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Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 25.04.2016 um 09:38:35

Handwerker-Serie: Meister tischlert fürs Leben

Tischlermeister Manfred Kalkofen aus Rodleben vor seinem Meisterstück, einem Dielenschrank voller Intarsien. Er sagt: „Holz hat mehr als 1.000 Gesichter.“ Tischlermeister Manfred Kalkofen aus Rodleben vor seinem Meisterstück, einem Dielenschrank voller Intarsien. Er sagt: „Holz hat mehr als 1.000 Gesichter.“
Foto: Detlef Barth Galerie (1 Bild)
Der Wochenspiegel begibt sich auf handwerkliche Pfade zu den Altmeistern. In diesem Teil dreht sich alles um einen Tischlermeister.

Rodleben (db).
Eigentlich begann alles in der Kindheit von Manfred Kalkofen: „Mein Vater stellte in Medewitz Holzwertsachen her, die auf dem Dorf immer benötigt wurden. Er machte das aber für sich in einem eigenen Handwerksbetrieb. So fertigte er unter anderem Harken, Leitern, Raufen für die Fütterung usw. Da habe ich als Kind oft geholfen.“

Der kleine Manfred hat geschnuppert und Interesse gefunden. Nach der Schulzeit half er dem Vater, da er lange auf den Beginn der Lehre warten musste. Zwischen Schulzeit und Lehrbeginn lag fast ein halbes Jahr. Dann begann er mit 15 Jahren (1950) die Ausbildung bei der Firma Pecher in Medewitz zum Tischler. Der Betrieb stellte unter anderem Fenster, Türen und Möbel her.
Während der Medewitzer Zeit war es Manfred Kalkofen möglich, die Meisterschule zu besuchen. 1959 legte er in Potsdam die Meisterprüfung ab. Der Sprung in die Selbstständigkeit war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, da in Medewitz schon eine Firma ansässig war.

1961 wechselte der Tischlermeister die Arbeitsstelle nach Roßlau und pendelte bis 1965 täglich. Hier, in der PGH Holz in Roßlau (Magdeburger Straße) lief er zuerst mit dem Altmeister mit und wurde später Materialeinkäufer.

Der Bereich der PGH reichte damals bis Coswig und Wörpen im Fläming. Vor Ort in Roßlau wurden viele Schülerschreibtische und Wohnzimmer hergestellt, dazu als sogenannte „Konsumgüterproduktion“ auch die Schränke für die Robotron-Lochkartenautomaten.

Wie zu DDR-Zeiten üblich, wurde auch viel nebenbei gearbeitet. Und es war immer wieder für ihn faszinierend, wie und was man aus Holz alles herstellen konnte. Dabei zeigt Manfred Kalkofen auch stolz auf einen Wohnzimmerschrank, sein Meisterstück. Übersät von Intarsien (verschiedene Hölzer als Dekoration) glänzt er heute genau wie vor nunmehr 57 Jahren.

Einige Dinge in seinem Berufsleben sind besonders in Erinnerung geblieben. So baute die Roßlauer PGH zur Wendezeit die Sitzbänke des im Wiederaufbau befindlichen Berliner Doms. Und als die PGH aufgelöst wurde, da behielten dann die Selbstständigen „Schröter & Kalk­ofen“ (endlich konnte die Selbstständigkeit in Erfüllung gehen) diesen Auftrag bis zur Beendigung 1993.

Ebenso in Erinnerung geblieben ist ihm der Bau eines „Spiegelzeltes“. Ein Auftragswerk einer Münchnerin; immerhin wurden im Innenbereich des Zeltes 2.000 Spiegel eingebaut. Dieses Zelt wurde dann als Zentrum für Erlebnisgastronomie genutzt.
Und was sagt der 80-Jährige zur Zukunft des Tischlerhandwerkes? „Reich wird man davon heute nicht mehr, aber wer das Holz und Handarbeit liebt, der wird viel Freude haben. Den Tischler, so wie wir ihn gelernt haben, den gibt es nicht mehr. Und wer kann heute schon noch das Furnieren an die Jüngeren weitergeben?“

Für Manfred Kalkofen steht fest, Handwerk ist eine tolle Sache und er hat nicht einen Tag als Handwerker bereut. Wer heute Tischler wird, der muss großes Interesse mitbringen, sonst lohnt es sich nicht. Und nur Fenster und Türen an Maschinen herstellen, darin sieht Manfred Kalkofen nicht den Sinn des Handwerksberufes: „Hobeln, Fräsen, Kleben, alles in reiner Handarbeit, das ist vollendetes Handwerk“.

 

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