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Wochenspiegel > Bitterfeld-Wolfen > Wenn einer von (s)einer Reise erzählt... >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 20.05.2020 um 16:57:37

Wenn einer von (s)einer Reise erzählt...

Weltenradler Thomas Meixner kommt auf seine Seidenstraßentour in Richtung China auch durch den zentralasiatischen Staat Usbekistan , dort gibt es kaum Verkehr, weil es kaum Autos gibt.  Weltenradler Thomas Meixner kommt auf seine Seidenstraßentour in Richtung China auch durch den zentralasiatischen Staat Usbekistan , dort gibt es kaum Verkehr, weil es kaum Autos gibt.
Foto: Thomas Meixner
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Der Wochenspiegel lässt sich von Reisen mit Erlebnissen und Anekdoten erzählen... hier wollen wir die Reiselust wieder  wecken. Wir haben dazu Reiseprofis besucht. Heute sind wir beim Weltenradler Thomas Meixner.

Jeßnitz (ts). Thomas Meixner ist wohl einer der bekanntesten Weltenbummler auf dem Fahrrad, seiner Else. Beide haben schon Gebiete, Länder und ganze Kontinente in alle Himmelsrichtungen durchquert.   Thomas Meixner, geb. 1965, gelernter Elektriker, nach 1989 erste große Radtour entlang der Mittelmeerküste durch 13 Länder über 10.000 Kilometer, 1998 Beginn einer dreijährigen Weltreise über 99.000 Kilometer, seitdem begibt er sich regelmäßig auf spannende Radtouren weltweit, über die er in Lichtbild-Vorträgen berichtet. Meixners Motto: „Lieber gescheitert als unversucht“ - viele Reisen hat Meixner mit „Else“ erlebt. Ein großes Abenteuer bescherte ihm einen Knastbesuch, bei einer anderen Tour eine schwere Infektion  oder bei einer weiteren musste er einen Raubüberfall überstehen. Seine letzte große Radtour führt den Extremradler 2019 von Bitterfeld über Europa nach Asien bis in das chinesische Xian, eine Seidenstraßentour mit zahlreichen Begegnungen und jede Menge an Abenteuern.

Doch eine Frage wird Thomas Meixner immer wieder gestellt: „...warum mit dem Fahrrad, warum quälst du dich so, das geht doch alles viel bequemer“ - seine Antwort leuchtet ein. „Es gibt viele Gründe, das Rad zu nehmen. In erster Linie kann ich  damit lange mit wenig Geld unterwegs sein. Ich mich quasi, langsam unterwegs zu sein. Dadurch erlebe ich die Dinge wie Wind, Sonne, Regen, Berge intensiver als mit dem Bus, Auto oder was das Schlimmste wäre, über allem im Flugzeug sitzen würde.“

Auf seinen Reisen sitzt Meixner dreimal jeweils für eine Nacht im Untersuchungsgefängnis ein, wurde dreimal brutal überfallen, hat einen Unfall und ist auch öfter mal krank. Doch alles hat der Jeßnitzer überstanden und wenn wieder eine Reise ansteht, so hat sie oft auch eine Vorgeschichte, es muss erst mal eine Idee zu einer Tour geboren werden. Zentralasien war schon immer eines der Lieblingsziele in seinem Reiseleben. Dann war da dieser Fernsehbericht über die neue Seidenstraße, die das Reich der Mitte, also China anschob und Meixner lässt sich anschieben.

Hinein in den Orient
Da begann so langsam die andere Welt. Es geht in die Türkei und das erinnert Meixner an eine frühere Tour. „Ich radelte auf türkisches Gebiet und es wurde  dunkel, ich fuhr aus der Stadt heraus und versuchte zwischen Maisfeld, Wiese und Wald einen Platz für mein Zelt zu finden. Da griffen mich vier uniformierte Gestalten auf und sagten mir, dass ich mich schon in der zweiten verbotenen Zone zur Grenze nach Griechenland befand. Ich wurde von einem Grenzoffizier verhört und landete weit nach Mitternacht in einer Gefängniszelle bei der zivilen Polizei in Edirne. Nach einem kurzen morgendlichen Verhör wurde ich damals in die Freiheit entlassen“.

Im Georgischen Stall
Es wird nach der Grenzüberquerung von der Türkei nach Georgien schnell dunkel. Meixner entdeckt Stallungen und fragt auf Russisch den Milchbauern nach einem Platz für seinen Mini-Wigwam. Er deutet ihm an, dass es kein Problem sei, aber so richtig verstand er ihn nicht. Nun wartet Meixner geduldig, bis die drei Melker und die Melkerin mit ihrer Arbeit fertig sind und überschlägt die Anzahl der Rindviecher. Er kommt auf hundert. Im Stall ist es warm; es roch nach Stall, logischerweise. Noch Tage später haftete der Geruch an seinen Sachen. Im Stall wärmen sich außerdem noch zwei Esel, ein Pferd, zwei Katzen und ein Hund die kalten Glieder auf. So gesehen macht gemeinsames Frieren schneller warm

Armenischer Kognak
Nach dem Grenzübertritt von Georgien nach Armenien radelt Meixner auf den Beamten zu. Ein etwas untersetzter Mann, er macht einen freundlichen Eindruck. Er sieht sich den Pass genau an. Er hängt alle Packtaschen ab, auf das schwarze Band einer großen Röntgenmaschine. Es wird nichts Verdächtiges gesehen. Ob der Beamte wohl den armenischen Stempel gesehen hat? Die Gedanken kreisten in Meixner und er hat immer noch weiche Knien. „Na, haben wir armenischen Cognac im Gepäck?“, fragt er verschmitzt schmunzelnd. Meixner überlegt und kam relativ schnell drauf. Ob er in Armenien war, lautete die Übersetzung.

Jetzt wird es ernst. Er konnte es ja in meinem Pass sehen. Ernst sieht er sich noch einmal die  Reisedokument an. Meixner legteine Karte vor, auf der seine Strecke, wichtige Daten und die Nächte markiert sind. Jetzt zieht er alle Register, holt noch sein Empfehlungsschreiben in den die wichtigsten Sprachen,  Deutsch, Englisch, Russisch und Chinesisch, dass er Bürger der Stadt Bitterfeld-Wolfen ist, und auf der Seidenstraße mit meinem Rad nach Xi“an in China fahren möchte. Außerdem, dass ich mit der Reise zur Völkerverständigung und dem friedlichen Miteinander der Nationen beitragen möchte raus und Zöllner sieht sich das alles an und befindet, dass der Radler aus Deutschland einreisen darf. Er knallte ihm den Stempel in den Pass. Meixner fällt ein Stein vom Herzen.

Diese und viele weitere Abenteuer sowie Erlebnisse auf der Seidenstraße können Interessierte in (s)einem Buch „Abenteuer Seidenstraße“, erschienen im mdv Mitteldeutscher Verlag, mit der ISBN 978-3-96311-161-7 ergründen oder man besucht einen seiner Diavorträge. Termine und viele weitere Informationen findet man auf seiner Homepage www.thomasmeixner.de

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