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Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 29.09.2016 um 14:36:40

Locker vom Hocker 2.0 - Surfen bis ans Ende der Welt

Wochenspiegel-Geschäftsstellenleiter Stefan B. Westphal beim Locker-vom-Hocker-Fototermin an der Goitzsche mit Sascha Schneider (l.). Foto: Sebastian Köhler Wochenspiegel-Geschäftsstellenleiter Stefan B. Westphal beim Locker-vom-Hocker-Fototermin an der Goitzsche mit Sascha Schneider (l.). Foto: Sebastian Köhler
Foto: Sebastian Köhler
Zur entspannten Gesprächsrunde trifft sich Stefan B. Westphal vom Wochenspiegel mit außergewöhnlichen Menschen der Region - diesmal beim Australienreisenden und Ghettoworkouter Sascha Schneider aus Bitterfeld.

Welche Motivation hattest du nach Australien zu gehen?
Ich musste mal raus. Also nach den zweieinhalb Jahren bei der Sparkasse. Die Ausbildung war cool, aber danach habe ich gemerkt, dass ich mal weg musste. Einfach mal irgendwo hin, was machen, was du sonst nicht machst. Auch die Sprache lernen, das war auch ein ausschlaggebender Punkt für das Studium dann.

Da hätte der Harz nicht gereicht?
Nein! (lacht) Der Wunsch stand  schon am Anfang der Ausbildung.

Wärst du gern noch länger da geblieben?
Es waren noch zwei Monate länger geplant. Aber ich musste zurück, weil ich in Erfurt die Wohnung brauchte und die auch angucken musste. Der Plan war, dass die Mutti das macht und ich die Wohnung im Internet raussuche. Aber das hätte nicht funktioniert.

Abgesehen von Eltern und Freunden. Was hattest du in Australien am meisten vermisst?
Den Sport, also ich hab gar kein Sport gemacht dort, weil ich einfach keine Zeit, keine Motivation hatte. Man hätte gekonnt. Sonntags Essen bei der Mutti ein Frikassee oder ein Rehbraten, das fehlte schon manchmal. Da kam schon Heimweh auf.

Vermisst du hier was aus Australien?
Ja, die freundlichen Menschen und diesen lockeren Lifestyle.

Ist das wirklich so unterschiedlich?
Ja, du gehst in einen Laden, egal ob Supermarkt oder Kleiderladen, und die Verkäuferinnen kommen einfach auf dich zu und fangen an zu reden, fragen wie es dir geht, was du heute schon gemacht hast. Das ist im ersten Moment unangenehm, weil das für uns das Gefühl vermittelt, dass die neugierig sind. Aber die interessieren sich halt wirklich dafür. Die sind einfach total freundlich. Alle wollen mit dir reden, die sind gastfreundlich ohne Ende. Wenn du irgendein Problem hattest und du nicht wusstest, welche U-Bahn du nehmen musst, dann sind die mit dir über die Straße bis hin zur Station gegangen und haben dich dann da hingebracht. Wir waren mal arbeiten bei einer Frau, die hat uns dann gleich Mittagessen gemacht und ein Bier hingestellt.

Hast du mal mit dem Gedanken gespielt, auszuwandern?
Nein gar nicht. Ich hätte mit meiner Ausbildung, die ich habe, dort auch nicht arbeiten wollen. Du hast dort am Ende nur ein schönes Leben, wenn du Geld verdienst. Du kannst aber dort, genauso wie hier, nur viel Geld verdienen, wenn du eine gute Qualifikation hast. Sonst jobbst du halt immer irgendwo, aber kannst dir halt nie etwas Ordentliches leisten, weil die Mieten extrem sind. Auch das Essen ist extrem teuer.

Australien verbinden viele mit dem Dschungelcamp. Warst du auch im australischen Dschungel?
Ja waren wir. Ich glaube das, was die Leute sich unter einem Dschungel vorstellen, ist nicht der Dschungel, der in Australien existiert. Also das ist nicht wie im Dschungelbuch, das sind Urwälder, die sind alt und riesig. Aber am Ende sind es Naturschutzgebiete, die sich relativ ähnlich sind. Aber nicht vergleichbar mit der Dübener Heide. Es ist aber nicht so, dass da Massen an giftigen Tieren  sind. Also auf unserem Roadtrip an der südlichen Küste waren wir in vielen Nationalparks unterwegs. Viel wandern und einfach spazieren. Aber so ein Dschungel, wie im Dschungelcamp gezeigt wurde, war es nicht. Die Angstmache vor giftigen Tieren, die da ge­­macht wird. Ich hab eine Vogelspinne gesehen. An­­sonsten sagt man, dass man vor der Benutzung der Toiletten auf Campingparkplätzen unter die Toilette, zur Decke und überall gucken soll, bevor man sich draufsetzt. Aber das macht man irgendwann automatisch. Wenn dann eine kleine Spinne drinnen sitzt, interessiert dich das auch nicht mehr. Ich habe beim Wandern nur eine kleine grüne Schlange gesehen.

Und Kängurus?
Die gibt es in Massen. Es ist eher eine Plage als ein Heiligtum in Australien. Die liegen zu Dutzenden tot am Straßenrand. Ich habe sogar Känguru gegessen. Schmeckt wie Reh.

Wie hast du dich dort verständigt?
Englisch. Am Anfang bist du etwas zurückhaltend. So die erste Woche, da suchst du dir doch ein paar deutsche Leute. Gibt ja auch massig Deutsche dort. Wenn du dann aber unterwegs bist, fängst du ganz von alleine an zu sprechen. Du machst am Anfang sicherlich mehr Fehler als am Ende, aber du lernst halt jeden Tag. Gerade auch die zwei Monate arbeiten auf der Farm. Da hab ich sehr gut Sprechen gelernt.

Da hast du deine Hauptzeit verbracht?
Ja, so knapp zwei Monate. Das war auch eine wunderbare Zeit dort.

Warum bist du dann da weg?
Ich wollte einfach mal weiter gucken. Zwei Monate waren gut zum Arbeiten. Gutes Geld verdient, aber meine Freundin kam dann nach Sydney geflogen, also bin ich wieder nach Sydney und dann sind wir zwei Wochen mit dem Camper über 4.000 km an der Ostküste entlang. Wir waren beim Bungee-Jumping oder Sky-Diven und solche coolen Sachen, schnorcheln im „Great Barrier“-Riff.

Inwieweit hat dich der Aufenthalt verändert?
Ich glaube, man wird reifer. Ich sehe Dinge nicht mehr so hektisch. Bin lockerer. Ich war hier halt schon jemand, der auf die Uhr geguckt hat, wenn jemand halb eins nicht da war. Wenn du da gesagt hast, wir treffen uns um 12, dann wurde es meistens um 1 oder halb eins.

Glaubst du, dass du das hier beibehalten kannst?
Ich hoffe. Also ich bin trotzdem noch pünktlich, aber werde mich nicht aufregen, wenn jemand mal 10 Minuten später kommt. Ich glaube, es hat mich schon verändert, sodass ich überlege, nach dem Studium sogar nochmal wegzugehen. Weil es einfach eine total coole Erfahrung war.

Hieße das wieder Australien?
Nicht unbedingt. Die Überlegung besteht, sich nach dem Studium so einen alten Camper Van zu kaufen. Und dann einfach mal ein Jahr durch Europa zu reisen. Oder auch Asien.

Wie hältst du dich fit?
Also ich geh viel laufen. Das ist weniger, weil ich jetzt dünn werden will, sondern ich hör dann einfach meine Musik, auf meinen 8,5 km und bin danach völlig entspannt. Einfach um den Kopf freizukriegen. Sonst Ghettoworkout dreimal die Woche.

 

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