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Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 09.08.2019 um 11:23:29

Seltene Putztechnik am Erdmannsdorff-Portal in Dessau im Praxistest

Architekt Heinfried Stuve (l.) und Sören Klausnitzer  vom Stadtplanungsamt im Gespräch mit Putzexperten Frank Meding (r.). Architekt Heinfried Stuve (l.) und Sören Klausnitzer vom Stadtplanungsamt im Gespräch mit Putzexperten Frank Meding (r.).
Foto: Anke Katte Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Sanierungsarbeiten am Erdmannsdorff-Portal gehen  voran.

Dessau (ak). Mitte August sollen die Gerüste und Planen, die das Erdmannsdorff-Portal am Historischen Friedhof in Dessau verhüllen, endlich fallen.

Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736-1800) hatte im Auftrag des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817) den Entwurf für einen neuen Begräbnisplatz vor den Toren der Stadt geliefert. Der streng quadratische Grundriss des Friedhofes wurden von einer ca. 1,50 Meter hohen Umfassungsmauer, in der sich die Grabgewölbe befanden und an der Nordseite durch   ein   Eingangsportal  umgrenzt. Dass es sich dabei um den Zugang zu einer letzten Ruhestätte handelt, ist erst auf den zweiten Blick zu erfassen. Vielmehr erinnert das architektonische Kleinod, das 1789 fertig gestellt worden war,  an einen antiken Triumphbogen.

230 Jahre später ist es die Wirkungsstätte von Frank Meding. Der Experte für alte Putze und Stuck hat hier mit seinen Kollegen von der Stuck- und Sanierungs GmbH Behrendt + Petzold aus Glauchau dafür gesorgt, dass sich der Bau demnächst wieder in seinem originalgetreuen Äußeren präsentiert. 

Im Vorfeld waren aufwendige Untersuchungen und Nachforschungen erforderlich, um der ursprünglichen Struktur und Farbigkeit der historischen Fassade auf die Spur zu kommen, erklärt Heinfried Stuve. Der Architekt hat in Dessau und im Dessau-Wörlitzer Gartenreich schon eine ganze Reihe von baudenkmalpflegerischen Projekten planerisch begleitet. „In den Fugen des Erdmannsdorff-Portals haben wir Ziegelputzreste gefunden, anhand dessen wir die Farbigkeit bestimmen konnten. Außer in Kirchen wurden damals in der Regel eher zurückhaltende Farben benutzt. In diesem Fall wurde der Kalkputz mit Ziegelmehl eingefärbt,  was ein helles Ziegelrot ergab.  Wir haben diesen Farbton mit Hilfe von Farbpigmenten nachempfunden“, so Stuve.

Bis zum Auftragen des Putzes war es ein langer Weg der Erkenntnis, berichtet Frank Meding. Für die Auswahl der Werkzeuge, deren Material und passenden Größe haben wir lange probiert und experimentiert, bis wir mit dem Ergebnis zufrieden waren. 
Dass die Wahl dann auf die sogenannte Besenstipptechnik fiel,  ist auch der Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung Dessau-Wörlitzer Gartenreich zu verdanken.  An einem Erdmannsdorff-Bau in Wörlitz gibt es noch alte Putzreste, die auf diese heute kaum noch bekannte Methode schließen lassen.

Putzexperte Frank Meding hat dazu mit Reisig und Weiden experimentiert, wobei sich am Ende der Reisig als geeignetes Werkzeug durchgesetzt hat.

Mit unterschiedlich großen, handlichen Reisigbündelchen wurden winzig kleine Strukturen in den Putz gestippt. Das ist eine mühevolle, Stunden zehrende Kleinarbeit. 
Dass jeder Arbeitsabschnitt die Handschrift des jeweiligen Putzers trägt, ist durchaus gewollt. 
Die Rundbögen haben neuen Glattputz erhalten. Auf historischen Fotos waren nicht mehr vorhandene Zahnleisten zu erkennen, für die Frank Meding extra Modelle angefertigt hat, um sie originalgetreu nachmodellieren zu können.

Sören Klausnitzer vom Stadtplanungsamt: „Die Arbeiten am Erdmannsdorff-Portal lagen lange Zeit brach, da es immer am nötigen Geld fehlte. Jetzt sind wir dank 180.000 Euro aus Stadtumbau-Restmitteln ein gehöriges Stück weitergekommen. 

Für die Wiederaufstellung der beiden Sandsteinfiguren (Hypnos und Thanatos), die seit einigen Jahren im Steinlager der Stadt „schlummern“, wurde ein Förderantrag gestellt.  



 

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