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Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 13.06.2019 um 11:35:15

Sein größter Lauf von Ozean zu Ozean - Themenjahr „Menschenskinder“ stellt Manfred Seidewitz (76) vor

Von Frank Schmidtke.

Manfred Seidewitz ist eine Frohnatur und der beste Beweis, dass der menschliche Körper auch im Alter noch trainierbar und leistungsfähig ist. Getreu dem Motto „Wer rastet, der rostet“ lässt der 76-Jährige seit vielen Jahren auf diversen Laufveranstaltungen Meter um Meter hinter sich.

Für den drahtigen Raguhner, der seit zehn Jahren seine sportliche Heimat beim ESV Lok Dessau gefunden hat, ist das Laufen so eine Art Passion, ohne vordergründige Ambitionen auf das Erreichen von Bestzeiten.

„In der Jugend habe ich mal Radsport betrieben. Damals war ja Täve Schur unser aller Idol und da sind natürlich viele beim Radsport gelandet, so auch ich“ erzählt Seidewitz. „Danach habe ich bis zu meinem 48. Lebensjahr in Dessau Fußball gespielt. Als ich dann nach Raguhn gezogen bin, gab es dort den Kanuverein und die hatten da auch eine Laufgruppe. Bei denen bin ich dann eingestiegen vor etwa 25 Jahren. Tja, und dann wollte ich etwas `professioneller` laufen und hab` mir einen Verein gesucht.
Über ein `Zwischenspiel` beim Bitterfelder SV 2000 bin ich schließlich beim ESV Lok Dessau gelandet. Die Truppe hier hat mir einfach am besten gefallen und diese Entscheidung habe ich nie bereut.

Es ist eine wunderbare Laufgruppe und auch die Kameradschaft untereinander ist einfach großartig“.

Der Verein ist sehr aktiv und hat neben unzähligen Wettkämpfen im Lande auch schon an vielen internationalen Laufveranstaltungen teilgenommen, berichtet Seidewitz und zählt dann auf: „Wir waren schon in Österreich, der Schweiz, Spanien und Italien, alles so Volks- oder Hobbyläufe, wie ich sie mal nennen möchte. Die sind ja wieder sehr populär und jeder der Spaß am Laufen hat, kann daran teilnehmen. Dafür muss man ja auch nicht unbedingt einem Verein angehören.“

Höhepunkte im Sportkalender von Manfred Seidewitz sind zweifellos die Läufe im Bereich der Halbmarathondistanz, einer Strecke, die er drei bis fünfmal im Jahr in Angriff nimmt. Als Limit reicht ihm das völlig. „Meine bislang längste Strecke waren die 34 Kilometer beim legendären „Swiss Alpine“- Lauf“, so Seidewitz.                                                                                                 


50 bis 60 Kilometer pro Woche

Im Sommer läuft er etwa 50 bis 60 km pro Woche an drei Trainingstagen, im Winter dann entsprechend weniger. Außerdem geht er noch zweimal in der Woche ins Fitnessstudio. „Früher bin ich auch viermal pro Woche gelaufen, aber der Körper regeneriert im Alter einfach nicht mehr so schnell“. Unmittelbar nach einem längeren Lauf allerdings klappt es mit der Rückkehr zum Wohlfühlzustand des Körpers ganz gut, berichtet Manfred Seidewitz. „Länger als eine Viertelstunde oder 20 Minuten brauche ich kaum, bis ich mich wieder einigermaßen erholt fühle“.

Ernährungsmäßig halte er sich an die einschlägigen Profitipps, wie etwa das „Kohlehydrat-Pumpen“ durch die üblichen „Pastapartys“ am Abend vor größeren Läufen. Am Morgen des Wettkampftages ist dann ein rechtzeitiges (etwa drei Stunden vor dem Start) Frühstück wichtig. Manfred Seidewitz schwört dabei neben belegten Brötchen und Obst auf Haferflockensuppe. Auf der Strecke wird dann regelmäßig ein „Powerriegel“ zugeführt, meist unmittelbar vor den Trinkstationen, denn die darin enthaltene hohe Konzentration von Nährstoffen erfordert ein „Nachspülen“ mit 150 bis 200 ml Flüssigkeit, wie Manfred Seidewitz verrät.  

                                                                                                                                                    
Von ernsthaften Verletzungen sei er zum Glück verschont geblieben. Aufgeben, bzw. einen Lauf abbrechen musste er bisher nur ein einziges Mal. Das geschah kurioserweise ausgerechnet beim heimischen City-Lauf in Dessau, der da allerdings bei 35 Grad im Schatten stattfand – Extrembedingungen, nicht nur für Hobbyläufer.


Ein lang gehegter Traum

Gemeinsam mit neun Sportfreunden aus Dessau hat er sich einen lang gehegten Traum erfüllt und sich am Fuße des Tafelbergs in Kapstadt auf eine der schönsten Laufrouten der Welt begeben. Jedes Jahr zu Ostern findet dort der „Two Oceans Marathon“ statt. Dabei handelt es sich um einen Ultramarathon von 56 km Länge und einen kleineren Ableger auf der Halbmarathondistanz, an dem Manfred Seidewitz teilnahm.

In diesem Jahr fand die große Jubiläumsauflage statt. Zum 50. Mal trafen sich Hobby- und Profisportler aus der ganzen Welt zum läuferischen Wettstreit an der Südspitze des afrikanischen Kontinents.                                                                                                                    

Gerade die Teilnehmerzahl und die Größenordnung der Läufe in Kapstadt haben Manfred Seidewitz beeindruckt: „16.000 waren es beim Halbmarathon und noch einmal 13000 beim Ultramarathon, das war das Größte, was ich bisher gelaufen bin“. Insgesamt waren da fast 30.000 Läufer aus 90 Nationen auf der Strecke“.                                                                                   

Weil es bei diesem Event nicht nur um sportliche Lorbeeren geht, sondern es sich auch um ein freundschaftliches Treffen von „Laufverrückten“ handelt, hatten die Teilnehmer tags zuvor die Gelegenheit, sich bei einer Art lockerer Prolog-Veranstaltung, dem sogenannten „Freundschaftslauf“, zu beschnuppern. Bemalt in den Landesfarben oder mit den entsprechenden Flaggen ausgestattet, lernten sich die Protagonisten auf sportliche, aber entspannte Weise kennen, bevor es am nächsten Tag „zur Sache ging“.  
                     

Bauhaus-Botschafter

Auch Manfred Seidewitz` Frau Heidi, die ihren Mann auf dieser Sportreise nach Südafrika begleitet hat, ließ es sich nicht nehmen, den sechs km langen „Friendship-Run“ zu laufen. Die zehn Dessauer Aktiven (sechs vom ESV Lok Dessau und vier vom 1. LAC Dessau) nutzten bei der Gelegenheit auch die Möglichkeit, die Werbetrommel für ihre Heimatstadt zu rühren. Alle hatten sie ihre leuchtend roten Laufshirts mit der Aufschrift „100 Jahre Bauhaus – Wir laufen auf Hochtouren“, übergestreift und trugen so, zumindest symbolisch, die Kunde vom Bauhaus-Jubiläum in alle Welt.                                                                                                               

Am Ostersamstag wurde es dann ernst für Manfred Seidewitz und seine Mitstreiter. Die Läufer beim Halbmarathon wurden am frühen Morgen, noch bei Dunkelheit, in vier Gruppen im Abstand von je zehn Minuten auf die Strecke geschickt. Seidewitz startete in der dritten Gruppe um 6.10 Uhr. Die Modalitäten bei dieser Strecke beinhalten eine offizielle Zeitvorgabe für den finalen Zieleinlauf. Bis 9.30 Uhr, also ca. 3 1/2 h nach dem Start, erfolgt eine Zeitmessung. Alle die danach ankommen werden nicht mehr gewertet und bekommen dann auch keine Medaille. „Für einigermaßen ambitionierte Läufer sollte diese Vorgabe jedoch locker zu schaffen sein“, so Seidewitz.

Die Strecke selbst hatte es aber in sich. So sind auf den 21,1 Kilometern immerhin 450 Höhenmeter zu überwinden, beim Ultramarathon sind es sogar mehr als 1000.       
                         
Während des gesamten Laufes hatte Manfred Seidewitz übrigens gleich zwei „Schutzengel“ an seiner Seite. Eckhard Pöhle und seine Frau Simone schirmten ihn regelrecht ab und schützten ihn so vor etlichen Unwägbarkeiten und Stolperfallen, die bei einem so großen Rennen und im Gedränge der riesigen Teilnehmerschar immer mal wieder vorkommen können. Gemeinsam mit seiner „Security“ erreichte er nach exakt 2:23 h dann auch wohlbehalten das Ziel auf dem Campus der Universität Kapstadt. Beklatscht von den Zuschauern auf der Tribüne und begrüßt von einem strahlenden Regenbogen – da freute sich das Läuferherz.


„Meine Frau ist mein bester Trainer“

Nach diesem sportlichen Höhepunkt möchte Manfred Seidewitz es in Zukunft ruhiger angehen. Ganz aufhören mit dem Laufen wird der 76-Jährige ganz sicher nicht, aber so peu á peu will er kürzer treten und Wettkampf- und Trainingsausmaße reduzieren. Da er des Öfteren mit Knieproblemen zu kämpfen hat, möchte Seidewitz vor allem keine so langen Strecken mehr laufen. Jeder Halbmarathon zum Beispiel bedeute, so vier, fünf Trainingsstrecken um die 20 km im Vorfeld. Das sei zukünftig nicht mehr drin.

Kürzere Strecken werde er aber auch weiterhin in Angriff nehmen, zum Beispiel beim Goitzsche-Lauf in Bitterfeld. Hier war er von der ersten Veranstaltung an bis zum jüngsten Lauf am 5. Mai dieses Jahres immer mit auf der Strecke. Dass er sich dabei nicht übernimmt, darauf wird seine bessere Hälfte ganz sicher ein Auge haben. „Meine Frau ist mein bester Trainer“ sagt Manfred Seidewitz lachend.
So wird man ihn wohl auch in Zukunft seine Runden drehen sehen, denn wer wie er vom „Läufer-Virus“ infiziert ist, wird wohl nicht so schnell die Laufschuhe an den Nagel hängen.

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