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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 20.08.2017 um 09:42:12

Raps - das schwarze Gold

In Windeseile koppelt Thomas Koppe von der Agrarproduktion Rösa eG den Transporthänger mit dem Schneidwerk ab und dasselbe vom Typ Vario 1050 an den Claas Lexion 760 für die Rapsernte an.. In Windeseile koppelt Thomas Koppe von der Agrarproduktion Rösa eG den Transporthänger mit dem Schneidwerk ab und dasselbe vom Typ Vario 1050 an den Claas Lexion 760 für die Rapsernte an..
Foto: Thomas Schmidt Galerie (1 Bild)
Wenn die Heide blüht, ist auch bei der Agrarproduktion Rösa eG Erntezeit. Ernte gut, alles gut? Das hängt vom Wetter und den Muldewiesen ab.

Rösa (ts).
Wenn der Vorstandsvorsitzende der Agrarproduktion Rösa e. G., Thomas Matold, früh 07:00 Uhr auf den Hof kommt, geht der erste Blick immer gen Himmel. Auch am heutigen Tag, denn zwischen den dicken Wolken lugt auch immer wieder mal die Sonne hervor. Die Temperaturen sind an diesem Julitag nicht rekordverdächtig und wenn, die Rösaer Erntekapitäne sitzen in klimatisierten Fahrerkabinen. In und um Rösa befindet sich das Urstromtal der Mulde, da herrschen oftmals andere Bedingungen als einige Kilometer weiter. Durch die Mulde und die Muldenauen verändert sich der Taupunkt im Getreide. Das hat zur Folge, dass manchmal am Vormittag erst später mit Korndreschen angefangen werden kann.

Nicht selten muss man am Abend das Feld quasi eher räumen, als auf anderen Flächen. Bevor der Chef täglich ins Büro schaut, geht es erst einmal zu den Erntemaschinen und zu den Kollegen in die Werkstatt. Denn vor der Feldausfahrt wird die Erntetechnik gewartet, gesäubert und notfalls repariert. Hier warten schon der potentielle Nachfolger auf Matolds Chefstuhl, der Landwirt für Agrarmanagement Thomas Koppe und der Mechanisator Tino Schröder sowie der Schlosser Tobias Kapke. Die Drei sind mit der Instandhaltung der Technik beschäftigt. „Heute wollen wir den Raps dreschen und so viel wie möglich vom Feld holen.

Dazu müssen wir als erstes eine Feuchtigkeitsprobe nehmen“, sagt der sechzigjährige Vorstandsvorsitzende in Richtung der Mitarbeiter. Dann kommt Hartmut Schumann um die Ecke, der stellvertretende Chef hat schon ein paar Ersatzteile aus Raguhn besorgt. Ein Dreifachfinger und ein Ährenheber vom Claas Lexion- Schneidwerk müssen gewechselt werden. Dann befreit Thomas Koppe den Mähdrescher und das Schneidwerk noch mit Druckluft von den Spelzen und Schmutz des Vortages.
Auch bei der Agrarproduktion Rösa fängt der Tag mit der Vorbereitung, dem Säubern und Abschmieren der Mähdrescher und der anderen Erntetechnik an danach werten die Männer den Vortag aus. Fast 38 ha haben sie vom großen Feld bei Rösa vom Halm gebracht. Das ist mit zwei Mähdreschern eine sehr beachtliche Leistung, da die Erntezeit des Tages auf wenige Stunden begrenzt ist.

Die beiden Chefs freuen sich über die Nachfolge im Rösaer Landwirtschaftsbetrieb, denn das ist in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich, wie beide betonen. Thomas Koppe winkt ab, für ihn ist die Landwirtschaft selbstverständlich und ein Lebenstraum. Wie Koppe verrät, ist er schon als Stift nach der Schule stiften gegangen und das auf den Hof der Agrarproduktion in Rösa.

1.000 Hektar ha Ackerfläche

„Meine Oma hat hier auf dem Hof gearbeitet und mein Vater war Landmaschinenschlosser, scheinbar ist somit das Gen in die Wiege gelegt worden“, schmunzelt der 30-Jährige. Nach dem erfolgreichen Schulabschluss hat Koppe im Betrieb den Beruf Landwirt erfolgreich beendet und nur kurze Zeit später den „Staatlich geprüften Wirtschafter“ (Meister) in den Wintermonaten absolviert. Denn in der warmen Jahreszeit hat die Landwirtschaft Priorität. Drei Jahre später folgte dann ein Fernstudium zum „Landwirt Agrarmanagement“ in Bernburg.

Managementfähigkeiten stehen dabei im Fokus dieser Studienrichtung. Landwirtschaftliches Fachwissen trifft dabei auf modernes Produktions- und Kostenmanagement sowie auf ökologische Zusammenhänge. Für die Familie war diese Zeit eine sehr harte Zeit. Da gab es schon Phasen, in denen man sich zwei oder drei Tage gar nicht gesehen hat. Gelernt wurde in der Nacht und am Tage wurde geerntet.

Elke Hanke ist die gute Seele

Die Agrarproduktion bewirtschaftet mit 17 Leuten, inklusive 2 gering Beschäftigte rund 1.000 Hektar (ha) Ackerfläche. Angebaut werden Weizen, Gerste, Raps, Mais, Erbsen und Zuckerrüben und Acker- gras. Davon bearbeitet man durchschnittlich 550 ha Druschfläche und 150 ha Grünland. Gut die Hälfte der Maisernte und alles was von der Grünfläche kommt, wird für die eigene Milchviehanlage verwendet. Im Stall in Brösa stehen durchschnittlich 200 Milchkühe und insgesamt 430 Tiere zur Aufzucht. Der andere Teil der Maisernte geht in die Biogasanlage nach Schlaitz. Für Thomas Koppe klingelt jeden Tag 05:30 Uhr der Wecker und nicht immer ist Zeit für ein gemeinsames Frühstück, denn 07:00 Uhr muss er auf dem Hof stehen. Seine Frau Susanne und seine beiden Söhne Dominik (12) und Lenard (6) kennen das nicht anders. „Die Jungs kommen öfter mit auf den Mähdrescher oder Traktor. Es macht ihnen Spaß und ich hoffe, dass einer von beiden auch in die Landwirtschaft einsteigen wird“, freut sich der Familienvater.

Auf dem Hof der Agrarproduktion Rösa sind die Erntefahrzeuge inzwischen abfahrbereit. Die gute Seele der Rösaer Landwirte, Elke Hanke, zuständig für die Buchhaltung und für die Versorgung auf dem Feld, ruft noch schnell zum Frühstück. Ein gutes Essen muss sein. Danach setzt sich die Kolonne in Bewegung.

Schwarzes Gold

Es geht Richtung Polterfläche im Überflutungsbereich, dort steht ein 36 ha großes Rapsfeld. Der studierte Landwirt koppelt in Windeseile das Schneidwerk an und wenige Augenblicke später frisst sich das Mähwerk in den Raps. Dann ein kurzes Wendemanöver und es geht zurück Richtung Feldrand. Dort wartet Hartmut Schumann mit dem Getreidefeuchtemesser. Der Raps sollte idealerweise um die 9 % Feuchtigkeit haben. Koppe klettert in den Bunker des Class Lexion 760 und taucht kurze Zeit später mit einer Tüte vom ‚Schwarzen Gold‘ auf, wie der Raps auch gerne bezeichnet wird. Wenige Augenblicke später zeigt die digitale Messung 9,2 % Feuchte an.

Grenzwertig, doch machbar. Schon frisst sich das Schneidwerk erneut ins Rapsfeld und man sieht nur noch eine dicke Staubwolke. Es ist in diesen Tagen ein Wettlauf nicht nur gegen die Zeit, sondern vor allem gegen das Wetter. Die Rösaer hoffen an diesem Tag einen Ertrag von 40 Dezitonnen je Hektar des schwarzen Goldes zu ernten. Rund 70 % des Rapsöls wird in der Region für Biokraftstoff verwendet.

„Der Preis für Raps entscheidet sich praktisch an der Tankstelle“, so Thomas Koppe. Der Rapsanbau ist durchaus lukrativ, die Nachfrage ist relativ stabil und der Preis ist auch in Ordnung. Für die Tonne gibt es zurzeit etwa 360 Euro. Die Erträge sind allerdings in diesem Jahr recht mäßig, jedoch nicht so mäßig wie beim Getreide. Auch ist der Ölgehalt nicht so hoch wie sonst, denn das Wasser fehlte in diesem Jahr in der Reifephase. Dennoch hat sich der Raps mit seinen tieferen Wurzen durchschlagen können.

Betriebsspiegel Agrarproduktion Rösa e. G.
Der Boden besteht überwiegend aus Sand und Lössboden, sandigem Lehm sowie weiteren Bodenbestandteilen. Die Bodenqualität liegt zwischen 27 und 70 Bodenpunkten. Die wirtschaftlichen Bedingungen sind überwiegend ein Pachtbetrieb mit gut einem Drittel eigener landwirtschaftlicher Nutzfläche. Insgesamt bewirtschaftet man 1.030 ha, davon 150 ha Grünland und ca. 850 ha Ackerland. Im Ackerland verteilen sich die Nutzflächen auf 105 ha Gerste, 245 ha Weizen, 135 ha Raps, 50 ha Roggen, 200 ha Mais und 35 ha Zuckerrüben und 40 Ackergras.

Maschinenbesatz:
2 Mähdrescher
1 Strohballenpresse
9 Traktoren und Schlepper
2 Radlader
3 Ladehängerzüge
2 Silagehängerzüge
1 Tiefenmeisel
dazu kommen diverse Pflüge und Grubber, Mähwerke und weitere vielfältige landwirtschaftliche Technik.
 

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