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Wochenspiegel > Bitterfeld-Wolfen > Der Familien-Express >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 25.06.2020 um 14:09:51

Der Familien-Express

Enkelsohn Daniel und Mitbegründerin Birgit Gotsch freuen sich schon, dass die drei Familienbusse ihre Reisegäste wieder zu den beliebten Urlaubszielen bringen können… die Lockerungen  lassen das Reisen in Deutschland und Europa wieder zu. Enkelsohn Daniel und Mitbegründerin Birgit Gotsch freuen sich schon, dass die drei Familienbusse ihre Reisegäste wieder zu den beliebten Urlaubszielen bringen können… die Lockerungen lassen das Reisen in Deutschland und Europa wieder zu.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was von Reisen und Anekdoten erzählen... zum Beispiel von einer Reise von Großbadegast über Lyon nach Peñiscola – eine Anekdote von Gotsch-Reisen, die Gastfreundschaft so einzigartig machen.

Großbadegast (ts).
Eine dörfliche Ruhe und Idylle zieht durch Großbadegast bei Köthen. Die Sonne scheint, der Wind zieht sanftmütig durch das Grün. Man fühlt sich wie in einem Urlaubsort. Die Vögel zwitschern, es ist ruhig, kein Industrielärm und auch kein Auto fährt durch die Straßen. Doch beim Familienunternehmen Gotsch tut sich was. Andreas Gotsch kniet vor einem der drei Reisebusse und schraubt das Kennzeichen an. Man kann seine Erleichterung spüren.

„Drei Monate lang haben die Busse gestanden und jetzt endet der Lockdown auch für uns. Darüber sind wir alle sehr erleichtert“, so der Chef des Familienreiseunternehmens. Auch der Unternehmensgründer und vor kurzem pensionierte Werner Gotsch atmet tief durch: „Zum Glück fängt der Familien-Express wieder an zu rollen. Diese Krise ist bis hierhin eine sehr ernste gewesen, doch wir halten alle zusammen und gemeinsam werden wir wieder da anknüpfen, wo wir vor gut drei Monaten aufgehört haben... mit glücklichen Menschen, die in Richtung Erholung reisen“, so der 65-Jährige.

Das Reiseunternehmen Gotsch wurde 1992 von Werner und Birgit Gotsch gegründet. Die Idee ist dem Firmengründer über die Liebe zum Busfahren gekommen. Nach der politischen Wende 1990 arbeitet Werner Gotsch in einer Köthener Fahrschule als Fahrlehrer und als diese sich einen Bus zulegt, entwickelt sich die Liebe und die Leidenschaft zum Bus fahren.

Da Birgit und Werner beide nach der Wende auch das Reisen für sich entdecken, ist die Kombination der Startschuss für das Busreiseunternehmen Gotsch. Von 1992 - 2001 fährt das Familienunternehmen für externe Reiseanbieter. Eine harte Zeit, wie Vater und Sohn meinen. „Wir sind quasi Tag und Nacht gerollt und ein richtiges Wochenende gab es auch selten. Das war oftmals keine einfache Situation“, so Andreas Gotsch.

Ab 2001 haben sich die Gotschs dann ihre eigenen Touren und Routen samt Übernachtungen, Unterhaltungsprogrammen und Ausflügen zusammengestellt. Auch hier sind sich Vater und Sohn einig: „Es war die richtige Entscheidung“. Ganze 13 Busse sind seit 1992 für das Familienunternehmen insgesamt 5 Millionen Kilometer gerollt. Aktuell sind drei hochmoderne und vollklimatisierte Reisebusse der Marke Neoplan und fünf Kleinbusse als Reisezubringer unterwegs. 16 Mitarbeiter hat das Unternehmen beschäftigt, einige von ihnen sind in Kurzarbeit. Doch jetzt werden alle nach und nach wieder in Richtung Normalität an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Unter den Angestellten sind auch Sohn Daniel (19 Jahre) und Tochter Sarah. Während Daniel eine Ausbildung zum Touristikkaufmann absolviert, fährt die 24-jährige Sarah mit dem Reisebus durch europäische Länder. Zwar als Ersatzfahrerin, jedoch nicht mit weniger Leidenschaft. Sonst sitzt Sarah im Büro und managt die Touren oder passt auf die nächste Generation der Gotschs auf - Bruno Gotsch alias „Paul“.

Für die Familie steht heute schon fest: „Paul“ wird Reisebusfahrer. Auch Kathleen Gotsch, die Frau von Andreas, sitzt fest hinterm Lenkrad und steuert die modernen Reisebusse durch Deutschland und darüber hinaus. Die Familie ist stolz auf so viel Frauenpower - zwei Frauen mit jeder Menge Lust auf Pferdestärken. „Es macht den Frauen Spaß, Bus zu fahren und wenn man etwas mit Freude macht, dann überträgt sich das auch auf die Reisegäste und die sind darüber immer mächtig happy, dass geballte Frauenpower einen Reisebus sicher durch ganz Europa chauffiert“, so Andreas Gotsch. Seine Frau ist ebenso für die Buchhaltung und die administrativen Aufgaben verantwortlich.

Für die Anekdoten hingegen ist vorwiegend Firmengründer Werner Gotsch zuständig. Eine Geschichte, über die immer noch herzhaft gelacht wird, ist die Tank-Story von Rimini. Was ist passiert? „Wir sind abends in Rimini angekommen und nachdem wir die Gäste in einem Hotel außerhalb der Stadt untergebracht haben, sind wir, die beiden Busfahrer, Richtung Busparkplatz gefahren. Mitten in der Einfahrt bleibt plötzlich der Bus stehen... eine unangenehme Situation“, so Werner Gotsch lächelnd. Beide versuchen der Ursache auf den Grund zu gehen. Trotz intensiver Suche können die beiden keinen Fehler finden, auch die Tankanzeige liegt genau in der Mitte. Das macht den gestandenen Busfahrer Werner stutzig.

Er meint sich zu erinnern, dass 200 km vor dem Reiseziel die Tankanzeige auch schon dort stand. Beide Fahrer überprüfen den Tank und tatsächlich, der ist leer bis auf den letzten Tropfen. Weil sie keinen Kanister haben, borgen sich die beiden eine alte Zinkgießkanne und laufen damit wie in einem Werbespot einer großen Mineralölgesellschaft 3 km zur nächsten Tankstelle und wieder zurück.

Eine andere Tour führt Busfahrer Werner mit 46 Urlaubern nach Peñiscola in Spanien. Schon der Name alleine lässt den 65-Jährigen in ein tiefes Schmunzeln verfallen. Im französischen Lyon ist eine Übernachtung geplant. Als die Busfahrer am frühen Morgen aufwachen, trauen sie ihren Augen nicht. Schneebedeckte Palmen und Zypressen sowie 10 cm Neuschnee und das mitten im April. Zum Glück hat der Bus noch die Winterreifen drauf. Doch in Lyon kennt man Winterreifen nur aus der Werbung. Im Hotel erfahren die beiden, dass sämtliche Autobahnen gesperrt sind. Man beschließt über die Landstraße zum Tagesziel Peñiscola zu gelangen. Aber die Idee haben noch viele andere Reisende, auch LKW-Fahrer. Mühevoll kommt der Bus voran und irgendwann, als die ersten Steigungen Richtung Pyrenäen anfangen, bleibt der Bus im Schnee stecken. Wieder wandert Werner, dieses Mal Richtung Pyrenäendorf und organisiert einen Traktor mit Schneepflug.

„Mit Polizeieskorte und Traktor ging es bis ins Dorf und dann ging gar nichts mehr“, erinnert sich der 65-Jährige zurück. Doch was dann folgt, ist wirklich beeindruckend. Man bietet der Reisegruppe die örtliche Turnhalle als Übernachtungsmöglichkeit an, um nicht im Bus übernachten zu müssen und ruckzuck sind dort Decken und sogar Feldbetten von den Dorfbewohnern organisiert... zudem bietet die örtliche Dorfgaststätte der Reisegruppe kostenfrei ein 3-Gänge-Menü an. „Das nenne ich mal beeindruckende Gastfreundschaft in der Not“, freut sich der Großbadegaster immer noch über die Geste.

Am nächsten Tag sind die Straßen soweit geräumt und es kann zum Reiseziel mit einem Tag Verspätung weitergehen. „Den Reisetag haben wir dann einfach hinten drangehangen“, schmunzelt Werner Gotsch. Jetzt bereitet sich das  Familienunternehmen auf die zunehmende Reisenachfrage vor und so sind die drei Reisebusse wieder zugelassen.

Und so geht es schon bald wieder los – zu deutschen sowie zu europaweiten Reisezielen. „Dies ist nur wieder möglich, da unsere Reisgäste großes Vertrauen in uns setzen und weiterhin mit uns auf Reisen gehen wollen, dafür sind wir sehr dankbar“, freut sich Andreas Gotsch und die ganze Familie auf die kommende Reisezeit.
 

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