Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die letzten drei Ausgaben

E-Paper Archiv E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,


zur Zeit finden Wartungsarbeiten an unserer Online-Anzeigenannahme statt.

Bitte schicken Sie uns Ihre Anzeige per E-Mail oder Fax oder rufen Sie bei uns an.

E-Mail: info@wochenspiegel-halle.de
Fax: (0345) 130 10 61
Telefon: (0345) 130 10 0
Wochenspiegel > Dessau-Roßlau > Sommerplausch: "Einfach Seensucht haben" >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 11.07.2018 um 12:12:06

Sommerplausch: "Einfach Seensucht haben"

Eine Tasse Kaffee zum Genießen auf der „Seensuchtsterrasse“ gehört für den Gastrovisionär Andreas Beuster (rechts) dazu. Eine Tasse Kaffee zum Genießen auf der „Seensuchtsterrasse“ gehört für den Gastrovisionär Andreas Beuster (rechts) dazu.
Foto: Stefan Julius Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Im Sommerplausch unterhält sich heute unser Reporter Thomas Schmidt mit Andreas Beuster. Andreas Beuster ist Unternehmer und Visionär für Entspannungsgastronomie.

Bitterfeld (ts).
Andreas Beuster ist ein Friedersdorfer Unternehmer und Investor mit Feingeist und dem gewissen Näschen und er hat schon mehr als nur einmal von sich und seinen Projekten reden gemacht. Angefangen hat es mit Umzügen, Musik und Entertainment. Es folgten die Seensucht und die Seensuchtsalm am Goitzschesee in Bitterfeld. Zwei Restaurants als Anlaufstelle für anspruchsvolle Gäste, Stars und Sternchen sowie Menschen, die eine Erlebnisgastronomie ausprobieren möchten. Neuester Clou ist ein Hochseekatamaran. Reporter Thomas Schmidt hat sich im Sommerplausch mit dem Unternehmer Andreas Beuster unterhalten.

Herr Beuster, Sie sind schon lange Unternehmer und Investor, wann fing denn alles an und was hat Sie dazu bewegt?

Genau genommen fing es am 1. März 1990 mit dem Unternehmen Bitterfeld Transport an, einem kleinen Unternehmen mit einigen LKWs… Dann bin ich als ehemaliger Musikmacher in Richtung Entertainment gegangen und habe die Firma Beuster Veranstaltungstechnik gegründet, Technik für Discotheken und Bands besorgt und installiert sowie 2000 ein großes Veranstaltungszelt erworben, dieses dann Veranstaltungen mit und ohne Technik zur Verfügung gestellt. 2007 begann mit der Gründung der Marina Bernstein an der Goitzsche eine aufregende Zeit. In den ersten Jahren bin ich der Hafenmeister gewesen. Danach kam der Fischkutter, wo sich noch viele fragten, was will man mit einem Fischkutter ohne Fische?
Doch ich glaube an das, was ich mache. Als die ersten Flächen an der Goitzsche als Bauland freigegeben wurden, stellte sich für mich die Frage, die „Seensucht“ als Erlebnis-Restaurant bauen oder nicht bauen? Ich habe mich für das Bauen entschieden. Mein Team und ich, wir wollten den Leuten der Region ein ganz neues Gefühl vermitteln - so eine Art maritimes Flair als Urlaubsfeeling für ein paar Stunden. Also raus aus dem Alltag, an jedem Tag der Woche - eigentlich Urlaub ohne Urlaubsschein.

Ihr ehrgeizigstes Projekt ist sicher die Seensucht an der Goitzsche-Marina, ein Restaurant für anspruchsvolle Gäste, was hat Sie dazu bewogen?

Nun ja, wir als Familie und auch oft mit Freunden sind früher sehr oft im Mittelmeer gesegelt, an Palmenstränden entlang, so als Ausgleich um runterzukommen, Kraft zu tanken. Dabei entstand die Seensucht nach dem Meer. Und warum dann nicht auch als Kurzurlaub an der Goitzsche. Von der letzten Tour vor der Eröffnung 2010 habe ich sogar eine Palme aus Mallorca mitgebracht. Dafür wurde ich belächelt. Südländisches Flair an der Goitzsche? Für viele Spinnerei. Doch die Palme steht heut noch, allerdings 2 Meter größer. Das Konzept beruht auf Kurzurlaub zuhause, essen, genießen, entspannen.

Hinterher kam dann gleich daneben die Seensuchtsalm, verrückt oder genial, was ist denn da in Sie gefahren?

Die Seensuchtsalm ist eher Mittel zum Zweck. Im Grunde das Pendant zum Sommerfeeling der „Seensucht“, nur für die kalte Jahreszeit. Das Team soll ja nicht als Saisonteam fungieren, sondern das ganze Jahr etwas Besonderes vermitteln. Also musste etwas her, wo sich die Leute wohlfühlen - ein wärmender Kamin, deftiges Essen und urige Gemütlichkeit. Somit war die Idee „Seensucht 2.0“ für ein ganzjähriges Feeling geboren.

Ihre Küche kann man ja als Erlebnisgastronomie für den Gaumen bezeichnen, einige Auszeichnungen und ein (Sterne)koch in einer Region, die in dem Bereich wenig vergleichbares hat… lohnt sich das? Was machen Sie und Ihr Team anders?

Wir haben viele Sterne in unserer Küche, einen internationalen Mix aus verschiedenen Nationen - Indonesien, Türkei, Kuba, Griechenland und Deutschland - und jeder bringt etwas ganz Besonderes mit… Wir können uns über Fachkräftemangel nicht beklagen. Man sollte die junge Generation fordern und fördern und sich auf ihre Bedürfnisse einlassen. Ein Beispiel ist, dass die heutige junge Generation größeren Wert auf einen Freizeitausgleich legt, okay – das ist eben so. Sie ist auch lockerer in ihrer Art und wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
Wir wollen nicht nur die Gäste mit großem Geldbeutel, ganz im Gegenteil. Es geht darum, dass jeder ab 5 Euro etwas zu essen und zum Genießen bekommt. Natürlich haben wir auch Besonderheiten zu bieten. Zum Beispiel unseren spanischen Pinienholzgrill, durch den die Grillspeisen ein eigenes und sehr spezielles Aroma bekommen. Er wird bei 300° C mit Fleisch, Fisch, Gemüse und anderen Gourmetspezialitäten bestückt und es gibt nur wenige dieser Art in Mitteldeutschland. Hinzu kommt das Team - der Teamspirit muss stimmen, auch das ist entscheidend.
Ja, und man sollte nicht das machen, was jeder andere auch anbietet, anrichtet oder nachahmt. Denn wer gegen den Strom schwimmt, kommt eher zur Quelle. Es ist schwieriger, aber es lohnt sich. Daher sind wir immer etwas anders als die anderen. Ob Köche oder Kellner, letztere sind keine Kellnertaxis, nein, sie sind die Botschafter unseres Hauses. Wir versuchen unsere Gäste immer wieder zu überraschen. Doch es ist auch für uns nicht immer einfach, noch einen oben draufzusetzen.

Ihr neuester Clou ist ein Hochseekatamaran, was hat es denn damit auf sich und wozu ein solches Wassergefährt?

Nun ja, bei uns gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten oder nur sehr wenig. Doch ausschlaggebend war ein Gästegeschenk. Bei der Eröffnung der Seensucht 2.0 wurde uns ein Hochseekatamaran als Modell überreicht. Ein weiterer Hintergrund ist mein Wunsch, einmal um die ganze Welt zu segeln. Daher - gesagt, getan – wir holten uns das Equipment nach Hause an bzw. auf die Goitzsche. Sicher ein bisschen verrückt, doch es gibt auch hier in Mitteldeutschland nichts Vergleichbares. Ja, wir sind auch diesbezüglich etwas Einzigartiges, etwas Besonderes. Und es läuft. Brautpaare übernachten darauf, Geschäftsleute setzen Meetings auf dem Hochseekatamaran an. Er ist ein Werbebotschafter für uns und die Region, etwas ganz Besonderes und Wichtiges. 

Was wird Ihr nächstes Projekt?

Okay, die Seensucht ist jetzt auf dem Land, die Seensucht ist auf dem Wasser, da fehlt noch eine weitere Seensucht im nächsten Element, die Seensucht in der Luft. Ein kleiner Helikopter für vier Personen für Rundflüge, die Goitzsche-Seensucht von oben ist mein Traum. Auch ein Heliport auf einem Hotel oder daneben, für Menschen aus Brandenburg oder Thüringen, alles scheint möglich. Ob es möglich und umsetzbar ist, wissen wir nicht, doch träumen darf man ja. 

Kurz und knapp:
Was schätzen Sie an sich selber?


Dass ich auch über mich selber herzhaft und ausgiebig lachen kann.

Was schätzen Sie an anderen?

Ehrlichkeit, das ist für mich ganz wichtig.

In zehn Jahren…?

Bin ich auf meiner Weltumseglung oder zurück davon, auf alle Fälle schon mit dem nächsten Projekt im Hinterkopf.

Für welche drei Dinge in Ihrem Leben sind Sie am dankbarsten?

Dass ich meine Familie habe, dass aus der kleinen Familie eine große Seensuchtsfamilie gewachsen ist und dass ich gerne jeden Tag hierher kommen kann und darf, dafür bin ich sehr dankbar.

Auf was könnten Sie in Ihrem Leben nicht verzichten?

Ich kann auf keinen Fall auf meine Familie verzichten.

Welcher Mensch kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie das Wort erfolgreich hören?

Mein Sohn mit all seiner Entwicklung, ein Senkrechtstarter mit Bodenständigkeit...

Vielen Dank für den Sommerplausch und einen angenehmen Tag und noch viele „seensuchtsvolle“ Träume, Ideen und Projekte.

 

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Verlosung: Plötzlich Santa Verlosung: Plötzlich Santa Niemand liebt das Weihnachtsfest mehr als der Tischler Andersen. Verkleidet mit weißem Rauschebart und rotem Mantel, möchte er seine Familie an...
Anzeige
Unser Land
Helfer mit Herz Helfer mit Herz Dessau (red). Über eine Spende von 600 Euro freut sich die Regenbogenschule in Dessau. Das Geld stammt aus der Aktion "Helferherzen" des...
Anzeige
FOTOS & VIDEOS: Erinnerungen an die Zeit der Völkerschlacht bei Leipzig - Liebertwolkwitz 1813 FOTOS & VIDEOS: Erinnerungen an die Zeit der Völkerschlacht bei Leipzig - Liebertwolkwitz 1813 Liebertwolkwitz (red). Einmal im Jahr taucht der Ort Liebertwolkwitz bei Leipzig in die Geschichte ein und erinnert an das Jahr 1813, die Zeit der...
Anzeige
Sag Ja!