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Wochenspiegel > Bitterfeld-Wolfen > Ein Aufschrei der Entrüstung >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 29.06.2020 um 17:22:02

Ein Aufschrei der Entrüstung

Ein Bild aus glücklicheren Tagen im Kreissaal und auf der Neugeborenenstation, diese könnten bald der Vergangenheit angehören. Ein Bild aus glücklicheren Tagen im Kreissaal und auf der Neugeborenenstation, diese könnten bald der Vergangenheit angehören.
Foto: André Kehrer Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Im Bitterfelder Klinikum sollen laut Ankündigung keine Frauen mehr gynäkologisch behandelt werden. Auch die Geburtenabteilung samt Neugeborenenstation sollen aus Kostengründen wegfallen.

Bitterfeld-Wolfen (ts).
Die Nachricht schlug im wahrsten Sinne des Wortes ein wie eine Bombe… doch was ist passiert? Auf einer Informationsveranstaltung zur Zukunftsfähigkeit des Gesundheitszentrum Bitterfeld-Wolfen (GZ BiWo) äußerten der Landrat des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und Aufsichtsratsvorsitzende, Uwe Schulze, sowie der Ärztlichen Direktor des GZ BiWo, Dr. med. Hans-Joachim Kluger und der GZ BiWo Geschäftsführer, Norman Schaaf, zur temporären Schließung der Gynäkologie, der Neugeborenentation und des Kreißsaals. Die vorübergehende Schließung war im Zuge der Corona-Pandemie erfolgt, um Bettenkapazitäten für Covid19-Patienten vorzuhalten.

Doch zu der vermeintlichen Wiedereröffnung wird es wohl nicht kommen, das soll zumindest der Vorschlag des Landrates Schulze als Beschlussempfehlung an den Kreistag von Anhalt-Bitterfeld sein. Doch warum möchte man diesen einschneidenden Weg gehen? Der Kreistag des Landkreises Anhalt-Bitterfeld bewilligte im Herbst 2019 für das GZ BiWo einen Investitionskostenzuschuss für medizinische Großgeräte in Millionenhöhe. Daran gekoppelt war der Auftrag ein Gutachten zu erstellen, das die Potenziale zur Stärkung der dauerhaften Investitionsfähigkeit des Klinikums aufzeigen soll. Die mit dem Gutachten beauftragte WRG Consulting mit ihrem Vertreter Carsten Schäfer zeichnete ein durchwachsenes Zukunftsbild. Sein Rat ist, sich auf die Grundversorgung mit Luft nach oben zu konzentrieren.

Unfall- und Viszeralchirurgie, Kardiologie und HNO-Klinik haben da bei einem gewissen Wachstum gute Entwicklungschancen. Nicht jedoch die Frauenklinik. Für die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit angeschlossener Neugeborenstation sieht es ganz schlecht aus. Das Urteil für diesen wichtigen Versorgungsbereich fiel verheerend aus. Das Gesundheitszentrum kann nur dann an Bedeutung gewinnen, wenn man sich strategisch neu ausrichtet, da systembedingt die vorhandenen internen Potenziale für eine Erhöhung der Investitionsfähigkeit alleine nicht ausreichen. Im Klartext bedeutet das, nur rentable Bereiche können erhalten werden und Bereiche, die ein dauerhaftes Minus erwirtschaften, sollen gestrichen werden.

Der Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe ist laut Gutachten unrentabel und daher soll dem Kreistag empfohlen werden, diesen Bereich dauerhaft zu schließen. „Es ist eine schmerzliche Vorstellung, dass künftig vielleicht keine Kinder mehr im Krankenhaus am Standort Bitterfeld-Wolfen geboren werden“, macht der Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Uwe Schulze, klar. Auch die Gutachter merken an, dass niemals leichtfertig die Empfehlung zur Schließung einer Geburtsstation gegeben wird. Schließlich trägt der Kreißsaal zum Positivimage jedes Klinikums bei und keine andere Abteilung ist mit so vielen Emotionen verbunden. Doch emotionslos betrachtet, stehen dem nach Auswertung der Studie harte Fakten gegenüber.

Rund 420 Geburten im Jahr 2019 sowie rund 500 stationäre und genauso viele ambulante gynäkologische Eingriffe sind nicht ausreichend, um kostendeckend zu wirtschaften. Das drohende Aus für den Frauenklinikbereich muss der Kreistag am 16. Juli in einer Sondersitzung bestätigen. Doch seit dem Bekanntwerden der Schließungspläne geht ein Aufschrei der Entrüstung durch den Altkreis Bitterfeld und darüber hinaus. Kinder und junge Familien sollen in der Region bleiben und hierherziehen, so fordern es Politik und Wirtschaft.

Doch wirft sich die Region mit der Entscheidung nicht selber aus dem Rennen? Fraktions- und parteiübergreifend formiert sich Widerstand. Kommunalpolitiker fordern ein klares Umdenken, der Tenor ist im Grunde gleich. Junge Familien und Kinder sind unsere Zukunft, gesundheitliche Interessen sollten vor wirtschaftlichen stehen, damit die Region Bitterfeld-Wolfen nicht abgehängt wird. Nebenbei werden vom drohenden Aus sechs Kinderkrankenschwestern, fünf Hebammen und acht Gesundheitspflegerinnen sowie eine Auszubildende betroffen sein.

Leserkommentare:


Sybille , Muldestausee OT Pouch :
"Das ist unverantwortlich, was da passiert Wie wollen Sie hier die Menschen halten, geschweige denn jungen Menschen oder Rückkehrer die eine Familie planen."


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