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Wochenspiegel > Dessau-Roßlau > Wir sind Juden aus Breslau >
Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 15.03.2019 um 17:05:44

Wir sind Juden aus Breslau

Überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933, ein Kinodokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies. Überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933, ein Kinodokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies.
Foto: privat
Überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933, ein Kinodokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies. Ausgezeichnet mit dem Deutsch-Polnischer Kulturpreis Schlesien 2017, der Ehrenmedaille der Europäischen Kulturhauptstadt Wroclaw weltweit eingeladen auf bedeutenden Filmfestivals.

Eine Sondervorführung in Wolfen im Industrie- und Filmmuseum, Bunsenstrasse 4, 06766 Bitterfeld-Wolfen, Eintritt: 8,00 Euro (Infos 03494 63 6446 oder info@ifm-wolfen.de) am Freitag, den 15. März um 18:00 Uhr... in Anwesenheit des Regisseurs Dirk Szuszies. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für Politische Bildung Sachsen-Anhalt.

Protagonisten: Esther Adler, Gerda Bikales, Anita Lasker-Wallfisch, Renate Lasker-Harpprecht, Walter Laqueur, Fritz Stern, Guenter Lewy, David Toren, Abraham Ascher, Wolfgang Nossen, Eli Heymann, Mordechai Rotenberg, Max Rosenberg, Pinchas Rosenberg sowie eine deutsch-polnische Jugendgruppe aus Bremen und Wrocław...

Ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische  und antisemitische Strömungen in Europa. Ein Film, der aufzeigt, wohin eine katastrophale Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen führt. Ein Film, der anhand der Lebensschicksale der Protagonisten auch die Gründung des Staates Israel mit den Erfahrungen des Holocaust in Verbindung setzt.

Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.

14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.

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