Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die letzten drei Ausgaben

E-Paper Archiv E-Paper Archiv E-Paper Archiv
Autohaus Aken Renault

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,


zur Zeit finden Wartungsarbeiten an unserer Online-Anzeigenannahme statt.

Bitte schicken Sie uns Ihre Anzeige per E-Mail oder Fax oder rufen Sie bei uns an.

E-Mail: info@wochenspiegel-halle.de
Fax: (0345) 130 10 61
Telefon: (0345) 130 10 0
Wochenspiegel > Dessau-Roßlau > Gut vorsorgen, gut versorgen - Digitales Erbe >
Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 13.11.2017 um 13:39:22

Gut vorsorgen, gut versorgen - Digitales Erbe

Rechtsanwältin Grit Böhm rät intensiven Nutzern von sozialen Netzwerken, auch ein digitales Testament zu verfassen. Facebook bietet seinen Nutzern zum Beispiel an, ein Nachlasskontakt zu hinterlegen. Rechtsanwältin Grit Böhm rät intensiven Nutzern von sozialen Netzwerken, auch ein digitales Testament zu verfassen. Facebook bietet seinen Nutzern zum Beispiel an, ein Nachlasskontakt zu hinterlegen.
Foto: Béatrice Haas, Anke Katte Galerie (1 Bild)
Ewiges Leben auf Facebook, Instagram, Google, Amazon & Co.

Anhalt (bh). Für ältere Menschen stellen die sozialen Medien oft eine Hürde dar. Jüngere Generationen dagegen hantieren mit Facebook, WhatsApp und dem Internet routiniert. Längst gehören Smartphones, Tablets und Laptops zum Alltagsbild.
Bankgeschäfte, Einkäufe, Be­­stellungen etc. - all dies wird zunehmend „online“ erledigt. Um die vielfältigen Medien nutzen zu können, um sich einloggen zu können, bedarf es vieler Passwörter. Sie sollten schließlich nicht unbefugt entschlüsselt werden. Doch, was geschieht nach unserem Tod mit den digitalen Daten? Kann ich ein digitales Erbe anlegen? Für unsere dritte Folge zu „Gut vorsorgen - gut versorgen“ war der Wochenspiegel mit Grit Böhm, Rechtsanwältin in Dessau, im Gespräch.

Welche Problematik existiert hinsichtlich des sogenannten „digitalen Erbes“?

Viele ältere Menschen denken an Vorsorgemaßnahmen für den Todesfall, erteilen Vorsorgevollmachten oder erstellen ein Testament.

Für rege Internetnutzer ist ein digitales Testament unbedingt zu empfehlen. Wurde keine digitale Vorsorge geleistet, stellt dies Angehörige und Hinterbliebene vor zeitaufwendige und nervenraubende Nachforschungen.
Für sie ist es oft sehr schwer bis unmöglich, an diese Daten zu gelangen, um sie entweder zu löschen oder weiter zu pflegen, um z. B. bestehende Verträge abzuwickeln.

Wurde nicht vor Kurzem die Öffentlichkeit mit dieser Problematik konfrontiert?

Ein jüngst veröffentlichtes Urteil des Kammergerichts Berlin macht auf diese Problematik aufmerksam: Ein minderjähriges Mädchen wurde von einer U-Bahn erfasst und verunglückte dabei tödlich. Die Eltern wollten herausfinden, ob es sich um einen Suizid handeln könnte. Hierfür wollten sie die Chronik des Facebook-Profils ihres Kindes einsehen. Das Kammergericht hat in der zweiten Instanz einen solchen Anspruch der Eltern verneint. Dieses Beispiel zeigt auf, dass sich jeder beizeiten mit diesem Thema beschäftigen und auch daran denken sollte, was mit den angelegten Online-Konten, wie Facebook, Amazon, Google usw. nach seinem Ableben ge­­schieht. Eine gute vorsorgliche Regelung hinsichtlich des digitalen Erbes sollte also im Interesse eines jeden Nutzers sein.

Wie gehen Onlineanbieter mit digitalen Nachlassdaten um?

Wie Onlineanbieter künftig mit diesem Thema umgehen werden, ist nicht abzusehen. Schon jetzt sind die Möglichkeiten für den Online-Nutzer zur Vorsorge sowie seinen Erben je nach Anbieter sehr unterschiedlich.

Facebook

Facebooknutzer ab 18 Jahren haben die Möglichkeit, einen Nachlasskontakt zu hinterlegen. Hierbei muss es sich um eine Person aus der Freundesliste handeln. Diese kann das Konto in einen Gedenkzustand versetzen und hat einige Befugnisse, die Seite weiter zu betreiben. Sie darf aber z. B. nicht die Nachrichten lesen, Freunde entfernen, Fotos aus der Chronik entfernen oder ändern. Den Nachlasskontakt kann man jederzeit hinzufügen, ändern oder entfernen. Dies geschieht in den Einstellungen - Konto verwalten. Hier darf man mitteilen, ob das Konto im Todesfall in den Gedenkzustand versetzt oder gelöscht werden soll.

Google

Auch Google bietet eine Möglichkeit für den Nutzer, schon zu Lebzeiten vorzusorgen. Hierfür gibt es einen Kontoinaktivitäts-Manager. Über diesen kann mitgeteilt werden, wer Zugriff auf die Daten haben soll oder ob es gelöscht werden darf. Google erkennt, ob das Konto noch aktiv ist. Man kann festlegen, nach welchem Zeitraum (3 - 18 Monate) Inaktivität eine bestimmte Kontaktperson informiert werden soll und über welche Kontodaten sie verfügen kann.

Ist der Google-Nutzer verstorben, ohne derartige Vorkehrungen zu treffen, darf Google laut der Hilfeseite die Konten in einigen Fällen auflösen oder nach sorgfältiger Prüfung unter bestimmten Um­­ständen Zugriff auf Inhalte im Konto gewähren. Passwörter oder Anmeldedaten werden nicht weitergegeben.

Instagram

Bei Instagram können Konten ebenfalls in den Gedenkzustand versetzt werden. Hierfür ist ein Todesnachweis erforderlich. Unmittelbare Familienangehörige haben die Möglichkeit, mittels eines Formulars die Löschung des Kontos des Verstorbenen zu beantragen. Anmeldedaten werden nicht herausgegeben.

Twitter

Laut Twitter darf eine berechtigte Person den Account deaktivieren lassen. Hierzu wird ein entsprechendes Formular bereitgehalten. Eine bestätigende Email enthält dann weitere Anweisungen.

iCloud

Für iCloud-Nutzer gibt es nach den Nutzungsbedingungen kein Recht des Überlebenden. Vielmehr enden alle Rechte mit dem Tod. Bei Einsendung einer Kopie der Sterbeurkunde kann der Account aufgelöst und alle Inhalte gelöscht werden. Die Hinterbliebenen müssen sich hierzu an den Support wenden.

E-Mail

Auch die E-Mail Anbieter verfahren nach einem Todesfall sehr unterschiedlich. Auf der Homepage der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. ist nachzulesen, dass GMX und WEB den nachgewiesenen Erben einen Zugriff auf das Konto ermöglichen. Hierfür ist ebenso ein Todesnachweis, z. B. in Form der Sterbeurkunde, notwendig. Dagegen erlaubt Yahoo keine Zugriffe.
Nach vorherigen Kontaktversuchen löschen andere Anbieter wiederum ein E-Mail Konto nach einer gewissen Zeit der Inaktivität.
All diese Beispiele zeigen, dass es für die Hinterbliebenen sehr schwer ist, herauszufinden, über welche Online-Konten der Verstorbene verfügte, um diese dann in dessen Sinne abzuwickeln.

Wie verwaltet der Nutzer sein digitales Erbe am optimalsten?

Jeder sollte sich daher Gedanken dazu machen, was mit seinen Daten passieren soll. Hierzu empfiehlt es sich, die Möglichkeiten der Dienstanbieter wie z. B. bei Facebook zu nutzen.

Ferner ist eine Liste mit allen Online-Konten und den dazugehörigen Zugangsdaten anzuraten. Diese muss in der Folge dann regelmäßig aktualisiert werden.

Die Liste liegt am besten an einem sicheren Ort wie einem Tresor oder elektronisch gesichert auf einem passwortgeschützten Stick.

Mittels eines handschriftlichen oder notariellen Testaments kann man auch in diesen Angelegenheiten eine oder mehrere Personen bestimmen, die sich um den digitalen Nachlass kümmern sollen und dürfen. Hierbei hat man ebenfalls die Möglichkeit festzulegen, wie mit den einzelnen Konten verfahren werden soll.

Eine handschriftliche Vollmacht, die ausdrücklich über den Tod hinausgeht, ist ebenso legitim. Hier kann be­­stimmt werden, wer welche Rechte an den Daten hat. Der bevollmächtigten Person muss man dann mitteilen, wo sich die Liste mit den Zugangsdaten befindet.

Es sollte dabei nicht vergessen werden, dass sich auch gespeicherte Daten auf Endgeräten wie Smartphones oder Computer befinden, welche durch eine Weitergabe an unbefugte Dritte gelangen könnten.

Mittlerweile dürfen Hinterbliebene die Dienste kommerzieller Anbieter in An­­spruch nehmen, welche sich um den digitalen Nachlass kümmern, indem sie z. B. möglichst alle Online-Konten aufspüren und diese nach vorheriger Anweisung lö­­schen lassen.

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Zum 2. Selbermacher-Kreativmarkt kamen 2 600 Besucher Zum 2. Selbermacher-Kreativmarkt kamen 2 600 Besucher Bastelfans aus Sachsen-Anhalt kamen am Samstag ins Medienhaus der MZ. ...
Anzeige
WebFIT
Weihnachtsmärchenzeit am Anhaltischen Theater Dessau Weihnachtsmärchenzeit am Anhaltischen Theater Dessau Gelungene Premiere des Weihnachtsmärchens „Aladin und die Wunderlampe“. ... Geschichtsstreifzug bei Altmeisterfeier Geschichtsstreifzug  bei Altmeisterfeier Am 16. No­­vember fand im Krötenhof die traditionelle Altmeisterfeier statt. ...
Anzeige
Sag Ja!