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Wochenspiegel > Bitterfeld-Wolfen > Leckereien aus Leidenschaft - wo Tortenträume wahr werden >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 21.08.2019 um 15:31:04

Leckereien aus Leidenschaft - wo Tortenträume wahr werden

Bäckerin Heid Seel hat gerade einen Pflaumenkuchen aus dem modernen Backofen gezogen und die ganze  Mößlitzer Backstube duftet danach. Bäckerin Heid Seel hat gerade einen Pflaumenkuchen aus dem modernen Backofen gezogen und die ganze Mößlitzer Backstube duftet danach.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)

Wochenspiegel-Themenjahr „Menschenskinder“ stellt gewöhnliche und besondere Menschen vor - diesmal die Bäckerin Heidi Seel vom Förderverein Gut Mößlitz e. V..

Mößlitz (ts).
Das Gut Mößlitz bei Zörbig ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Genauso bekannt, beliebt und köstlich sind die selbstgebackenen Kuchen, Torten und Plätzchen aus der Backstube des Fördervereins Gut Mößlitz e. V. Die Seele der Leckereien ist Heidi Seel, denn die Mößlitzerin ist die Backfrau hinter den vielen Köstlichkeiten, die vor allem an den Sonntagnachmittagen zur Kaffeestube auf den Tischen landen.

Bevor die köstlichen Pflaumenkuchen, Mokkaeierlikörtorten oder Speckkuchen verköstigt werden, liegen einige Tage Arbeit hinter Heidi Seel und ihrem Backstubenteam. Heidi Seel wird 1957 geboren und wächst in Rödgen bei Wolfen auf. Es folgen wie üblich 10 Jahre Schule und eine Ausbildung. Diese hat allerdings so gar nichts mit den feinen Köstlichkeiten zu tun. Im Osten damals nicht unüblich, gab es Bereiche wo Frauen „gern“ gesehen wurden. So auch bei der damaligen Rödgenerin. Sie absolviert ab 1974 eine Ausbildung zur Textilreinigungskraft in der damaligen Bitterfelder Zentralwäscherei.

Eine Arbeit in Schichten und mittelmäßig bezahlt. Dann lernt Heidi Seel ihren Mann, einen waschechten Mößlitzer kennen, bringt 1976 ihren Sohn zur Welt und zieht nach Mößlitz, wo sie heute noch wohnt und eben arbeitet. Dann arbeitet die stolze Mutter in der Kartoffellagerhalle in Zörbig. Nach mehreren Versuchen der Neuorientierung wechselt Seel 1995 in die Bitterfelder Qualifizierungs- und Projektierungsgesellschaft (BQP). 1998 wird der Förderverein Gut Mößlitz e. V. gegründet und die BQP setzt vor Ort Maßnahmen um. Die heutige Bäckersfrau kommt als eine der ersten, damals als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, nach Gut Mößlitz. 120 Vermessungsleute sind zu versorgen, doch wer soll das leisten…?

Heidi Seel ist Hausfrau aus Leidenschaft und meldet sich freiwillig und damit nimmt die neue Karriere ihre Wendung. Anfangs ist die Bäckerin mehr in der Küche eingesetzt. Aber seit 2018 übernimmt sie die berühmte Backstube mit dem großen Lehmbackofen. Jeden Abend und an den Wochenenden sich die Frau für die süßen Mößlitzer Köstlichkeiten hin und autodidaktisch verschlingt sie Bücher und Rezepte. Ab dann wird alles ausprobiert, was lecker klingt und sie haucht den Rezepten ihren eigenen Touch ein. Ganz zur Freude der zahlreichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (im Sprachgebrauch ABM’er genannt) und der Vereinsmitglieder des Fördervereins.

Seitdem entstehen in Mößlitz Tortenträume. „Es ist nicht nur eine süße Angelegenheit, sondern auch kreative Arbeit, die einen sowohl geistig als auch körperlich fordert und am Ende jede Menge Freude bereitet… denn die Leute geben das mit einem riesigen Lob zurück“, sagt Heidi Seel zu ihrem Alltag in der Backstube. Der normale Tag in der Backstube beginnt gegen 7 Uhr mit der Planung für den nächsten Tag, ehe das eigentliche Tagwerk beginnt. Die verführerische Vielfalt ist reine Handarbeit und so werden erst einmal alle Zutaten bereitgelegt. Bevor es mit dem Zubereiten der Kuchen und Torten losgeht, überprüft das Backstubenteam, ob ausreichend Mehl, Zucker, Milch, Eier, Backpulver, Hefe und zurzeit Pflaumen, Trauben sowie Aprikosen bereitstehen.

Je nach Saison unterscheiden sich die Früchte… so gibt es Erdbeertorten im Frühsommer und Pflaumenkuchen im Spätsommer. Dann wird geknetet und gerührt, belegt und ab in den Backofen. Danach sind Kindergruppen, die auf dem Gut Mößlitz Projekte umsetzen, an der Reihe. Es werden Brötchen zubereitet und gebacken oder je nach Wunsch Pizza, Plätzchen, Kuchen und noch einiges mehr. Heidi Seel hat natürlich auch einen Favoriten, den Schneewittchen-Kuchen und Mohn-Eierlikör-Torte.

Für die Gutsbäckerin steht eins fest: „Die süßeste Versuchung ist nicht die Leckerei selbst, sondern die Leidenschaft, die süße Versuchung etwas ganz Besonderes zu entwickeln.“ Wer sich von den leckeren Kreationen selber überzeugen und seinen Gaumen damit beglücken möchte, kann das an jedem Sonntagnachmittag von 14 bis 17 Uhr auf dem Gut Mößlitz bei Zörbig. (Gut Mößlitz)
 


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