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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 01.02.2019 um 16:36:20

Was muss geschehen, damit nichts geschieht...?

Kein Raum für Missbrauch! Verein „Missbrauch hat ein Gesicht Bitterfeld-Wolfen e. V.“ und Greppiner Kinder- und Jugendfreizeittreff zeigen Flagge gegen Missbrauch, Mobbing, Gewalt und Sexismus. Kein Raum für Missbrauch! Verein „Missbrauch hat ein Gesicht Bitterfeld-Wolfen e. V.“ und Greppiner Kinder- und Jugendfreizeittreff zeigen Flagge gegen Missbrauch, Mobbing, Gewalt und Sexismus.
Foto: Thomas Schmidt Galerie (1 Bild)
Kein Raum für Missbrauch! Verein „Missbrauch hat ein Gesicht Bitterfeld-Wolfen e. V.“ und Greppiner Kinder- und Jugendfreizeittreff zeigen Flagge gegen Missbrauch, Mobbing, Gewalt und Sexismus.

Greppin (WS).
Was muss geschehen, damit nichts geschieht...? Diesen und weiteren Fragen sind Sandy Bieneck und Anne Stamm vom Verein „Missbrauch hat ein Gesicht Bitterfeld-Wolfen e. V.“ sowie der Greppiner Ortsbürgermeister Mirko Claus und Tobias Köppe mit Jugendlichen im Greppiner Jugendclub nachgegangen... wie kann man Mädchen und Jungen vor sexuellem und anderem Missbrauch schützen?

Immer wieder schrecken Schlagzeilen auf, die über Missbrauch an Kindern und Jugendlichen berichten. In den letzten Monaten haben die Vereinsmitglieder das Gefühl, dass diese Straftaten gefühlt enorm zunehmen. Diese Wahrnehmung wird durch die polizeilichen Statistiken gestützt. Auch im Verein „Missbrauch hat ein Gesicht Bitterfeld-Wolfen e. V.“ gibt es eine Betroffene und immer wieder dringen solche Fälle ans Ohr. „Grund genug, um anzupacken“, so Vereinsmitglied Sandy Bieneck.
Die Mitglieder des Vereins erachten es als wichtig, dieses Tabu-Thema in den Mittelpunkt zu rücken und ihm die Aufmerksamkeit zu geben, die es verdient. Daher gründeten eine Gruppe junger engagierter Menschen, im Juli 2017 den Verein.

Missbrauch hat viele Gesichter, dazu zählen nicht nur der sexuelle, sondern auch die Vernachlässigung und der körperliche und seelische Missbrauch. Die Zahlen dazu sind erschreckend, allein wenn man sich Mobbing anschaut.  Erlebt ein Mensch einen Missbrauch, können zum Beispiel Angststörungen und Depressionen, Unruhe- und Nervositätszustände, Wutausbrüche, Vereinsamung und soziale Isolation, Essstörungen, psychosomatische Beschwerden bis hin zu Selbstmordgedanken und -versuchen auftreten. Im Greppiner Jugendclub haben Sandy Bieneck und Anne Stamm auf die Notwendigkeit hingewiesen, dieses Thema in den Mittelpunkt zu rücken und darüber zu sprechen.

Anschließend stellten beide die bundesweite Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“ vor und erörterten gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen verschiedene Präventionsmöglichkeiten. Besonders rege wurde die Frage diskutiert, wie man sich als Betroffener oder Angehöriger in solchen Fällen verhalten soll. Eine ehemalige Lehrerin berichtete dazu von Fällen aus ihrem früheren Unterrichtsalltag, die allgemeine Betroffenheit auslösten.

Zum Abschluss formulierten die Mädchen und Jungen gemeinsam mit Greppins Ortsbürgermeister Mirko Claus und Vertretern des Jugendbeirats Bitterfeld-Wolfen präzise sowie nachhaltige Botschaften zu der behandelten Thematik und hefteten diese an eine Pinnwand an. Clubleiter Tobias Köppe zeigte sich angesichts der Resonanz sehr zufrieden: „Es wurde deutlich, dass das Thema Missbrauch immer noch sehr brisant ist und alle etwas angeht. Daher wollte unsere Einrichtung ein mahnendes Zeichen setzen.“ Eine praktische Fortsetzung in Form einer Trainingseinheit zum Thema Selbstverteidigung ist in Planung.

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