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Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 15.02.2019 um 11:03:08

Karneval 2019: Waldeser Carneval Club Dessau startet den Sitzungsreigen


Foto: Robbin Botzki
Mit Büttenreden, Tanz und Gesang gegen den grauen Alltag.

Dessau (TW). Ein allzu steifes Publikum passt irgendwie nicht zum Karneval. Wo Narren ausgelassen singen und schunkeln und sich bei durchaus schlüpfrigen Schenkelklopfern vor Lachen krümmen, können Zuschauer mit festgefrorener ernster Mine nur wenig zur guten Laune beitragen. Nichtsdestotrotz füllten sich die Reihen beim Waldeser Carneval Club (WCC) vor allem mit jenen honorigen Gästen der Stadt, deren täglicher Job nicht unbedingt mit Frohsinn einherzugehen scheint. Aber es gehört nun einmal dazu, sich beim wohl edelsten Karnevalsklub der Stadt blicken zu lassen. Sehen und gesehen werden heißt es bei den Waldesern, vor allem dann, wenn zur Prinzenkürung aufgerufen wird. So eilten sie denn auch alle herbei, der aktuelle Oberbürgermeister Peter Kuras, seine Vorgänger Klemens Koschig und Hans Georg Otto, Vertreter der ersten Garde des Stadtrates und der -verwaltung sowie zahlreiche Sponsoren.

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Auch wenn viele von ihnen mehr nach innen als offen nach außen lachten, dürfte ihnen der amüsante und recht abwechslungsreiche Abend im Saal der DVV-Stadtwerke gefallen haben. Denn die Waldeser ziehen professionell ihr Programm durch. Altbewährt punkten sie mit der verlässlichen Mischung aus Wortwitz, Gesang und Tanz. Das alles verteilt auf 20 bis höchstens 25 Programmpunkte. Ein solider Mix, der ohne Schnörkel wie unsaubere Sketchdarbietungen oder hineingewuchtete Hitparaden auskommt. Wenngleich die gesanglichen Künste der Waldeser Spatzen hier und da noch etwas mehr Übung und Synchronität vertragen würden, meisterte der Club seine Saalveranstaltung bravourös und spielt damit in der ersten Liga Sachsen-Anhalts mit. Es hat sich außerdem gezeigt, dass eine Livekapelle unbedingt zu einer Karnevalsveranstaltung gehört. Die erstmals beim WCC aufspielende Matthias Witt Band integrierte sich homogen in das Gesamtgefüge.

In den Himmel lobte WCC-Präsident Rolf Rätzer seine Tänzerinnen. Der Stolz tanzte hörbar auf seiner Stimme mit, als er immer wieder die Erfolge seiner Mädchen bei den Landesmeisterschaften verkünden durfte. Von der kleinen über die große Garde bis hin zu den Mariechen erlebten die Zuschauer Tanzdarbietungen, die sich nicht nur sehen lassen können, sondern auch zu den besten im Land gehören.

Die Schautänze und das Männerballett trugen ebenso zu Gelingen des gut dreistündigen Abends bei.

Zur Prinzenkürung gehören selbstverständlich die Tollitäten. Prinz Andreas und Prinzessin Victoria hielten ihre Rede frei. Im Gegensatz zu vielen anderen Prinzenpaaren anderswo lasen sie nicht vom Manuskript auf Pergament ab, sondern sprachen aus dem Kopf heraus. Kleine Versprecher nahm das Publikum mit Humor auf, denn schließlich warteten alle nur auf die Verkündung der Kussfreiheit. Während sich Präsident Rätzer hierbei minutenlang an den Mund der Prinzessin schmiegte, verteilte Prinz Andreas seine Küsschen an den Rest des Hofstaates auf der Bühne. Für eine Prinzenkürung kam das ganze Prozedere um die Tollitäten jedoch etwas zu kurz und unauffällig rüber. Hier dürfen die Waldeser künftig ruhig etwas nachlegen und das Prozedere würdiger und pompöser gestalten. Die Narrenden (O-Ton Rätzer im neuen Genderdeutsch) werden es den Akteuren sicher danken.

Besonders herausragend sind beim WCC die Büttenreden. Sie an dieser Stelle auszugsweise zu zitieren, wäre frevelhaft. Nur live mit Akustik, Gestik und Mimik entfalten sie ihr ganzes Potenzial. Sei es die junge Annalena, die erstmals in die Bütt stieg und sprachliche Missverständnisse zwischen den Generationen zum Besten gab, oder Gerald Nickel als Rentner-Rocker, ihre Darbietungen hatten große Unterhaltungskraft. Mit derberen Worten begab sich Beatrice „Trixi“ Wirth auf Männersuche, was zu fortgeschrittener Stunde dem Applaus und dem Gelächter keinen Abbruch tat. Der gefeierte König in der WCC-Bütt ist aber nach wie vor Rolf Rätzer in seiner Rolle als angeheiterter Protokollant. Er ließ das vergangene Jahr noch einmal auf typisch närrisch-bitterböse und scherzhafte Art Revue passieren. Um eine Zugabe kam er nicht herum.

Die Waldeser nutzen die Prinzenkürung aber nicht nur, damit sie Spaß und Freude verbreiten, sondern auch für hohe Ehrungen ihresgleichen. Aus diesem Grund reiste Wolfgang Hotze als Ehrenpräsident des Karneval-Landesverbandes an. Er überreichte Verdienstorden des Bundes Deutscher Karneval in Gold an die WCC-Aktiven Katrin Schuchardt, Volker Hipler und Horst Sackewitz. Die zweithöchste Auszeichnung für Karnevalisten in Deutschland gibt es für jahrzehntelange Mitarbeit für das Brauchtum.

Zum Abschied der Veranstaltung marschierte der Waldeser Carneval Club mit all seinen Akteuren aus. Alle sangen eine Musikmischung aus den Liedern „Olé olé Fiesta“ und „Adieu mein kleiner Gardeoffizier“.

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