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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 03.06.2020 um 14:48:18

Wenn es wieder (R)auscht…

Das Schortewitzer Familienunternehmen Rausch mit Peter und Mario Rausch (lrechts) plant den Corona-Restart mit einer Fahrt ins benachbarte Brandenburg, der ist für den 17. Juni geplant. Endlich, wie Peter Rausch meint. Das Schortewitzer Familienunternehmen Rausch mit Peter und Mario Rausch (lrechts) plant den Corona-Restart mit einer Fahrt ins benachbarte Brandenburg, der ist für den 17. Juni geplant. Endlich, wie Peter Rausch meint.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Der Wochenspiegel lässt sich von Reisen mit Erlebnissen und Anekdoten erzählen... hier wollen wir die Reiselust wieder wecken. Wir haben dazu Reiseprofis besucht. Heute sind wir bei Peter Rausch, Busreiseunternehmer aus Schortewitz.

Schortwitz (ts).
Peter Rausch ist gelernter Berufskraftfahrer und ein absoluter Optimist. Doch dass er das 30-jährige Firmenjubiläum zuhause, ohne einen rollenden Reisebus verbringen muss, das hätte sich der 65-Jährige nicht vorstellen können. Aber die Corona-Krise ist eben auch eine wirtschaftliche Krise und hat um das kleine Reisebusunternehmen eben keinen Bogen gemacht. Am 8. März gab es die letzte Busreise, seitdem stehen die beiden modernen und klimatisierten Reisebusse still. Ein- bis zweimal in der Woche werden diese im Stile eines Kraftfahrers angelassen und mit der „Wolke“ – Wasser, Oel, Luft, Kraftstoff und Energie überprüft.

Nur bewegen kann Rausch die Busse nicht. Die beiden „Roten“ sind vorläufig stillgelegt, bis es wahrscheinlich ab dem 17. Juni endlich wieder losgehen soll. „Die Versicherung hat zum Glück ein coronabedingtes Einsehen gehabt und somit konnten wir die Kosten etwas senken“, so der Schortewitzer. Seine erste Reise als Selbstständiger begann 1990 und es geht seinerzeit nach Hildesheim. Davor hat sich der Busfahrer knapp 600.000 DDR - Mark für 90.000 "West D-Mark" von der Sparkasse geborgt und seinen ersten eigenen Reisebus, einen gebrauchten Setra, gekauft. Peter Rausch ist Busfahrer und Reiseleiter zugleich und diese Leidenschaft lieben die Stammgäste am Schortewitzer.

„Wir sind ein klassisches Familienunternehmen und fahren von Sizilien bis zum Nordkap“, strahlt Peter Rausch. Vor einigen Jahren sind wir mit dem Bus sogar bis nach Tunesien und Marokko gefahren, doch wegen der Unsicherheit in beiden Ländern haben wir diese Angebote aus dem Programm genommen. Wir werden in der Corona-Zeit jetzt vorwiegend innerdeutsche Reiseziele nach dem Restart anfahren. Als erstes geht es an den Scharmützelsee. Dann kommt Rausch ins Schwärmen und erzählt eine Anekdote aus einer Schottlandreise zu den Original Highland Games nach Braemar. Die Braemar Highland Games finden jedes Jahr am ersten Samstag im September statt und stehen unter der Schirmherrschaft von Königin Elisabeth II., deren traditioneller Sommersitz das nahegelegene Balmoral Castle ist und die deshalb regelmäßig persönlich anwesend ist.

So ist es auch an diesem Tag gewesen. Weil sich die Reisegruppe von Peter Rausch immer wieder im Ort orientierte, stehen diese plötzlich wie erstarrt da. Der Grund, die englische Königin steht plötzlich keine zehn Meter entfernt und verteilt Pokale, winkt der Reisegruppe aus Deutschland zu. „Wir waren alle völlig fasziniert und in diesem Moment sprachlos. Nach der Zeremonie sind wir alle völlig aus dem Häuschen gewesen“, erzählt Rausch mit einem dicken Strahlen und handfesten Erstaunen im Gesicht. Die erste Mehrtagesfahrt ging im November 1990 nach Venedig, auch daran erinnert sich Rausch voller Stolz. „Wir waren alle voller Erwartungshaltung und als wir dann den ersten Stadtbummel unternehmen, sind alle – ich auch - völlig hin und weg. Die Adria-Lagune mit den großen Schiffen, die Kanäle mit den Gondeln, das alles kannte man nur aus dem Fernsehen und plötzlich sind alle mittendrin“, so der Schortewitzer. Als Fahrrad-Führer hat sich Rausch auch schon einen Namen gemacht.

Mit einem Schmunzeln erzählt er: „Ich fahre immer vorneweg, an mir führt kein Weg und erst recht kein Fahrrad vorbei, denn wenn ich keine Lust mehr zum Weiterfahren habe, dann haben alle Pause… nur die Elektroräder von heute machen mir das Leben trotz meiner 12-Gangschaltung schwer“, lacht der gelernte Berufskraftfahrer. Seit 2000 ist sein Sohn Mario mit im Unternehmen, das sich Rausch-Reisen Omnibustouristik GmbH nennt. Der Junior hat nun auch schon 1,5 Millionen Kilometer Erfahrung auf den Straßen Europas. Italien ist sein Liebelings-Bus-Reiseland. Dieses charmante Land, welches schwer von der Corona-Epidemie getroffen ist und einzigartig in Landschaft, Kultur und kulinarischem Genuss ist. Neben seinem Sohn ist auch noch Ehefrau Ilona mit dabei und selbst die 83-jährige Mutter Christel mischt gelegentlich noch im Büro mit. „Wichtig sind mir die persönlichen Kontakte und wir haben 90 Prozent Stammgäste. Ohne die würde es uns wahrscheinlich schon nicht mehr geben“, so ein nachdenklicher Reisebusunternehmer.

„Wir sind anders aufgestellt, alle Reisen sind von uns individuell zusammengestellt und trotz erheblicher Konkurrenz sind wir einzigartig“, wirft Sohn Mario ein. Peter Rausch nickt und ergänzt. „Ja legendär sind unsere Fahrten zum Polarkreis mit Zwischenstation im Weihnachtsmanndorf in Finnland. Mit dem Arctic Rail Express geht es dabei samt verladenem Bus über Nacht durch ganz Finnland. Die Fahrt durch das verschneite Land, jedes Mal ein Höhepunkt“, schwärmt Rausch Senior. Am 12. Juni feiert Familie Rausch 30-jähriges Betriebsjubiläum, allerdings wird es eine kleine Feier im erlaubten Personenkreis. Doch Familie Rausch verspricht: „Die große Jubiläumsfeier und die Jubiläumsfahrt werden alsbald nachgeholt“.

Um für die nächsten Jahre gut gewappnet zu sein, hat das Schortewitzer Familienunternehmen noch einmal kräftig investiert. Für über 750.000 Euro sind zwei neue Mercedes-Busse angeschafft worden. „Die Busse erfüllen die Euro 6-Norm und verfügen unter anderem über einen Notbremsassistenten für größtmögliche Sicherheit“, so Peter Rausch. Jetzt bereitet die Familie den Corona Restart vor, der nach vorläufigen Informationen am 17. Juni, einem historischen Datum, geplant ist.

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