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Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 18.04.2019 um 08:23:13

Das WTZ Roßlau präsentiert eine Weltneuheit: Wasserstoff-Kreislaufmotor ist Highlight der Gasmotorenkonferenz

Mehr als 300 Konferenzteilnehmern verfolgten im Technikmuseum „Hugo Junkers“ in Dessau die Präsentation. Mehr als 300 Konferenzteilnehmern verfolgten im Technikmuseum „Hugo Junkers“ in Dessau die Präsentation.
Foto: Frank schmidtke Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder)
Statt Abgaswolke kommt nur Wasser aus dem „Auspuff“. 

Dessau (fs). Wenn sich in Dessau-Roßlau alle zwei Jahre das „Who is Who“ einer Branche der Motorenindustrie und deren Forschungsableger versammeln, dann hat das WTZ (Wissenschaftlich-Technische Zentrum) Roßlau wieder zur internationalen Gasmotorenkonferenz geladen.        
                     
Schon zum elften Mal trafen sich rund 300 Fachleute der Gasmotorenbranche in der Bauhausstadt zum Erfahrungsaustausch. Zwei Tage lang haben die Ingenieure und Techniker aus 18 Ländern im Veranstaltungszentrum Golfpark Dessau gefachsimpelt und sich über Forschungsstand und zukunftsträchtige Innovationen in der Motorenentwicklung informiert. Hierbei galt das besondere Augenmerk der Konferenzteilnehmer, ökologischen und umweltverträglichen schadstoffarmen Antriebstechnologien.                                                                                                                        
Diesbezüglich zog der Ausrichter des Branchentreffens, das traditionsreiche Unternehmen WTZ Roßlau, dann gleich zum Abschluss des ersten Konferenztages ein Ass aus dem Ärmel. 
Nach einem Wechsel der Location vom Golfpark auf das Gelände des Technikmuseums „Hugo Junkers“ wurde den Anwesenden feierlich eine echte Weltneuheit präsentiert, der „Zero-Emission-Kreislaufmotor“. Dieser innovative Wasserstoff-Verbrennungsmotor mit dem enormen Wirkungsgrad von 50 Prozent dient zur be­­darfsgerechten Rückverstromung von gespeicherten Sauerstoff und Wasserstoff aus erneuerbaren Energien bei vergleichbar geringen Investitionskosten und wird nur mit Sauerstoff und Wasserstoff betrieben. 

Er entlässt als „Abgas“ lediglich Wasser und könnte in Zukunft eine echte Ergänzung zur bereits bestehenden Brennstofftechnologie darstellen. Bei einem kurzen Probelauf wurde den sichtlich beeindruckten Fachleuten auch gleich vorgeführt, wie völlig schadstofffrei der neue Motor arbeitet. Es erfolgt weder ein Ausstoß von Kohlendioxid noch von Stickstoff. Aus dem „Auspuff“-Hahn tropfte nur pures Wasser.                                      

Künftige Anwendungsgebiete für den Wasserstoff-Kreislaufmotor sehen die Roßlauer Motorenbauer etwa in Haushalten, die mit einer Photovoltaikanlage und gleichzeitig mit einem Wasserstoff-Speicher ausgestattet sind. Aus dem bedient sich der Motor bei Bedarf, um den Haushalt mit Strom zu versorgen.   
                                                                                        
Die Entwicklung des Motors durch ein mittelständisches  Unternehmen wie das WTZ wurde unter anderem auch möglich durch die Mitarbeit der Roßlauer im Verbundprojekt „LocalHy“. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen, die sich zum Ziel gesetzt haben, dezentral, aus ökologisch erzeugter regenerativer Energie, ohne Verbrennung von fossilen Rohstoffen, Wasserstoff zu erzeugen und zu nutze.

Über dieses Projekt soll der Wasserstoff-Kreislaufmotor auch in absehbarer Zeit zum Einsatz kommen, als Teil eines Blockheizkraftwerkes in der Kläranlage Sonneberg-Heubisch. Im Praxisbetrieb wird sich dann zeigen, wie der Motor mit den anderen dort eingesetzten LocalHy-Komponenten zuammenwirkt. Die Aussichten sind jedenfalls vielversprechend.
 

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