mitarbeiterin des Museums für deutsche Geschichte arbeitete Weber in vielen historischen Bereichen mit. Doch den Kontakt zu Zörbig hat die Diplomhistorikerin nie abreißen lassen. 1991 geht Brigitta Weber in den Ruhestand. Doch für die engagierte Powerfrau kein Grund Ruhe einkehren zu lassen. 1991 kehrt  sie von Berlin nach Zörbig zurück und übernahm sofort die ehrenamtliche die Leitung des Heimatmuseums.

Eine ihrer Aufgaben ist die Wiederbelebung des Heimatvereins. Viel Arbeit, denn das Museum, das Schloss, das Archiv findet Weber damals in einem unaufgeräumten Zustand. Doch für die Schlossherrin im passiven Ruhestand gibt es nur die Alternative, das Heimatmuseum wieder auf Vordermann und das Schloss sowie das Archiv voranzubringen. Die Historie Zörbigs, die Geschichte reicht bis in die Zeiten der Wettiner zurück, liegt der Schlossherrin sehr am Herzen. Die Stadt war auch die Residenz des Herzogs August von Sachsen-Merseburg-Zörbig.

Die älteste Stadt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat berühmte Söhne wie den Dichter Victor Blüthgen, den Komponisten Thomas Selle, den Orgelbauer Wilhelm Rühlmann, den Mediziner und Sprachforscher Johann Jacob Reiske, den Begründer der Kindergärten Friedrich Fröbel, den Pfarrer Walter Reiche und andere hervorgebracht. Dank Brigitta Weber sind viele Projekte, Sonderausstellungen und Veranstaltungen entwickelt und durchgeführt worden, doch für sie ist auch eine dauerhafte Nachfolge wichtig.

Bisher bezieht sich die Nachfolge auf eine geförderte Stelle über ESF-Mittel. Das ist nur eine begrenzte Übergangs- jedoch noch keine Dauerlösung, wie Weber meint. Zurzeit unterstützt der Historiker Stefan Auert-Watzik die Diplomhistorikerin.
„Ich kann natürlich nicht ewig so weitermachen, irgendwann ist auch für mich der Punkt gekommen, wo ich nicht loslassen möchte, jedoch muss“, so Brigitta Weber. Momentan kümmert sie sich mit um die aktuelle Ausstellung zur Geschichte des Meissner Porzellans.

Die Öffnungszeiten des Zörbiger Heimatmuseums:
Montag - Freitag
09:00 - 15:30 Uhr
Sonn- und Feiertage
14:00 - 17:00 Uhr und telefonisch unter 034956 25605.
Die Funktion als Bufdi, also als Bundesfreiwillige, ist für die Diplomhistorikerin zweitrangig. „Hier geht es um Zörbiger Geschichte und um die Bewahrung dieses Kulturgutes. Da ist bei rund 19.000 Museumsstücken einiges zu bewegen und das Aufarbeiten wird auch noch weitere Jahre in Anspruch nehmen“, so Brigitta Weber.
Die Zörbigerin hat jahrelang eine Neukonzeption des Heimatmuseums angeregt. Vor drei Jahren ist dann endlich Bewegung in die notwendige Veränderung des Schlosses, der Kulturgüter und des Heimatmuseums gekommen. Die Umbauten des Schlosses haben schon mal begonnen, die räumlichen Veränderungen sollen einiges bewirken, wie Weber meint. Da sind Barrierefreiheit und eine Personalplanung genauso bedeutend wie Synergieeffekte zwischen Museum, Schloss und dem Heimatverein 1922 e. V. „Natürlich gehört eine digitale Vernetzung dazu, denn immerhin wollen wir auch die jüngeren Generationen begeistern. Des Weiteren sind Bildungsangebote für Kitas und Schulen sehr wichtig“, blickt die 85-Jährige nach vorn. Die Bufdi-Stelle der rüstigen Rentnerin ist bereits ausgelaufen, doch Brigitta Weber behütet „ihr“ Schloss nach wie vor im Ehrenamt und sorgt mit ihrem ungebrochenen Elan weiterhin für frischen Wind, auch wenn das sicher nicht jedem gefällt, wie Weber meint. Die „Schlossherrin“ möchte immer wieder gern mal polarisieren, dass alles im Sinne der Bewahrung der historischen Kulturgüter steht. Schon sehr früh habe sich Brigitta Weber, die ihre Jugend im Mansfelder Land verlebte, mit Geschichte und insbesondere mit der Heimatgeschichte beschäftigt. 1960 ist die engagierte Historikerin nach Zörbig gekommen und wurde Leiterin des Heimatmuseums.  
Für Brigitta Weber ist der Lehrer und Gründer des Heimatmuseums in Zörbig, Otto Schmidt, die geschichtsträchtige Person schlechthin.


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