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Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 09.09.2020 um 08:59:33

Köthen: Backen mit Hanf - Weihnachtsstolle, Kuchen, Plätzchen und Brot

„Hanfbauer“ Andreas Richter (von links), Bäckermeister Sascha Schernekau und Heidrun Schernekau präsentieren ihre Hanfprodukte, darunter verschiedene Sorten Kuchen im Glas, Plätzchen und Brot. „Hanfbauer“ Andreas Richter (von links), Bäckermeister Sascha Schernekau und Heidrun Schernekau präsentieren ihre Hanfprodukte, darunter verschiedene Sorten Kuchen im Glas, Plätzchen und Brot.
Foto: Torsten Waschinski Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Eins gleich vorweg: Alle, die sich jetzt schon die kühnsten Träume von Pillen oder Tütchen ausmahlen – davon handelt dieser Beitrag nicht! Hier geht es schlicht und einfach um Kuchen, Plätzchen oder Brot; also um Backwaren. 
 
Ein Beitrag von Volker Schwenke:


Als sich vor ungefähr zwei Jahren um die Weihnachtszeit herum Heidrun Schernekau von der „Bäckerei Schernekau“ in Köthen und der Geschäftsmann Andreas Richter aus Halberstadt über den Weg liefen, ahnten beide noch nicht, dass sich aus dem schlichten, einfachen Gespräch innerhalb kurzer Zeit eine tolle Geschäftsidee entwickelt.  
 
Auf der Suche nach neuen Ideen für ihr Bäckersortiment kam der geschäftsführende Gesellschafter der Firma „Spieß Netzwerk GmbH“ genau richtig. Andreas Richter bearbeitet seit 2009 in der Nähe von Halberstadt ein 12 Hektar großes Gebiet mit Nutz-Hanfpflanzen. Deshalb kennt er sich auch genau damit aus. Richter brachte die Bäckersfrau auf die Idee, mit Hanf zu backen. Ganz kurz nur war sie skeptisch! Hanf ist doch der deutsche Name für Cannabis, und das ist doch ein Rauschmittel. „Keine Angst“, erklärte Richter, „unser Hanf ist ungefährlich. Wir entfernen das drogenabhängige Cannabinoid, THC genannt.“ Dieses ist für das Zentralnervensystem des Menschen gefährlich. „Bei uns“, so Richter weiter, „ist es nicht existent und deshalb ungefährlich.“ 
 
Mit diesem Rohstoff Hanf, welcher auch noch gesund sein soll, möchte die Bäckerei Schernekau ihr Sortiment erweitern. Da Heidrun Schernekau die Bäckerei vor einigen Jahren in die Hände ihres Sohnes Sascha gelegt hat und er als Meister des Bäckerhandwerks das nötige Wissen hat, bekam er die Aufgabe, die richtige Mischung herzustellen. 
 
Hanf riecht gut und schmeckt auch, wenn man sich damit beschäftigt. Es kommt also auf die Mischung an. Nach vielen unzähligen Versuchen - auch Andreas Richter „mischte“ mit - hatten sie ein gut schmeckendes Backgericht zusammengerührt. So wurde Weihnachten 2019 auf dem und für den Köthener Weihnachtsmarkt die vielgekaufte „Hanfstolle“ gebacken und angeboten. Wer nun dachte, die potenziellen Kunden wären Jugendliche oder Studenten, welche es ja in Köthen bedingt durch die Hochschule Anhalt aus aller Welt gibt, der hat sich getäuscht. Nein, die ältere Generation ist es, die auf den Hanfgeschmack gekommen ist. Bei den Senioren kommen damit Erinnerungen an die mittleren Jahre des letzten Jahrhunderts hoch. Da war der Hanf schon einmal sehr beliebt. Nach dem er dann viele Jahre von der Legalität verbannt wurde, ist er nun wieder in aller Munde (nicht Nase). 
 
Heute gibt es in der Bäckerei der Familie Schernekau weiter leckere Produkte aus bzw. mit Hanf. Auf der Verkaufstheke stehen drei unterschiedliche Varianten Hanfkuchen: mit Schoko, mit Blüten und Knusper. Ein weiteres besonderes Highlight ist es, dass diese Kuchen im Glas mit Deckel erhältlich sind. Es handelt sich sozusagen um Löffelkuchen. Einfach aus dem Glas rauslöffeln und schmecken lassen. Kein zusätzliches Geschirr ist nötig. Welcher von den drei Sorten am besten schmeckt, muss jeder für selbst entscheiden. Nur eins ist klar, es sind vom Geschmack her drei völlig unterschiedliche Kuchen. „Die Nachfrage ist schon recht ordentlich“, sagt Bäckermeister Sascha Schernekau. Pro Schicht und Nacht kümmert er sich um jeweils eine Sorte und füllt die Gläser noch per Hand dann ab. Dabei bleibt natürlich das „normale“ Sortiment wie Brötchen, Brot und Kuchen nicht auf der Strecke. Schernekaus haben ja schließlich weitere Mitarbeiter, die ihr Handwerk ebenfalls gut verstehen. Es ist also für jeden was da. 
 
Auf die Frage, ob Sascha dem Bäckerhandwerk gern nachgeht, kommt ein großes Erstaunen. „Natürlich! Wie in jedem Beruf gibt es Vor- und Nachteile und gute und schlechte Tage.“ Die Bäckerei Am Jürgenweg in Köthen führt er jetzt in der vierten Generation; in der dritten Generation im selben Haus seines Großvaters.  
Seine Mutter Heidrun ist heute ebenfalls noch im Geschäft eingebunden. Auf die Frage, wie sie sich denn beruflich bezeichnet, kommt ein langes, tiefes Luft holen. „Ich mach ja hier allein die komplette Buchhaltung, also könnte ich mich auch kaufmännische Leiterin nennen. Doch das ist nicht mein Ding.“ Sagt es und lacht dabei. Sohn Sascha nickt ihr freundlich zu. 
 
Zurück zum Hanf: Beim Interview samt Verkosten kam nicht nur der Hanfkuchen auf dem Tisch. Auch neue Kreationen gab es zu probieren. Das stand ein großer Teller mit schön braun gebackenen und gut riechenden circa Zwei-Euro-Stück großen Plätzchen auf dem Tisch - natürlich mit Hanfnüssen und Hanfmehl. Lecker! Da kann man nicht einfach so nein sagen. Mit einer schönen Tasse Kaffee schmecken sie besonders aromatisch. Und dann war da noch eine Überraschung für den Hanflieferanten Andreas Richter. Zum ersten Mal hat Sascha ein Hanfbrot gebacken. Es ist rund und oben ziert es eine Hanfpflanze aus Mehl deutlich sichtbar als Symbol. Schon das Ansehen macht Appetit.  

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